Zur aktuellen Situation sagte Ake Lindqvist, IFR Präsident: \“Das ist der Beginn einer Erholung, die bis 2013 wieder zu jährlichen, weltweiten Verkäufen von annährend 100.000 Industrierobotern führen kann, und damit wieder näher an das Niveau von 2008 kommt, einem der erfolgreichsten Jahre der Robotikindustrie.\“ 2009 – ein verlorenes Jahr Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hat die Robotikindustrie 2009 hart getroffen. In allen Regionen stürzten die Roboterverkäufe im Vergleich zu 2008 zwischen 41 und 48% ein. Besonders die drei größten Robotermärkte seien stark betroffen gewesen. Japan verzeichnete ein Minus von 57% im Vergleich zu 2008. Rund 14.000 Industrieroboter wurden verkauft, weniger als die Hälfte der durchschnittlichen Jahresverkäufe zwischen 2005 und 2008 (etwa 37.000). Deutschland und Nordamerika fielen um 44 bzw. 48%. Selbst die Wachstumsmärkte für Robotik gingen zurück. China, der am schnellsten wachsende Markt bis 2008, kaufte 31% weniger Roboter als 2008. Auch die Roboterlieferungen in die ASEAN-Staaten, nach Indien, Brasilien, Mittel- und Osteuropa und Brasilien verzeichneten ein Minus. Der Trend zur Automatisierung war weltweit unterbrochen. Die Autohersteller konsolidierten ihre Fertigungskapazitäten und restrukturierten ihr Geschäft. Das wirkte sich auch heftig auf die Autozulieferer aus. Die Gummi- und Kunststoffindustrie, die Elektro-/Elektronikindustrie sowie die Metallindustrie und der Maschinenbau reduzierten ihre Investitionen in Robotik dramatisch. Die Roboterverkäufe in diesen Hauptkundenbranchen brachen um mehr als 50% ein. Auch Branchen, die von der Krise kaum betroffen waren, investierten nur vorsichtig. Die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie bestellte 12% weniger Industrieroboter, die Pharma- und Kosmetikindustrie 6% weniger. Potenzial für Industrieroboter Die IFR hat im Auftrag der Messe München eine Studie zum weltweiten Automationspotenzial durchgeführt. Die Anzahl der Roboter pro 10.000 Beschäftigte im Einsatz in verschiedenen Branchen und Ländern wurde ausgewertet, also die Roboterdichte. Die Ergebnisse zeigen ein großes Potenzial für Industrieroboter, besonders in wachsenden Branchen wie der Pharma- und Kosmetikindustrie, der Medizintechnik sowie der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie. Auch in der Metall- und Solarindustrie ist der Robotereinsatz noch weit entfernt von dem in der Automobilindustrie. Der Wettbewerb der Automobilindustrie führe jedoch zu neuen Investitionen in Produktionsanlagen in diesen Märkten. Andere Branchen folgen ebenfalls. Der Automationsgrad sei in Nordamerika noch verhältnismäßig niedrig und müsse sich durch Investitionen in die Robotik anpassen. Unternehmen in Hochlohn- und in Niedriglohnländern müssen Kosten reduzieren und eine hohe Qualität garantieren, um auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Nahe Osten wird ein neuer Markt für die Automation.
Robotikindustrie zurück auf dem Wachstumspfad
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