
Mit dem Projekt Engage-KI starten It’s OWL und Fraunhofer IEM eine Leistungsoffensive für den Ingenieursalltag. Unternehmen sollen bis Ende 2026 testen, welche KI-Anwendungen in Produktentwicklung, Konstruktion und Engineering verlässlich helfen. Engage-KI steht für „Leistungsoffensive für KI im Ingenieursalltag des Mittelstands“. Das Projekt knüpft an bestehende KI- und Engineering-Angebote im It’s OWL Netzwerk an, geht aber einen Schritt weiter. In drei- bis viermonatigen KI-Sprints sollen Unternehmen eigene Engineering-Herausforderungen einbringen und bearbeiten. Daraus entstehen Proofs-of-Concept, Demonstratoren und Lösungsbausteine, die auch anderen Betrieben Orientierung geben können. Engage-KI untersucht auch, welche technische Grundlage industrielle KI braucht. Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts ist physische KI. In einer Robotikzelle sollen Unternehmen erproben können, wie humanoide Roboter und KI-Systeme für konkrete Aufgaben befähigt werden. Dabei geht es nicht um Roboter als Showeffekt. Entscheidend ist, welche Aufgabe sich eignet, welche Daten dafür nötig sind, wie Mensch und KI sicher zusammenarbeiten und an welcher Stelle tatsächlich Entlastung entsteht. Damit die Ergebnisse nicht im Projekt bleiben, bindet It’s OWL Unternehmen über Arbeitsgruppen, Experimentierformate, Veranstaltungen und digitale Austauschformate ein. Auch die It’s OWL Weiterbildungsplattform Next Learning Hub soll genutzt werden, um Beschäftigte für neue KI-Anwendungen im Engineering zu qualifizieren. So soll aus dem Projekt nicht nur eine Sammlung einzelner Demonstratoren entstehen, sondern ein Angebot für Unternehmen, die eigene KI-Kompetenz aufbauen und ihre Entwicklungsprozesse Schritt für Schritt verändern wollen.
„Der entscheidende Wettbewerb in der Industrie geht nicht darum, wer den besten Chatbot nutzt. Entscheidend ist, wer KI in die Entwicklung von Maschinen, Anlagen und technischen Systemen bringt. Wenn der deutsche Mittelstand dort nur Anwender fremder Systeme bleibt, verliert er Einfluss auf einen zentralen Teil seiner Wertschöpfung“, sagt Prof. Dr. Roman Dumitrescu, Geschäftsführer von It’s OWL und Direktor am Fraunhofer IEM.
„Der Mittelstand braucht jetzt keine weiteren KI-Schaufenster. Er braucht Antworten auf die Frage, welche Anwendungen im Engineering wirklich funktionieren, welche Daten und Schnittstellen dafür nötig sind und wie Beschäftigte damit arbeiten können. Genau dafür ist unser neues Projekt Engage-KI da“, sagt Günter Korder, Geschäftsführer von It’s OWL.
„Die nächste Produktivitätsfrage der Industrie entscheidet sich nicht erst in der Fabrikhalle. Sie entscheidet sich früher: im Engineering. Wer schneller entwickelt, simuliert, prüft und absichert, gewinnt Zeit, Qualität und Innovationskraft. Für OWL ist das eine Kernfrage, weil unsere Stärke genau dort liegt, wo komplexe technische Systeme entstehen“, sagt Dumitrescu.
















