
Rund 430 angemeldete Mitgliedsfirmen, 29 Aussteller und mehr als 90 Vorträge, Roundtables und Workshops – mit diesen Zahlen bestätigte die Siemens PLM Connection 2026 der PLM Benutzergruppe e.V. erneut ihre Rolle als zentrale Anwenderkonferenz der deutschsprachigen PLM-Community. Am 23. und 24. Juni trafen sich Anwender, Entwickler und Dienstleister rund um Siemens Digital Industries Software im Lufthansa Konferenzzentrum Seeheim, um sich über aktuelle Entwicklungen im Product Lifecycle Management auszutauschen. Eröffnet wurde der Konferenztag mit einer Vorstellung der Fachbereiche durch die jeweiligen Fachbereichsleiter, bevor drei Keynotes den fachlichen Auftakt bildeten.

Den Anfang machten Thomas Schätti (Schätti Metallwarenfabrik) und Marcel Marquis (Mait Germany), die veranschaulichten wie Schweizer Präzisionsfertigung und Model Based Enterprise zusammenwirken. Am Beispiel der Espressomaschine Olympia Express Cremina machten sie deutlich, wie PLM-Lösungen als digitaler Faden Fertigung und Innovation verbinden – ein Praxisbeleg für die langjährige Partnerschaft zwischen Mait und Schätti. Anschließend ordnete Uwe Rechkemmer, Senior Sales Specialist Omniverse bei Nvidia anschaulich ein, wie unterschiedlich der Begriff künstliche Intelligenz in der Praxis verstanden wird – von generativen Assistenzsystemen bis zu simulationsgetriebenen, autonom agierenden Modellen – und machte deutlich, welche Bedeutung diese Differenzierung für den industriellen Einsatz hat.

Die dritte Keynote, ‚Wire Harness 4.0: Wenn der Engpass nicht die Fertigung ist, sondern die Daten‘, bestritt Manuel Werthner von Ames Wiring. Er beschrieb, wie CAD-, Elektrokonstruktions- und Fertigungsdaten in der Kabelbaumentwicklung häufig in getrennten Systemen liegen. Fehlt die digitale Kontinuität, führen späte Designänderungen zu Fehlern, Ineffizienz und Zeitverlust. Durchgängige PLM- und CAD-Konzepte – etwa der automatisierte Übergang von der Elektrokonstruktion mit Siemens Capital in die Fertigungswerkzeuge – reduzieren den manuellen Datentransfer spürbar und beschleunigen die Markteinführung.

Neben den Keynotes setzte die Konferenz auch auf praktische Vertiefung: In kompakten 40-minütigen Slots liefen jeweils bis zu elf Hands-on-Workshops der verschiedenen Fachbereiche parallel. Von Teamcenter über CAD und Simulation bis hin zu ECAD und MBD konnten Teilnehmer so gezielt jene Themen vertiefen, die für ihren Arbeitsalltag am relevantesten sind – ein Format, das den direkten Austausch ‚von Anwendern für Anwender‘ praktisch erlebbar machte und gleichzeitig die thematische Breite der Konferenz unterstrich. Der zweite Konferenztag setzte die fachliche Tiefe mit weiteren Anwenderberichten und Roundtables fort. Klar wurde: künstliche Intelligenz ist auf der PLM Connection längst kein Zukunftsthema mehr, sondern fester Bestandteil realer Projekte – von der Konstruktion bis zur Fertigung.
















