Datendurchgängigkeit beschleunigt Prozess Elektro-Engineering standardisiert

Abwasserbehandlungsanlagen für Bahrain und Saudi-Arabien, Bauxit-Förderanlagen für Surinam, verkettete Produktionsanlagen in der Nahrungsmittelindustrie, Bodengefrieranlagen für den Tunnelvortrieb: Die Spangler GmbH kann auf zahlreiche internationale Referenzprojekte verweisen. Das 1981 gegründete Unternehmen in Töging an der Altmühl hat sich seit 1987 auf die Entwicklung und den Bau der Automatisierungstechnik von komplexen Anlagen spezialisiert und ist damit außerordentlich erfolgreich. Kontinuierliches Wachstum erfordert veränderte Prozesse Spangler arbeitet mit führenden Anlagenbauern zusammen und kann dabei auch auf umfassendes anwendungstechnisches Know-how zurückgreifen. Die Strategie der Spezialisierung auf anspruchsvolle Aufgaben hatte ein gesundes Wachstum zur Folge. Deshalb wurde 2008 für die inzwischen rund 100 Mitarbeiter ein neues Verwaltungsgebäude errichtet. Derzeit wird die Fertigung umgebaut, denn auch hier müssen die Räumlichkeiten mit dem wachsenden Auftragsvolumen Schritt halten. Aus demselben Grund entschloss sich die Geschäftsführung vor rund zwei Jahren, ein neues CAE-System zu implementieren. Helmut Graspointner, der zusammen mit Hannelore Spangler das Unternehmen leitet: \“Die Anlagen, die wir planen und bauen, werden immer komplexer. Auch der Anteil der internationalen Kunden steigt: Rund 50% der von uns geplanten Anlagen werden im Ausland installiert. Zudem haben wir eine Größe erreicht, bei der die Standardisierung der Prozesse auf der Agenda steht, um Durchlaufzeiten zu verkürzen und das Wissen der einzelnen Konstrukteure unternehmensweit nutzbar zu machen.\“ Ideale Kombination für den Schaltschrankbau Spangler fand in Eplan Electric P8 in Kombination mit Eplan Cabinet die für sich passende Lösung. Helmut Graspointner: \“Wir waren überzeugt, dass unsere Ideen mit der Eplan-Plattform einfach besser und schneller umgesetzt werden können.\“ Die Einführung von Eplan Electric P8 schaffte dann die Voraussetzung für eine weitestgehend automatisierte Elektrokonstruktion. Zum Beispiel erleichtert eine umfassende Bibliothek von Komponenten den Konstrukteuren die Arbeit, und auf Knopfdruck stehen die gewünschten Auswertungen wie z.B. Stücklisten zur Verfügung. Spangler schätzt besonders die vielfältigen, individuell anpassbaren Auswertfunktionen der Listen ebenso wie die Tatsache, dass das System \’mitdenkt\‘ und den Konstrukteur auf Fehler oder Inkonsistenzen hinweist. Das gilt nicht nur für die Elektrokonstruktion, sondern auch für den Schaltschrankbau. Dieser wird professionell mit Eplan Cabinet, das auf derselben zentralen Artikeldatenbank arbeitet, geplant. Ein dreidimensionales Schaltschrank-Layout, das die optimale Platzierung der Bauteile ermöglicht, ist das Ergebnis. Implementierung gründlich geplant Bevor man diese Vorteile nutzen konnte, wurde jedoch die Implementierung gut geplant. Typisch für das Unternehmen ist, dass es auch junge Mitarbeiter mit solch verantwortungsvollen Aufgaben betraut. Rainer Meier hatte 1999 bei Spangler seine Berufslaufbahn begonnen, später die stellvertretende Montageleitung übernommen und dann die Meisterschule besucht. Nach seiner Rückkehr in den Betrieb übernahm er die Aufgabe, die Anforderungen an ein neues, zukunftsorientiertes E-CAD-System zu definieren. Dabei wurde er von Johann Weiher unterstützt, der 2004 ins Unternehmen eintrat, zunächst eine Ausbildung zum Elektroniker absolviert hatte und als Administrator die technische IT betreut. Die beiden Projektverantwortlichen absolvierten zunächst Basisschulungen bei Eplan und erarbeiteten einen Stufenplan, der sich über einen Zeitraum von einem Jahr erstreckte. 13 Konstruktions-Arbeitsplätze wurden zunächst mit Eplan Electric P8 ausgerüstet, ein weiterer mit Eplan Cabinet. Erste Testprojekte wurden gestartet. Eine wesentliche Aufgabe in der Anfangsphase war die Definition der Schnittstellen von Eplan zu anderen IT-Lösungen. Rainer Meier: \“Unser Ziel war es, die Datenbasis zu zentralisieren und Insellösungen zu vermeiden.\“ Auf der kaufmännischen Seite erstellte man zusammen mit dem Eplan-Consulting eine Anbindung an das ERP-System KWP. \“Dabei hat uns das Eplan Consulting sehr gut unterstützt.\“ Grundlegende Anpassung der Daten- und Dokumentstruktur Damit die Elektrokonstrukteure bei Spangler die Vorteile des durchgängigen Elektro-Engineering nutzen können, erstellten die Konstrukteure eine neue, zukunftsgerichtete Struktur für die Artikelstammdaten. Auch Formulare und Übersetzungen wurden an die individuellen Anforderungen von Spangler angepasst. Ein zentraler Aspekt war die Strukturierung der Makros. Rainer Meier: \“Da es unser Ziel war, eine kundenübergreifende Standardisierung zu erreichen, haben wir kleine Makros gewählt, die vielseitig verwendet werden können. In einigen Fällen haben wir auch kundenspezifische Makros hinterlegt.\“ Diese modulare Konstruktion erhöht die Effizienz im Prozess. Durchgängig bis in die Fertigung Auch die SPS-Programmierung nutzt die Zuordnungslisten von Eplan Electric P8 als Ausgangspunkt. Der CNC-Automat für die mechanische Gehäusebearbeitung wird direkt über Eplan Cabinet gesteuert. Außerdem profitiert man im Schaltschrankbau von der Schnittstelle zu RiCAD-3D von Rittal: Mit dieser Kombination lassen sich reale 3D-Ansichten der geplanten Schaltschränke erzeugen. Neben der Durchgängigkeit war auch die Transparenz ein wichtiges Ziel der Projektverantwortlichen. Nahezu jeder Mitarbeiter kann die Viewing-Funktion nutzen und PDF-Dokumente einsehen. Die mit Eplan erstellte Dokumentation der Anlagen wird auf einem FTP-Server abgelegt und ist dort auch für Kunden einsehbar. Johann Weiher: \“Wir haben in der Vorbereitungsphase großen Aufwand betrieben. Aber die Konstrukteure bestätigen immer wieder, dass sich dieser Aufwand gelohnt hat. Sie sparen Zeit, weil viele Wiederholaufgaben automatisiert wurden. Hinzu kommt, dass alle Daten durchgängig von Engineering bis Fertigung \’durchgereicht\‘ werden.\“ Auch die Administratoren sehen Zeitvorteile. Rainer Meier: \“Die Software-Pflege hat sich stark vereinfacht, weil wir Updates jetzt zentral einpflegen können.\“ Von ERP bis CAM: Integrierte IT-Landschaft