Die zuverlässige und schonende Sterilisation von Flüssigkeiten ist in der Pharma- und Biotech-Industrie von großer Bedeutung. In Forschung und Entwicklung, bei der Produktion von sterilen Gütern und nicht zuletzt bei der Behandlung von parenteralen Lösungen in der Krankenhausapotheke ist die schnelle sterile Aufbereitung ein wichtiger Faktor für den Erfolg jedes Unternehmens. Die Münchener Medizin Mechanik (MMM) ist bereits seit 1954 im Dienst der Gesundheit tätig. Mit einem Produkt- und Dienstleistungsangebot rund um Sterilisations- und Desinfektionsanlagen für Krankenhäuser, wissenschaftliche Institute, Labors und die Pharma-Industrie hat sich das Unternehmen als entscheidender Qualitäts- und Innovationsträger im deutschen und im internationalen Markt positioniert. Bei seinem neuen Gerät \’Fluipharm, der Regenmache\‘, einem System zur Sterilisation von pharmazeutischen Gütern nach dem Heißwasserberieselungsverfahren (HWBV), setzt nun MMM auf Simatic – Steuerungstechnik von Siemens. \“Dies bringt uns insbesondere bei den Endkunden in der Pharma-Industrie in Deutschland als auch im internationalen Markt hohe Akzeptanz\“, so Gerald Göllner, Leiter Technik bei MMM. Aber auch im Engineering fand man mit Simatic Step7 und Simatic WinCC flexible effiziente Programmier- und Projektierwerkzeuge, die Flexibilität mit sich bringen und mit denen Änderungen aufgrund von Kundenwünschen schnell realisiert werden können. Die Steuerungsfunktionen werden von MMM überwiegend programmiert in SCL (System Control Language, Pascal-orientierte Hochsprache). Damit lassen sich selbst komplexe Anwendungen schnell und effizient erstellen. Für Diagnosezwecke können darin entsprechende Haltepunkte gesetzt werden, um das Anwenderprogramm genau analysieren zu können. Starkes Human Machine Interface für intuitive Bedienung Das verwendete Multi Panel MP277 von Siemens mit Touch Screen und einem 10\“-Farbdisplay ermöglicht die Bedienung sämtlicher kundenspezifischer Anwendungen. Dies gilt insbesondere für das passwortgeschützte Datenmanagement oder die parametergesteuerte freie Programmierbarkeit der Verfahren. Somit sind alle relevanten Prozessinformationen wie aktuelle Chargeninformationen, Gerätestatus, Verfahrenschritt, Restlaufzeit, Klartextmeldungen bei Störungen und Sollwertabweichungen etc. auf einem Blick zu erkennen. Für die Beschreibung der Bedienermasken, Grafiken und Diagramme bietet Simatic WinCC flexible eine Fülle von Funktionen standardmäßig mit an. Sollten darüber hinaus noch weitere Funktionen benötigt werden, können diese schnell über Skripte eingebunden werden. Robuste Hardware als Basis für embedded Automation Das Multi Panel hat keine rotierenden Teile wie Lüfter oder Festplatte und ist damit bestens geeignet, in rauer industrieller Umgebung neben der Grundaufgabe Visualisieren auch noch weitere Funktionen auszuführen. So wird die Steuerungsfunktionalität über die Software-SPS Simatic WinAC MP realisiert. Die Peripherie wird hierbei dezentral angebunden, d.h. die Signale werden vor Ort eingesammelt. Damit kann die Peripherie problemlos und platzsparend in die Maschine integriert werden. Der Schaltschrank bleibt kompakt und benötigt wenig Platz. Die Software-SPS beinhaltet auch einen permanenten Datenbereich, bei dem die Daten wie Benutzer- und Parameterdaten oder der Audit-Trail auch bei einem plötzlichen Spannungsausfall erhalten bleiben (nullspannungssicher). \’Ready for Validation\‘ z.B. für die Pharma-Industrie Eine Rückverfolgbarkeit und einfache Validierung werden in vielen \’Anlagen\‘ gefordert. Die Option WinCC flexible/Audit deckt wesentliche Anforderungen nach Good Manufacturing Practice (GMP) und Forderungen der Food and Drug Administration (FDA) für validierpflichtige Anwendungen nach der Richtlinie 21 Teil 11 des Code of Federal Regulations ab (Title 21 CFR Part 11). Dies betrifft Anwendungen in der pharmazeutischen Industrie, der Wirkstoffherstellung und der Arzneimittelfertigung, Kosmetikindustrie und in der Feinchemie, sofern sie in die Verfahrensketten mit der Pharma-Branche eingebunden sind oder Vorprodukte vermarkten. Dies war ein wichtiger Punkt bei der Entscheidung von MMM für das Siemens-Automatisierungssystem, denn mit dieser Audit-Option wird der Engineering- und Validierungsaufwand erheblich reduziert. Eine weitere wichtige Forderung der FDA ist die sichere Zugriffskontrolle inklusive elektronischer Unterschrift, damit nur autorisierte Personen Zugriff im Rahmen ihrer Verantwortung am Bediengerät haben. Jeder Benutzer wird dabei einer Benutzergruppe mit definierten Funktionsrechten zugeordnet. So wird verhindert, dass nicht autorisierte Benutzer beispielsweise unerlaubt Parameter verändern oder Prozessschritte starten können. Alle Bedienhandlungen innerhalb der Anlage müssen eindeutig Personen zugeordnet werden können. Daher werden die Login- und Logout-Prozesse mit Zeitstempel protokolliert. Die Zwei-Komponenten-Autorisierung mit Benutzer-ID und Passwort, die Passwortalterung (damit die Passwörter regelmäßig erneuert werden), das Sperren von Benutzern durch den Administrator und das automatische Logout bei längerer Inaktivität des Benutzers sind weitere Systemfunktionen, die für hohe Qualitätsstandards in der Produktion sorgen und die Validierung vereinfachen. Bedienaktionen wie die Eingabe von Parametern, das Starten von Programmen oder das Sichern und Laden von ganzen Parametersätzen können mit der zusätzlichen Abfrage einer elektronischen Unterschrift und einem Kommentar ergänzt werden, was natürlich automatisch im Audit Trail protokolliert wird. Die Eingaben von Parametern werden erst bei erfolgreicher Überprüfung der prozessrelevanten Sollwertgrenzen übernommen (gelogged). Aufzeichnung von Bedienhandlungen in Audit Trails Im Prozessbetrieb werden alle (GMP-) relevanten Änderungen von Variablen und beliebige Bedienhandlungen als Audit Trails in einer CSV-Datei (comma separated value) aufgezeichnet. Solche Bedienhandlungen können beispielsweise das Starten von Programmen oder eine Meldungsquittierung, aber auch Meldungen der Benutzerverwaltung wie das Anmelden und Abmelden eines Benutzers sein. Die registrierten Audit Trails können über einen Viewer visualisiert werden. Dann ist ersichtlich, wer wann was bedient hat – und das mit wenig Projektierungsaufwand. Zusätzlich wird über ein Checksummen-Verfahren kontrolliert, dass die Daten im Audit Trail frei von Manipulationen sind. So funktioniert das Heißwasserberieselungsverfahren Zunächst wird die Kammer bis zu einem vorgegeben Niveau mit dem Sterilisierungswasser gefüllt. Dieses strömt dann am dampfbeheizten Wärmetauscher vorbei und berieselt das Sterilisierungsgut mit stetig zunehmender Temperatur. Aufgrund des effizienten Wärmeübergangs wird das Gut schnell und schonend aufgeheizt. Durch einen hohen Umwälzvolumenstrom und das an der Kammerdecke befindliche Lochblech wird eine große Berieselungsdichte und eine gleichmäßige Verteilung über das gesamte Sterilisierungsgut erreicht. Ein mit steriler Druckluft erzeugter, temperaturgeregelter Stützdruck sorgt während des gesamten Verfahrensablaufes für ein produktschonendes Stützdruckpolster, das ein Bersten oder Verformen der geschlossenen Behältnisse verhindert. In der anschließenden Kühlphase strömt das Sterilisierwasser am nun wassergekühlten Wärmetauscher vorbei und kühlt das Sterilgut mit kontinuierlich abnehmender Temperatur, bis die vorgegebene Rückkühltemperatur im Gut erreicht wird. Das sterile Produkt kann nun entnommen werden. Der Sterilisator Fluipharm mit dem Heißwasserberieselungsverfahren ist auf die Sterilisation geschlossener Lösungen spezialisiert. Das Verfahren hat gegenüber dem Dampf-Luftgemisch-Verfahren den Vorteil geringerer Aufheiz- und Kühlzeiten und eine bessere Eignung für thermolabile Güter. Aufgrund kürzerer Chargenzeiten ergibt sich ein optimaler Durchsatz und damit eine kostengünstige Produktion. Das Verfahren ist bei der Sterilisation von Flüssigkeiten in geschlossenen Behältnissen schnell und zuverlässig. Doch der Fluipharm kann noch mehr: Mit der entsprechenden Geräteausstattung können auch feste und poröse Güter mit Vakuumprogrammen sterilisiert werden. (Produktschrift Fluipharm von MMM)
Embedded Automation erzeugt mehr als nur heißen Dampf
-
Ulrich Leidecker in engeren ZVEI-Vorstand gewählt
Mit der Wahl auf der Mitgliederversammlung des ZVEI e.V., dem Verband der Elektro- und Digitalindustrie, am 21. Mai wirkt Ulrich Leidecker, COO von Phoenix Contact, jetzt im engeren…
-
Mehr Speed mit IO-Link: 5 Praxistipps für Ingenieure
Wie Anwender das volle Potenzial smarter Sensoren ausschöpfen
IO-Link hat deutlich mehr zu bieten als die bekannten Vorzüge. Dieser Fachartikel zeigt mit Beispielen aus der Praxis, wie Anwender sämtliche Vorteile der digitalen Schnittstelle nutzen. Das funktioniert…
-
Wirtschaftsleistung um 0,3% höher als im Vorquartal
Das Bruttoinlandsprodukt ist im 1. Quartal 2026 gegenüber dem 4. Quartal 2025 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 0,3% gestiegen.
-
Produktion im April: +0,4% zum Vormonat
Die reale (preisbereinigte) Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im April gegenüber März saison- und kalenderbereinigt um 0,4% gestiegen.
-
Stromerzeugung im 1. Quartal mehrheitlich aus erneuerbaren Quellen
Im 1. Quartal wurden in Deutschland 126,6 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert und in das Stromnetz eingespeist.
-
Anzeige
Mehr Speed mit IO-Link: 5 Praxistipps für IngenieureWie Anwender das volle Potenzial smarter Sensoren ausschöpfen
IO-Link hat deutlich mehr zu bieten als die bekannten Vorzüge. Dieser Fachartikel zeigt…
-
Deutsche Elektro- und Digitalindustrie: Erneutes Auftragsplus dank starker Auslandsnachfrage
Im April sind die wertmäßigen Auftragseingänge in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie laut…
-
Studie von Fluke: Digitale Reife deutscher Hersteller stagniert
Die Fluke Corporation hat Ergebnisse einer neuen Untersuchung zur digitalen Reife der Instandhaltung…
-
Dezentrale Sicherheitsrelais in IP65
Weiterentwicklung in vollem Gange
Mit der Tethys IP65-Familie positioniert sich Zander Aachen als Brückenbauer zwischen bewährter, klassischer…
-
EBM-Papst eröffnet neuen Hightech-Standort in Rumänien
Am 2. Juni hat EBM-Papst einen neuen Standort im rumänischen Oradea offiziell eröffnet.
-
Ziehl-Abegg trauert um langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden
Ziehl-Abegg trauert um Uwe Ziehl. Der Unternehmer und langjährige Aufsichtsratsvorsitzende ist am 6.…
-
Importpreise im April: +5,3% gegenüber April 2025
Die Importpreise waren im April 2026 um 5,3% höher als im April 2025.
-
Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe im April: -3,8% zum Vormonat
Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen…
-
Neuer CEO bei Siemens Electrical Products
Siemens hat Markus Grabmeier mit Wirkung zum 1. Juni zum neuen CEO der…
-
Kontron präsentiert das High-End-3U-VPX-Board VX30101
Kontron hat das neue Kontron VX30101 angekündigt. Dieses 3U-VPX-High-End-Computing-Board der nächsten Generation wurde…
-
Neue Axia-Antriebsfamilie bei Bonfiglioli
Bonfiglioli hat die neue Axia-Antriebsfamilie, bestehend aus AxiaVert und AxiaAgile, vorgestellt. AxiaVert wurde…
-
Von der OT-Risikobewertung bis zum operativen Schutz
TXOne Networks stellt die Sennin-Produktfamilie vor.
-
Nach Land aufgeschlüsselte Elektroexporte im März
Die Exporte der deutschen Elektro- und Digitalindustrie sind im März erneut gestiegen.
-
Erfolgreiche Österreich-Premiere
Ausstellerstarke All About Automation in Wels
Die erste Ausgabe der Messereihe All About Automation in Österreich war mit 268…
-
Neue Vorstandsvorsitzende der ABB in Deutschland
Der ABB-Aufsichtsrat hat Rosa Meckseper (Bild) zur neuen Vorstandsvorsitzenden der ABB AG bestellt.
-
Elektroexporte: Deutlicher Anstieg im ersten Quartal um 10,3%
Die Exporte der deutschen Elektro- und Digitalindustrie sind im März erneut gestiegen: Mit…
-
Wie ein Copilot die Wartung von S5- und S7-Steuerungen vereinfacht
KI für Bestandsanlagen
In vielen Fabriken laufen ältere Maschinen mit S5- oder klassischen S7-Steuerungen nach wie…
-
Auftragseingang im Maschinen- und Anlagenbau im Inland schwach
Für den Maschinen- und Anlagenbau aus Deutschland war der April ein Monat mit…
-
Strukturwandel im Mittelstand: Industriesektor schrumpft
Der deutsche Mittelstand hat sich in den Jahren seit 2010 tiefgreifend verändert.
das könnte sie auch interessieren
-
Künstliche Intelligenz
KI-Agent unterstützt weltweiten technischen Service
-
Zentrale Überwachung von Profibus- und Profinet-Netzwerken in einer einzigen Anwendung
Monitoringlösung unterstützt jetzt auch Profinet
-
















