Die Vorteile einer Fernwartungs-Lösung liegen auf der Hand: Die Anlagen werden von erfahrenen Spezialisten des Herstellers fortlaufend überwacht und gewartet, ohne dass diese vor Ort sein müssen. Sollte trotz regelmäßiger Pflege eine Störung auftreten, können die Spezialisten via Wartungsverbindung zugreifen und die meisten Probleme umgehend lösen. Die erforderliche IT-Technologie ist ausgereift, schnelle Datenleitungen nahezu überall kostengünstig vorhanden. Fernwartungs-Lösungen sparen somit Zeit und Geld – davon profitieren sowohl der Wartungs-Dienstleister als auch der Anlagen-Anwender. Aus diesem Grund werden immer mehr Fernwartungs-Lösungen in der Industrie, dem Gesundheitswesen und anderen Bereichen eingesetzt. Fernwartung mit Nebenwirkungen Diese Vorteile sind überzeugend, der zunehmende Einsatz von Fernwartungs-Lösungen ist aber mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden. Denn die Anlagen, die betreut werden sollen, sind bei den Anwendern in die lokalen Netze (LAN) eingebunden. Für den Fernzugriff muss dem Dienstleister also ein Zugang in das LAN des Anwenders eingeräumt werden. Damit ist direkt der sensible Bereich der IT-Sicherheit bei der Anwenderfirma betroffen. Hier muss sichergestellt werden, dass über den Wartungszugang tatsächlich nur der Dienstleister in das LAN gelangt und keine unbefugten Dritten. Als weitere Sicherheitsstufe sollte der externe Zugriff auf das betreute Objekt begrenzt sein. Denn viele Unternehmen betreiben im Produktionsbereich ein flaches Netz, an das alle Systeme angebunden werden. Wer einmal Zugang erlangt hat, kann somit ungehindert im gesamten Kunden-LAN \’herumsurfen\‘. So konnte z. B. zuletzt der Schadcode Stuxnet innerhalb kurzer Zeit eine große Anzahl von Steuerungssystemen für Maschinenanlagen infizieren. Vielfalt an Lösungen erschwert Absicherung Je mehr Wartungszugänge in ein LAN geführt werden, desto schwieriger ist die Absicherung. Denn es werden eine Vielzahl von Fernwartungs-Lösungen verwendet, die über unterschiedliche Wege eine Verbindung zur betreuten Anlage aufbauen: über Modem, ISDN, DSL oder Internet sowie mit verschiedenen VPN-Standards (Virtual Private Network) zur verschlüsselten Datenübertragung. Industrieunternehmen mit größeren Maschinenparks verfügen zumeist über ein gewachsenes Konglomerat solcher Lösungen. Für dieses Sammelsurium unterschiedlicher Lösungen müssen auf der Firewall wiederum eine Vielzahl an Ports freigeschaltet werden. Manchmal wird die Firewall sogar umgangen und die Verbindung direkt an die betreute Anlage im LAN gelegt. Mit jedem offenen Port und besonders natürlich durch die Umgehung der Firewall steigt die Gefährdung durch unberechtigte Zugriffe, Hacker-Attacken und Viren, die ganze Produktionsstraßen lahm legen können. Zu regelrechten Löchern werden diese Schwachstellen, wenn bei der Administration der diversen Zugänge Fehler unterlaufen oder die regelmäßige Pflege aufgrund des hohen Aufwands vernachlässigt wird. Dies kann schnell passieren, da jedes Fernwartungs-System andere Anforderungen stellt und einzeln betreut werden muss. Viele Wege führen zum Kunden Am anderen Ende der Verbindung stehen die Wartungs-Dienstleister zumeist vor ähnlichen Problemen: Auch hier ist ein vielfältiges Portfolio an Fernwartungs-Systemen gewachsen, das umständlich zu bedienen ist und großen Aufwand bei der Administration erfordert. \“Mit welcher Software und welchem Modem ist die Anlage beim Kunden XY zu erreichen\“, ist eine häufig gestellte Frage in Service Centern. Auch für den Dienstleister ist es wichtig, dass sein Zugang in das Kundennetz zuverlässig gesichert ist. Denn sollte sich herausstellen, dass über diesen Weg beispielsweise ein Virus in das Netz gelangt ist und Schäden angerichtet hat, würde sich dies mit Sicherheit auf die weitere Beziehung zu dem Kunden auswirken. Beide Seiten – Anwender und Dienstleister – haben somit ein großes Interesse an einer Fernwartungs-Lösung, die diese Kriterien erfüllt: – Einfache Bedienung – Komfortable Administration – Hochwertige IT-Sicherheit – Flexible Einsatzmöglichkeiten Sichere Lösung für alle Zugriffe: Rendezvous in der DMZ Zur Fernwartung von Maschinenanlagen in sensiblen Produktionsbereichen bietet das deutsche IT-Sicherheitsunternehmen GeNUA eine Lösung, in dessen Mittelpunkt ein Rendezvous-Server steht. Das Konzept: Es werden keine einseitigen Wartungszugriffe von Herstellern in das Netz des Industrieunternehmens zugelassen. Stattdessen führen alle Fernwartungs-Zugriffe auf einen Rendezvous-Server, der in einem speziellen Bereich neben der Firewall, der so genannten demilitarisierten Zone (DMZ), installiert ist. Hierhin kommt das Industrieunternehmen dem Hersteller mit einer Verbindung von innen aus dem Produktionsbereich entgegen. Erst wenn es auf dieser zentralen Wartungsplattform zum Rendezvous kommt, kann der Hersteller die jetzt durchgängige Verbindung zum Zugriff auf die betreute Anlage nutzen. Der Rendezvous-Server kann sowohl in der DMZ des Dienstleisters oder auch des Kunden eingerichtet werden. Da der Kunde zu einem verabredeten Zeitpunkt selbst aktiv werden muss, hat er stets den Überblick, wer wann in seinem Netz unterwegs ist. VPN-Verfahren SSH verhindert Verbreitung von Schadcode Die Verbindungen zu dem Rendezvous-Server werden mit dem VPN-Verfahren (Virtual Private Network) SSH aufgebaut, das starke Verschlüsselungs- und Authentifizierungs-Methoden bietet. So kann die Datenkommunikation nicht abgehört werden, und nur berechtigte Teilnehmer erhalten Zugang zur Wartungsplattform in der DMZ. Das Protokoll SSH unterscheidet sich zudem in einem wesentlichen Punkt vom dem VPN-Verfahren IPsec, das andere Herstellern häufig zum Aufbau von Fernwartungs-Verbindungen verwenden: IPsec erzeugt immer eine vollständige Koppelung zwischen den verbundenen Netzen. Sollte ein Rechner in einem Netz mit Schadcode infiziert sein, kann er in allen via IPsec angebundenen Netzwerken ungeschützte Systeme befallen und sich rasant ausbreiten. Mit SSH werden dagegen nur die tatsächlich notwendigen Verbindungen zwischen einzelnen Rechnern erzeugt, so dass Schadcode keine schnellen Verbreitungswege findet. Kein Weiterkommen: Firewall isoliert Wartungsbereich Bei der Lösung von GeNUA sorgt im Produktionsbereich zusätzlich die Fernwartungs-Appliance GeNUBox für Sicherheit. Sie wird an der per Fernzugriff betreuten Anlage installiert und separiert mit einer Firewall-Funktion den Wartungsbereich vom den anderen Systemen in diesem Netzbereich. So führt die SSH-Verbindung ausschließlich zum Wartungsobjekt – Zugriffe auf andere Systeme im Netz der Produktionsabteilung sind nicht möglich. Selbst wenn Schadcode bis hierhin vordringen sollte, kann er von dieser isolierten Anlage aus keine weiteren Systeme infizieren. Über den Rendezvous-Server können beliebig viele Fernwartungs-Verbindungen zusammengeführt werden. Da Bedienung und Administration über einheitliche Oberflächen erfolgen, kann mit geringem Aufwand ein sicheres Fernwartungs-System mit vielen Teilnehmer aufgebaut und betrieben werden. Um neue Teilnehmer in die Lösung einzubinden, wird an der jeweiligen Gegenstelle lediglich eine Fernwartungs-Appliance installiert. Zahlreiche große Maschinenbau-Unternehmen wie der Motorenhersteller MAN Diesel und der Druckmaschinen-Spezialist manroland nutzen diese komfortable Lösung von GeNUA, um ihre weltweit installierten Anlagen per Fernzugriff zu betreuen und ihren Kunden somit guten Service zu bieten.
Verabredung in der DMZ Sichere Fernwartung über zentralen Rendezvous-Server
-
Erfolgreiches Omlox-Plugfest
Auf dem Omlox-Plugfest prüften 21 Experten aus neun Unternehmen zwölf verschiedene Omlox-Komponenten, darunter UWB-Infrastruktur, Ortungstags, ergänzende Positionierungstechnologien, Omlox-Hubs und industrielle Softwareanwendungen.
-
Energy-Monitoring für nachhaltige Umgebungen
Plug&Play-Energieüberwachung
Facility-Management-Systeme (FMS) ermöglichen die Echtzeitmessung/-überwachung des Energieverbrauchs für die Kostenoptimierung. Sie unterstützen erweiterte Diagnosen und ermöglichen schnelle Reaktionen auf Änderungen und betriebliche Anforderungen. Aber: Bestehende FMS-Lösungen sind nicht…
-
Philip Harting verstärkt VDMA-Hauptvorstand
Der VDMA hat Philip Harting in den Hauptvorstand aufgenommen.
-
Schwere Industriesteckverbinder bei der Montage und Inbetriebnahme
Schneller verbunden, schneller produktiv
Mit welchen Herausforderungen sieht sich der Maschinen und Anlagenbau konfrontiert und welchen Beitrag können Steckverbinder bei der Lösung leisten? Einfache, standardisierte und möglichst automatisierbare Verbindungsprozesse werden zum entscheidenden…
-
Antriebstechnik
Hybridleitungen reduzieren Aufwand, Kosten und Störanfälligkeit
Antriebssysteme sollen heute kompakt, leistungsfähig und zuverlässig sein. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Verkabelung, Montage und Betriebssicherheit. Hybridleitungen bündeln Energie- und Datenübertragung in einem Kabel, reduzieren den Aufwand…
-
DataTec verzeichnet 9% mehr Aufträge
DataTec hat das Geschäftsjahr 2025/2026 in einem angespannten wirtschaftlichen Umfeld erfolgreich abgeschlossen.
-
NIS-2 in fünf Schritten strukturiert und pragmatisch umsetzen
So gelingt das Setup
Cyberangriffe auf industrielle Systeme sind längst keine Ausnahme mehr. Produktionsanlagen, Steuerungen und vernetzte…
-
Design, Produktsuche und Beschaffung auf einer Plattform
Nachschlagewerk für Automatisierer
Wer als Maschinen- oder Anlagenbauer schnell die richtigen Komponenten finden, Schaltpläne skizzieren und…
-
Elektroexporte wachsen etwas langsamer
Mit Warenlieferungen im Wert von 20,7Mrd.€ verzeichnete die deutsche Elektro- und Digitalindustrie auch…
-
Virtuelle SPS: Reif für die Praxis?
Lange galt die virtuelle SPS als Zukunftsvision. Inzwischen sehen viele Hersteller sie als…
-
IIoT und Cloud-Visualisierung
Sensordaten sicher erfassen und weltweit visualisieren
Edge Computing und Cloud-Technologien verändern den Umgang mit Produktionsdaten. Maschinen- und Sensordaten lassen…
-
Interview auf dem Eplan Next26
Wie KI, Daten und Plattformen die Elektrokonstruktion verändern
Auf dem Event Eplan Next26 in München standen die Zukunft des Engineerings, künstliche…
-
Stromversorgung außerhalb des Schaltschranks
Netzteilreihe mit Schutzart IP67
Mit der neuen Netzteilreihe S8NR bringt Omron robuste Netzteile mit Schutzart IP67 auf…
-
Prof. Dr.-Ing. Volker Stich ins VDI-Präsidium gewählt
Prof. Dr.-Ing. Volker Stich wurde mit Wirkung zum 1. Juli in das Präsidium…
-
Intelligentes Transportsystem sorgt für mehr Flexibilität beim Labeling
Digitaldruck in sechs Freiheitsgraden
Herkömmliche Druckverfahren mit Kunststoff- und Papieretiketten sind mit langen Rüstzeiten, häufigen manuellen Eingriffen…
-
Ansatz für nachhaltige Produktentwicklung
Neue Kategorie der Weltdarstellung
Die 3D Univ+rses sind eine neue Kategorie der Weltdarstellung, entwickelt von Dassault Systèmes.…
-
Hochmanövrierfähige Fahrzeugplattform mit Hebeeinrichtung
Omnidirektional
Weiterentwicklungen in der Handhabungs- und Montagetechnik steigern den Grad der automatisierten Produktion. Effiziente…
-
Schwarz Digits eröffnet neuen Campus
Schwarz Digits, die IT- und Digitalsparte der Schwarz Gruppe, hat ihren neuen Campus…
-
Update-Management für vernetzte Maschinen
Aus Pflicht wird Potenzial
Vernetzte Maschinen müssen über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg aktualisiert werden und Hersteller müssen…
-
Geräteschutz und digitale Transparenz verbinden
IIoT-Framework
Mit dem IIoT-Framework Caparoc erweitert Phoenix Contact die Kommunikationsmöglichkeiten des gleichnamigen Geräteschutzschalter-Systems um…
-
Für den Maschinen- und Anlagenbau
Robuste Wellschläuche
In der automatisierten Fertigung müssen Kabelschutzschläuche von Maschinen, Bearbeitungszentren und CNC-Anlagen vielfach hohe…
-
Für effizienteres Kabelmanagement Mehrfachdurchführungen
Mit den robusten Kabeldurchführungen der Serie MCE Pro und dem modularen System MCE…
-
Cybus beruft Stefan Schwab zum Co-CEO
Cybus hat Stefan Schwab mit Wirkung zum 1. Juli zum Co-CEO berufen.
-
Spatenstich für Hummel-Werkserweiterung
Mit einem symbolischen Spatenstich hat Hummel das offizielle Startsignal für die geplante Werkserweiterung…
-
Mit 3 Metern Reichweite
Kompakte Ultraschallsensoren
Mit den Ultraschallsensoren U1KM in Miniaturbauform erweitert Wenglor sein Portfolio um eine Lösung…
das könnte sie auch interessieren
-
-
-
Edge, Cloud und Cybersecurity in der Praxis
IIoT im Realitätscheck: Warum Vernetzung heute anders gedacht wird als 2020
-
Funktionale Sicherheit
SIL3 auf dem Touchscreen: Wie sichere HMIs die Bedienung neu denken
















