
Laut einer Untersuchung von AMDT, einem Spezialisten für OT-Sicherheit, geben 94% der Organisationen an, sehr oder eher gut auf Cyber-Bedrohungen vorbereitet zu sein. Auf der anderen Seite berichten 75% der befragten Unternehmen, Malware-Angriffe auf ihre Operational-Technology-(OT)-Systeme erlebt zu haben, was jährlich Schäden von über 289Mrd.€ verursacht.
Wo liegen Verbesserungspotenziale?
65% der Unternehmen nennen Produktions- oder Betriebsverzögerungen als größte Herausforderung im Zusammenhang mit OT-Störungen in den letzten drei Jahren. Mittelständische Unternehmen berichten mit 85% über die höchsten Produktionsverzögerungen. Die Untersuchung zeigt unterschiedliche Bewusstseinsgrade auf verschiedenen Organisationsebenen – während 100% der Teamleiter operative Herausforderungen erkennen, teilen nur 40% der Abteilungsleiter dieses Bewusstsein, was Potenzial für eine verbesserte Kommunikation aufzeigt.
„Wir sehen eine Gelegenheit, die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Organisationsebenen zu stärken“, kommentiert David Petrikat, Chief Strategy and Communication Officer bei AMDT. „Durch die Verbesserung des Informationsflusses und des Bewusstseins auf allen Managementebenen können deutsche Hersteller OT-Schwachstellen besser adressieren und ihre Reputation für operative Exzellenz aufrechterhalten. Eine engere Zusammenarbeit zwischen technischen Teams und der Führungsebene wird den Organisationen helfen, die hohen Lieferstandards zu halten, für die die deutsche Industrie bekannt ist.“
Ein aktueller Blick auf die Sicherheitslandschaft
Die Cybersecurity-Bewertung zeigt sowohl Herausforderungen als auch laufende Verbesserungen auf: In der Intralogistik ist die Maximierung der Lagerkapazität entscheidend. Kompakte Sensoren spielen dabei eine Schlüsselrolle: Höchste Leistung in kompakter Bauform schafft mehr Platz für die Ware, denn die Technik macht sich klein. ‣ weiterlesen
Intralogistik: Neue Baumer ToF-Sensoren machen sich klein
- 75% der Organisationen haben Angriffe erlebt (80% bei großen Unternehmen)
- 38% der Unternehmen haben sich mit Datenlecks, Insider-Angriffen oder Angriffen auf die Lieferkette auseinandergesetzt
- 67% der mittelständischen Unternehmen geben an, Herausforderungen in der Lieferkettensicherheit erlebt zu haben
- 85% der C-Level-Executives zeigen sich zuversichtlich in Bezug auf die Vorbereitung, gegenüber 70% derjenigen, die direkt für OT-Systeme verantwortlich sind
Diese Daten deuten laut AMDT auf laufende Bemühungen zur Angleichung von strategischer und operativer Perspektive hin, wobei Organisationen daran arbeiten, Bewusstseinslücken auf verschiedenen Managementebenen zu schließen.
Regulatorische Rahmenbedingungen unterstützen Fortschritte
Laut Studie fördern neue regulatorische Anforderungen, einschließlich der NIS2-Richtlinie, positive Veränderungen im OT-Sicherheitsumfeld:
- 83% der Unternehmen berichten über den Bedarf an stärkerer IT-OT-Integration
- 80% sehen sich verstärkten Audits, Schulungen und Vorfallreaktionsprozessen gegenüber
- 78% erhöhen ihre Investitionen in OT-Cybersicherheit
„NIS2 und das EU Cyber Resilience Act bieten der deutschen Industrie klare Rahmenbedingungen zur Verbesserung der OT-Sicherheit“, beobachtet David Petrikat. „Unternehmen nutzen Compliance-Anforderungen als Chance, ihre Infrastruktur zu modernisieren und Best Practices umzusetzen. Vorausschauende Organisationen verbinden regulatorische Anforderungen mit ihren Zielen der digitalen Transformation und schaffen Synergien, die sowohl der Sicherheit als auch der operativen Effizienz zugutekommen.“
Investitionen in Zukunftstechnologien
Die deutsche Industrie investiert strategisch in Schlüsseltechnologien: Digitale Souveränität in der Automation: Fraunhofer IOSB-INA entwickelt einen KI-Assistenten für die SPS-Programmierung. ‣ weiterlesen
Automatisierung neu gedacht
- Predictive Analytics und präventive Wartung (83% planen Umsetzung)
- Erweiterte OT-Sicherheitsmaßnahmen (76% planen Umsetzung)
- Autonome Produktionslinien (75% planen Umsetzung)
Während sich 100% der befragten Vertreter aus der Unternehmensleitung für autonome Produktionslinien (100%) aussprechen, stimmen dem die Umsetzungsteams mit 63% zu. Laut den Studienverantwortlichen spiegelt dies den natürlichen Verlauf der Technologieeinführung und die sorgfältige Planung für eine erfolgreiche Implementierung wider.
Fortschritte in der OT-Sicherheit
Der Bericht deutet darauf hin, dass sich die deutsche Industrie auf eine Phase kontinuierlicher Fortschritte in der OT-Sicherheit vorbereitet. Nach Ansicht von AMDT werden Organisationen, die digitale Innovation mit umfassendem Risikomanagement und starker interner Kommunikation verbinden, nicht nur bei Digitalisierungsmaßnahmen führend sein, sondern auch in puncto Sicherheit herausragen.
„Deutsche Industrieunternehmen haben erhebliche Wachstums- und Innovationsmöglichkeiten“, sagt Petrikat. „Die Konvergenz von IT/OT, kombiniert mit Deutschlands bekannter Ingenieurskompetenz und den Dynamiken des globalen Marktes, schafft günstige Bedingungen für Fortschritt. Organisationen, die die Kommunikation auf allen Managementebenen erfolgreich verbessern und gleichzeitig operative Exzellenz bewahren, werden ihre Wettbewerbsposition stärken. Der Fokus liegt nun auf der durchdachten Umsetzung von Digitalisierungsstrategien, die die Stärken der deutschen Industrie nutzen.“
Der Bericht ist hier verfügbar.
Über die Studie: Die OT Security Report-Reihe bietet eine Analyse der Auswirkungen der digitalen Transformation auf die operative Stabilität, Cyberresilienz und Wettbewerbsfähigkeit in wichtigen Industriemärkten. Die von Statista durchgeführte Studie befragte 100 Teilnehmer aus deutschen Industrieunternehmen unterschiedlicher Größe im Rahmen einer umfassenderen Untersuchung mit 535 Befragten aus den USA, Deutschland und weiteren europäischen Ländern.



















