
Das AS-Interface (ASi) ist seit Jahren für seine einfache und kostengünstige Verdrahtung in der Automatisierung bekannt. Eine einzige, durchgehende Leitung für Signalübertragung und Spannungsversorgung genügt, um Sensoren und Aktoren zu vernetzen. Der Installationsaufwand reduziert sich im Vergleich zur klassischen Parallelverkabelung erheblich. Dieses Prinzip überträgt die ASi AirBox auf die Druckluftinstallation: Die elektrische Versorgung und Ansteuerung erfolgen über die ASi-Leitung, während die Druckluftversorgung über eine separate Leitung in Linientopologie erfolgt. So entsteht eine Art Druckluft-Bus, der alle Ventile entlang der Leitung versorgt.
Technischer Aufbau
Die AS-i AirBox von IFM ist ein kompaktes Ventilmodul, das speziell für die dezentrale Montage konzipiert wurde. Sie ist in verschiedenen Varianten erhältlich, z.B. als 3/2- oder 5/2-Wege-Ventil, mit unterschiedlichen Anschlussgrößen (z.B. 6 oder 8 mm Steckanschluss für Pneumatikschläuche) und wahlweise mit manueller Betätigung. Die AirBox ist für den Betrieb mit Standard-Industrie-Druckluft (6bar, gefiltert und geölt oder ungeölt) ausgelegt und erreicht eine Durchflussleistung von bis zu 500l/min (je nach Ausführung). Die elektrische Anbindung erfolgt über die flache ASi-Leitung, die pneumatische Verbindung über handelsübliche Steckanschlüsse. Die Schutzart IP65 ermöglicht einen Einsatz in rauen Industrieumgebungen.

Für Anwendungen in explosionsgefährdeten Bereichen bietet ifm spezielle Varianten mit ATEX-Zulassung (Gruppe II, Kategorie 3D) an. Ein passender Schlagschutz sorgt für die notwendige Sicherheit. Damit eignet sich die Lösung auch für Branchen wie die Lebensmittel-, Chemie- oder Baustoffindustrie, in denen entsprechende Anforderungen bestehen. In der Intralogistik ist die Maximierung der Lagerkapazität entscheidend. Kompakte Sensoren spielen dabei eine Schlüsselrolle: Höchste Leistung in kompakter Bauform schafft mehr Platz für die Ware, denn die Technik macht sich klein. ‣ weiterlesen
Intralogistik: Neue Baumer ToF-Sensoren machen sich klein
Dezentrale Installation
Durch die unmittelbare Platzierung der AirBox am pneumatischen Verbraucher – beispielsweise direkt am Zylinder – ergeben sich mehrere Vorteile:
- Reduzierter Druckluftverbrauch: Die Schlauchlänge zwischen Ventil und Zylinder wird reduziert. Dadurch sinkt das Volumen der bei jedem Schaltvorgang unter Druck gesetzten Luft. Der Verbrauch verringert sich proportional zur Schlauchlänge. In typischen Anwendungen lassen sich so pro Aktor bis zu 1.000 Euro jährlich einsparen.
- Schnellere Schaltzeiten: Kürzere Wege bedeuten geringere Verzögerungen beim Schalten. Die kürzeren Reaktionszeiten der Pneumatikzylinder wirken sich positiv auf die Prozessdynamik aus.
- Weniger Leckagen: Kürzere Schlauchstrecken verringern die potenzielle Leckagefläche. Das Risiko von Druckverlusten sinkt.
- Flexibilität bei Umbauten: Die modulare Struktur der AirBox ermöglicht eine einfache Anpassung oder Erweiterung bestehender Anlagen. Neue Aktoren können ohne großen Verdrahtungsaufwand integriert werden.
Einfache und schnelle Montage mit ASi
Die Montage der ASi AirBox ist auf Anwenderfreundlichkeit ausgelegt. Die flache ASi-Leitung wird ohne Werkzeug in das Unterteil eingelegt. Das Oberteil wird aufgesetzt und durch Betätigen des integrierten Schiebers verriegelt – dabei erfolgt automatisch die elektrische Kontaktierung. Die Pneumatikschläuche werden ebenfalls werkzeuglos angeschlossen. Die Adressierung der AirBox kann bereits vor der Montage mit einem AS-i-Adressiergerät erfolgen. Während der Inbetriebnahme lassen sich die Ventile manuell betätigen, um die Funktion zu testen.
Das AirBox-System ist vollständig in das AS-i-Portfolio von ifm integriert. Neben den Ventilmodulen stehen passende ASi-Mastermodule, Gateways, IO-Module und Spannungsversorgungen zur Verfügung. Ein umfangreiches Zubehörprogramm – von Montageadaptern bis zu Schallschutzdämpfern – rundet das Angebot ab. Die AirBox ist kompatibel mit gängigen Automatisierungssystemen und lässt sich einfach in bestehende Steuerungsarchitekturen einbinden. Digitale Souveränität in der Automation: Fraunhofer IOSB-INA entwickelt einen KI-Assistenten für die SPS-Programmierung. ‣ weiterlesen
Automatisierung neu gedacht
Ein anschauliches Beispiel für den Einsatz bietet der Futtermittelhersteller ForFarmers. In den weitläufigen Produktionsanlagen werden zahlreiche pneumatisch angetriebene Absperrschieber in Silos dezentral angesteuert. Die Verantwortlichen berichten, dass die Inbetriebnahme durch die AS-i AirBox deutlich vereinfacht wurde. Gleichzeitig führen die kürzeren Schaltzeiten und die geringere Leckage zu spürbaren Kosteneinsparungen im laufenden Betrieb.
Fazit
Mit der ASi AirBox von IFM steht dem Maschinen- und Anlagenbau eine praxisgerechte Lösung zur Verfügung, um Druckluftinstallationen effizienter, flexibler und wirtschaftlicher zu gestalten. Die Kombination aus dezentraler Montage, einfacher Installation und Integration in das ASi-Netzwerk bietet sowohl bei Neuinstallationen als auch bei Nachrüstungen handfeste Vorteile. Die Reduzierung des Druckluftverbrauchs, schnellere Schaltzeiten sowie die Möglichkeit zur einfachen Erweiterung tragen dazu bei, die Betriebskosten nachhaltig zu senken und die Anlagenverfügbarkeit zu erhöhen.



















