Wenn es um den Schutz des Lebens und der Gesundheit von Menschen bei der Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit geht, sollte es eigentlich keine Kompromisse geben. Dass es sie dennoch gibt, lässt sich auf drei Ursachen zurück führen: Schon für die betroffenen Arbeitenden steht die maximale Sicherheit in Konkurrenz zu optimaler Bedienbarkeit. Der Interessenskonflikt des Unternehmertums ist noch breiter. Die qualifizierte Arbeitskraft muss nicht nur erhalten bleiben, sondern auch gemeinsam mit dem ebenfalls zu schützenden investierten Kapital maximale Produktivität bringen. Darüber hinaus können technische Lösungen nie perfekt sein, bewegte Maschinenteile nicht ohne Bremsweg zum Stillstand gebracht werden. Schon systembedingt weisen etwa traditionelle Sicherheitsschaltungen mit Abschaltrelais gewisse Reaktionszeiten auf, die mit der Schrecksekunde von Autofahrern vor der Notbremsung verglichen werden können. Typischerweise beträgt die Fehleraufdeckungs- und Reaktionszeit, etwa bei Überschreitung der sicheren Höchstgeschwindigkeit im Einrichtbetrieb, etwa 80ms. Ist der Fehler durch eine falsche Sollwertvorgabe aus dem Steuerungssystem verursacht, kann der Antrieb in dieser Zeit voll beschleunigen, ehe die gebräuchliche Drehmomentfreischaltung und eine gegebenenfalls zusätzlich aktivierte Kurzschlussbremsung einsetzt. Das hat Auswirkungen auf die Energie, mit der ein Hindernis getroffen wird, und verlängert natürlich den Gesamt-Anhalteweg. Zur Aufrechterhaltung des geforderten Sicherheitsniveaus muss daher die zulässige Geschwindigkeit entsprechend niedrig angesetzt werden. 100x mehr Sicherheit Auf eine völlige neue Basis stellt B&R die Berechnung von Anhaltewegen und Aufprallenergie durch die Integration der Sicherheitstechnik direkt in Servoantriebe und -motoren. Über sicher auf den Motorwellen aller Synchron-Servomotoren von B&R montierte, nach EN ISO 13849 zertifizierte volldigitale Geber mit hoher Genauigkeit und Auflösung überwacht die serienmäßig eingebaute relaislose Sicherheitsschaltung SafeMC (Safe Motion Control) in den Acoposmulti Antriebsgeräten ständig jede Reaktion des Motors auf die Anweisungen des Servoverstärkers. Zur Vermeidung von zusätzlichen Reaktionszeiten ist die Elektronik direkt in den Antrieb integriert. Dadurch gelang B&R eine Reduktion der Fehlerreaktionszeit auf 7ms. Das lässt dem Motor weniger als ein Zehntel der bisher üblichen Zeit, um im Fehlerfall zu beschleunigen und schädlichen Schwung zu holen. Da die kinetische Energie und mit ihr der Reaktionsweg mit dem Quadrat der Geschwindigkeit steigt, kommt es zu einer Reduktion dieser beiden kritischen Kenngrößen auf weniger als 1/100 gegenüber den hergebrachten Lösungen. \“Das führt nicht nur zu einer Verbesserung des Arbeitnehmerschutzes, sondern erlaubt zugleich die Erhöhung der Produktivität an der Maschine\“, sagt Dipl.-Ing. Alois Holzleitner, Business Manager Motion bei B&R. \“Je nach Priorität können durch die Reduktion dieser Kenngrößen und der damit einhergehenden geringeren Bremswege Sicherheitsabstände reduziert und damit die Abmessungen der Maschine verringert und/oder die zulässigen Geschwindigkeitslimits bei Betrieb mit Safe Limited Speed hinaufgesetzt werden.\“ Nahtlose Integration in bestehende Systeme Die in den Acoposmulti Servoantrieben enthaltene Sicherheitslogik ist mit der aus den bewährten Safe I/O-Baugruppen der X20-Serie identisch. \“Das gibt Anwendern nicht nur die Sicherheit geprüfter und tausendfach bewährter Elektronik\“, sagt Dipl.-Ing. Alois Holzleitner. \“Die dadurch entstehenden Synergie-Effekte haben Auswirkungen auf die Kosten und die Einheitlichkeit in der Systementwicklung.\“ Acoposmulti mit SafeMC fügen sich nahtlos in den gewohnten Verbund mit der SafeLOGIC Sicherheitssteuerung und den X20 Safe I/O ein. Für Entwickler sind sie nicht anders anzusprechen als diese, natürlich innerhalb derselben Entwicklungsumgebung mit dem SafeDesigner im B&R Automation Studio. Durch die autonome Parametrierung der SafeMC-Komponente und das elektronische Typenschild wird die Parametrierung im Wartungsfall erleichtert und beschleunigt, Protokollierung und Passwortschutz macht Wartungseingriffe nachvollziehbar. Ein wesentlicher Vorteil der B&R \’Integrated Safety Technology\‘ ist der Entfall der doppelten Verdrahtung und externer Überwachungsmodule für die Sicherheitstechnik. Der Datentransport findet per virtueller Verdrahtung in einem eigensicheren Protokoll namens openSafety über das Maschinenbussystem statt, was die unkomplizierte Datenkommunikation mit dem Steuerungssystem erlaubt und zugleich Rückwirkungen verlässlich ausschließt. Bei B&R-Automatisierungslösungen ist das Powerlink. Wie bereits der Name nahe legt, ist openSafety jedoch nicht herstellergebunden und kann auf beliebigen Feldbussystemen eingesetzt werden, vorzugsweise in Industrial Ethernet Netzwerken. Das macht es leicht, die sicheren Antriebe unabhängig von der verwendeten Steuerung einzuplanen. Ein weiterer Vorteil der virtuellen Verdrahtung über das Netzwerk ist die Möglichkeit des Aufbaus modularer Maschinenkonzepte. Ohne die aufwändige Verdrahtung von Not-Aus Ketten können fertige Maschinenteile inklusive sicherer Antriebe einfach angeschlossen werden. Bis zu 80 sichere Antriebe mit der bis 120kW reichenden Produktfamilie Acoposmulti können auf diese Weise von nur einer safeLogic Sicherheitssteuerung flexibel angesprochen werden. Zertifizierte Intelligenz
Zertifizierte Sicherheit im Antrieb
-
Nach Land aufgeschlüsselte Elektroexporte im März
Die Exporte der deutschen Elektro- und Digitalindustrie sind im März erneut gestiegen.
-
Mehr Speed mit IO-Link: 5 Praxistipps für Ingenieure
Wie Anwender das volle Potenzial smarter Sensoren ausschöpfen
IO-Link hat deutlich mehr zu bieten als die bekannten Vorzüge. Dieser Fachartikel zeigt mit Beispielen aus der Praxis, wie Anwender sämtliche Vorteile der digitalen Schnittstelle nutzen. Das funktioniert…
-
Erfolgreiche Österreich-Premiere
Ausstellerstarke All About Automation in Wels
Die erste Ausgabe der Messereihe All About Automation in Österreich war mit 268 Ausstellern die bisher größte Premiere für den Veranstalter Easyfairs.
-
EBM-Papst eröffnet neuen Hightech-Standort in Rumänien
Am 2. Juni hat EBM-Papst einen neuen Standort im rumänischen Oradea offiziell eröffnet.
-
Ziehl-Abegg trauert um langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden
Ziehl-Abegg trauert um Uwe Ziehl. Der Unternehmer und langjährige Aufsichtsratsvorsitzende ist am 6. Juni im Alter von 79 Jahren verstorben.
-
Von der OT-Risikobewertung bis zum operativen Schutz
TXOne Networks stellt die Sennin-Produktfamilie vor.
-
Anzeige
Mehr Speed mit IO-Link: 5 Praxistipps für IngenieureWie Anwender das volle Potenzial smarter Sensoren ausschöpfen
IO-Link hat deutlich mehr zu bieten als die bekannten Vorzüge. Dieser Fachartikel zeigt…
-
Kontron präsentiert das High-End-3U-VPX-Board VX30101
Kontron hat das neue Kontron VX30101 angekündigt. Dieses 3U-VPX-High-End-Computing-Board der nächsten Generation wurde…
-
Neue Axia-Antriebsfamilie bei Bonfiglioli
Bonfiglioli hat die neue Axia-Antriebsfamilie, bestehend aus AxiaVert und AxiaAgile, vorgestellt. AxiaVert wurde…
-
Auftragseingang im Maschinen- und Anlagenbau im Inland schwach
Für den Maschinen- und Anlagenbau aus Deutschland war der April ein Monat mit…
-
Strukturwandel im Mittelstand: Industriesektor schrumpft
Der deutsche Mittelstand hat sich in den Jahren seit 2010 tiefgreifend verändert.
-
Neuer CEO bei Siemens Electrical Products
Siemens hat Markus Grabmeier mit Wirkung zum 1. Juni zum neuen CEO der…
-
Energieführung für Industrieroboter
Freitragende Energiekette für 600°-Robotikbewegungen
Mit einer neuen freitragenden Variante der Twisterchain präsentiert Igus eine Energieführung für kompakte…
-
Philip Harting erneut in engeren ZVEI-Vorstand gewählt
Philip Harting bleibt Teil des engeren Vorstands des ZVEI.
-
Erfolgreiche Premiere von Eplan Next2026
Eplan Next2026 – das waren zwei Tage geballter Informationen rund um das Thema…
-
Neue Vorstandsvorsitzende der ABB in Deutschland
Der ABB-Aufsichtsrat hat Rosa Meckseper (Bild) zur neuen Vorstandsvorsitzenden der ABB AG bestellt.
-
Elektroexporte: Deutlicher Anstieg im ersten Quartal um 10,3%
Die Exporte der deutschen Elektro- und Digitalindustrie sind im März erneut gestiegen: Mit…
-
Wie ein Copilot die Wartung von S5- und S7-Steuerungen vereinfacht
KI für Bestandsanlagen
In vielen Fabriken laufen ältere Maschinen mit S5- oder klassischen S7-Steuerungen nach wie…
-
Künstliche Intelligenz
KI-Agent unterstützt weltweiten technischen Service
Mit dem KI-Agenten ‚Karl‘ erweitert Neugart sein digitales Serviceangebot um einen weltweit verfügbaren…
-
Zentrale Überwachung von Profibus- und Profinet-Netzwerken in einer einzigen Anwendung
Monitoringlösung unterstützt jetzt auch Profinet
Mit PlantPerfect Monitor 2.00 erweitert Softing Industrial Automation seine Monitoringlösung um Profinet-Unterstützung.
-
Eplan
Smart Sourcing verbindet Elektrokonstruktion und Beschaffung
Mit Eplan Smart Sourcing stellt Eplan eine neue Software zur intelligenten Verknüpfung von…
-
Messtechnikzubehör
DataTec erweitert Portfolio um Signalzugriffs- und Verbindungslösungen
DataTec baut sein Angebot im Bereich Messtechnikzubehör aus und vertreibt künftig im DACH-Raum…
das könnte sie auch interessieren
-
Platzsparende Antriebstechnik für die Verpackungsindustrie
Effizient, robust und kompakt
-
Workshop ebnet produzierenden Unternehmen den Weg zur Smart Factory
KI in der Praxis
-
Bomag standardisiert die Elektrokonstruktion von mobilen Arbeitsmaschinen
Der Kabelbaum als digitaler Zwilling
-
Modulare I/O-Systeme werden zur Architektur hinter moderner Produktion
Vom Anschlusspunkt zur Dateninfrastruktur
















