Die Windkraft deckt heute bereits einen Anteil von etwa 7% des deutschen Bruttostromverbrauchs. Bis 2020 soll dieser Anteil auf 25% steigen. 55.000 Windenergieanlagen werden dann in Deutschland stehen. Die Stromgewinnung in einer Windenergieanlage ist zwangsläufig mit Bewegung und dadurch mit einer physikalischen Belastung der Anlage verbunden. Neben der Rotation kommen unstete Belastungen durch das Windfeld hinzu. Die Gondeln befinden sich in über 100m Höhe. Hier verstärken sich Schwingungsprobleme, die bei Maschinen bereits auf festem Untergrund auftreten. Diese besonderen dynamischen Belastungen führen zu einem zweistelligen prozentualen Anteil der mechanischen Komponenten in der Ursachenstatistik für Anlagenstillstände. Ein defektes Getriebe verursacht dazu statistisch die längste Ausfallzeit der Windenergieanlage. Derartige Probleme können vor allem durch turnusmäßige Schwingungsmessung an den Komponenten einer Windenergieanlage vermindert oder sogar verhindert werden. Das führt jedoch nur dann zum Erfolg, wenn die Messbedingungen und -einstellungen sinnvoll festgelegt sind. Wo soll gemessen werden? Welche Messgrößen sollen verwendet werden, welche Frequenzbereiche? Welche Kennwerte spiegeln den Anlagenzustand wider? Mit welchen Grenzwerten kann verglichen werden? Einen solchen Standard hat eine Expertengruppe des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) mit der VDI3834 im Jahr 2009 vorgelegt. Nicht nur die Messmethodik wird hier definiert, sondern auch Grenzwerte für die Beurteilung des Anlagenzustandes empfohlen. Wenn auch noch ein Hersteller exakt passende Messtechnik anbietet, vereinfacht dies die zuverlässige und vereinheitlichte Bewertung des Anlagenzustands für den Anwender. Richtlinie zur Schwingungsmessung an Windenergieanlagen: VDI3834 Im 2009 erschienenen Teil 1 der VDI3834 werden detailliert Onshore-Anlagen behandelt, deren Generatoren über ein Getriebe an den Rotor gekoppelt sind. Weitere Teile der Richtlinie werden getriebelose Windenergieanlagen und Offshore-Anlagen beinhalten. Die Richtlinie unterscheidet vier einzeln zu betrachtende Komponenten: – Gondel und Turm – Rotorlager – Getriebe – Generator In diesen Komponenten treten jeweils unterschiedliche Schwingungsphänomene auf. Daher wird für jede Komponente eine eigene Messmethodik festgelegt. So unterscheiden sich z.B. die betrachteten Frequenzbereiche und die Messdauer. Bei allen Unterschieden gibt es jedoch auch Gemeinsamkeiten: – Die Messung erfolgt in alle drei Raumrichtungen gleichzeitig. – Als Beurteilungsgrößen dienen Schwinggeschwindigkeit und Schwingbeschleunigung. Probleme bisheriger Schwingungsmesstechnik Eine Herausforderung für Schwingungsmesstechnik, welche die VDI3834 erfüllen soll, stellt die niedrige Einstiegsfrequenz von 0,1Hz dar. Eine verständliche Forderung, wenn man Eigenfrequenzen typischer Windenergieanlagen kennt, die weit unterhalb von 1Hz liegen. Betrachtet man die bekannten industriellen Haupteinsatzgebiete für Schwingungsmesstechnik, dann war bisher die Technik zur Erfassung von Bauwerkserschütterungen mit 1 bis 80Hz jene mit dem niedrigsten Frequenzbereich. Aber auch dieser Einstieg bei 1Hz liegt noch um den Faktor 10 von der Forderung der VDI3834 entfernt. Daneben schreibt die VDI3834 weitere Frequenzbereiche vor, die sich oft nicht mit den Forderungen bekannter Normen decken. Herkömmliche Messtechnik für Normen wie DIN4150 oder DIN10816 wird daher – wenn überhaupt – nur für einen geringen Teil der VDI3834 Messmethoden einsetzbar sein. Exakt passende Messtechnik zur Ermittlung der Schwingung Eine Schwingungsmesstechnik für die VDI3834 muss folgende Mindestforderungen erfüllen: – Dreiachsig messender Schwingungssensor für Frequenzen von 0,1 bis 5.000Hz – Messelektronik mit mindestens drei Kanälen und einem Frequenzbereich von 0,1 bis 5.000Hz – Signalverarbeitung zur Bildung von Schwinggeschwindigkeit und -beschleunigung Eine exakt abgestimmte Messlösung bietet die Althen GmbH mit dem Vibromatrix-System an, das durch seinen baukastenartigen Aufbau für unterschiedliche Aufgaben in den Bereichen Bauwerks-, Human-, und Maschinenschwingungsmessung eingesetzt wird. Für die Messung nach VDI3834 wurde das Messprogramm Innometer 3834 entwickelt, das ein Baustein des Vibromatrix-Systems ist und auf PC, Notebook und Netbook läuft. Die Übertragung der Daten erfolgt über die USB-Schnittstelle, über die auch die angeschlossene Messtechnik mit Strom versorgt wird. Als Sensor kommt ein rauscharmer, piezoelektrischer Triaxialsensor zum Einsatz, der einen linearen Frequenzbereich in allen von der VDI3834 geforderten Frequenzbereichen aufweist. Die 24Bit-Digitalisierung der Schwingungssignale in Studioqualität nimmt die kleine USB-Box Innobeamer X2 vor, die von der Althen GmbH angeboten wird. Sein Frequenzbereich erfüllt die VDI3834 und hält noch Reserven für höherfrequente Analysen vor. Auch die USB-Box folgt dem Baukastensystem von Vibromatrix. Mehrere Geräte können verbunden werden und arbeiten dann als synchrones Mehrkanalsystem. So können drei Innobeamer X2 zu einem Sechskanalsystem zusammengefasst werden, das mit drei Triaxialsensoren gleichzeitig arbeitet. Das Messprogramm vereinfacht die Anlagenbewertung nach VDI3834. Übersichtlich angeordnet findet der Anwender im Innometer 3834 die zu messenden Anlagenteile vor und erhält bei Bedarf weitere Informationen zum Messvorgang. Dazu gehört der passende Richtwert für eine Bewertung des Anlagenzustandes sowie eine Grafik, die den Messort in der Windenergieanlage verdeutlicht. Bereits während der Messung werden die einlaufenden Messdaten für alle drei Raumrichtungen sowie die Gesamtbewertung auf dem PC-Bildschirm angezeigt. Die Pro-Version zeigt zusätzlich das Schwingungssignal im Zeitbereich und in der Frequenzanalyse grafisch an. Jede Messung landet automatisch in einem Messwertspeicher. Hier lassen sich zu jeder Messung Detailwerte einsehen, aber auch eigene Bemerkungen hinzufügen. Jeder Messwertspeicher kann später wieder geladen werden, um z.B. Berichte zu drucken. Berichtsvorlagen lassen sich völlig frei mit eigenem Firmenlogo und Design ausstatten. Der Berichtsdruck selbst reduziert sich auf einen Mausklick. Effektivität steigern mit Kombimessung Am selben Messort sind oft verschiedene Messverfahren erforderlich, um z.B. Schwinggeschwindigkeit und Schwingbeschleunigung festzustellen. Die Kombimessung erledigt das in einem Zug durch Parallelverarbeitung. Damit wird die Messzeit halbiert, aber die Genauigkeit beibehalten, und es können entsprechend mehr Anlagen pro Tag vermessen werden. Stabile Messbedingungen automatisch überwacht Die VDI3834 weist auf die Notwendigkeit von Messungen unter stabilen Betriebsbedingungen hin. Jedoch verzichtet sie auf eine quantifizierbare Definition der Stabilität. Das Innometer 3834 definiert und überwacht daher ein Stabilitätskriterium. Der Anwender erhält so die Sicherheit, eine Messung zu stabilen Betriebsbedingungen durchgeführt zu haben. Offenes System für Ergänzung mit weiteren Messmethoden VibroMatrix bietet mit dem Messmodul Innometer 3834 eine Messlösung für Hersteller, Anlagenbetreiber und Servicetechniker zur Messung und Beurteilung von Schwingungen in Windenergieanlagen. Das System ist offen für die Ergänzung mit weiteren Messmethoden von Maschinenschwingungen, wie z.B. der Hüllkurvenanalyse.
Anlagenausfälle vermeiden: Schwingungsmessungen an Windenergieanlagen
-
Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe im April: +0,4% zum Vormonat
Der reale (preisbereinigte) Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes im April gegenüber März saison- und kalenderbereinigt um 0,4% gestiegen.
-
Best Managed Companies Award 2026: Schmersal mit Goldstatus geehrt
Die Firma K.A. Schmersal wurde erneut mit dem Best Managed Companies Award ausgezeichnet.
-
Smartes Engineering für funktionale Sicherheit
In der modernen Softwareentwicklung gehören Versionskontrolle mit Git, mehrsprachige Codebasen, KI-gestützte Assistenten, Extensions statt monolithischer Toolchains mittlerweile zum Standard.
-
Auftragseingang im Maschinenbau: Keine Belebung in den Mai-Orderbüchern
Der Maschinenbau wartet weiter auf eine Belebung ihrer Orderbücher.
-
Siemens erweitert seine Werke
Siemens investiert 300Mio.€, um die Fertigung von Schlüsseltechnologien für die globale Energiewende und KI-Rechenzentren signifikant auszuweiten.
-
Ringsensoren liefern Prozess- und Diagnosedaten
Induktive Ringsensoren mit IO-Link
Turck erweitert sein Portfolio um induktive IO-Link-Ringsensoren für die zuverlässige Erfassung kleiner metallischer…
-
IIoT / Edge Computing
Edge-Modul für durchgängige IIoT-Daten
Turck erweitert seine IIoT- und Service-Plattform Turck Automation Suite um das Modul TAS…
-
Technische Beschaffung
B2B-Katalog als Brücke zur digitalen Beschaffung
Conrad Electronic erweitert seine B2B-Strategie um einen neuen, 960 Seiten starken Katalog.
-
Leitungstechnik
Torsionsfeste Devicenet-Leitung für Roboter
Igus erweitert seine Roboterleitungsserie CFRobot8.Plus um eine Devicenet-Leitung für hochdynamische Anwendungen mit Torsionsbewegungen…
-
Cybersicherheit
Sicherer Entwicklungsprozess zertifiziert
Moxa hat gleich zwei Zertifizierungen nach IEC62443-4-1 Maturity Level 3 (ML3) erhalten –…
-
Industrie-PCs
Panel-PCs für HMI und Maschinensteuerung
Gett erweitert sein HMI-Portfolio um eine neue Serie industrieller Panel-PCs der Marke InduSmart.
-
Ormazabal baut neue Deutschlandzentrale
Ormazabal hat den offiziellen Spatenstich für seine neue Deutschlandzentrale in Krefeld gesetzt.
-
Maschinenbau rechnet für 2026 nicht mehr mit Wachstum bei der Produktion
Die Produktion im Maschinenbau in Deutschland sank von Januar bis April um real…
-
Potentiometer
Präzisionspotentiometer individuell angepasst
Megatron bietet Präzisionspotentiometer für Anwendungen in Medizin-, Labor-, Industrie- und Messtechnik an und…
-
Hima wächst in schwierigem Marktumfeld
Hima, Anbieter sicherheitsgerichteter Automatisierungslösungen, ist im Geschäftsjahr 2025 in einem anspruchsvollen Marktumfeld gewachsen.
-
Deutsche Elektroexporte bleiben vorerst auf Wachstumskurs
Im April entwickelten sich die Exporte der deutschen Elektro- und Digitalindustrie weiter beschleunigt…
-
Vorstandswahlen bei PLCopen
PLCopen hat einen neuen Vorstand gewählt, nachdem drei Mitglieder zurückgetreten sind.
-
R&M stärkt Produktmanagement und Marketing
Dr. Hannes Grubinger hat die Position des Chief Product & Marketing Officers bei R&M…
-
AC/DC-Hochleistungssicherungen
Mersen präsentiert seine neue Generation von Hochleistungssicherungen.
-
Prozessautomatisierung
Ethernet-APL-Switches verbinden bis zu zwölf Feldgeräte direkt mit dem Ethernet-Netzwerk
Phoenix Contact erweitert sein Ethernet-APL-Portfolio um zwei Managed-Switch-Varianten mit zwölf Ports für die…
-
Elektromechanischer Fügemodule
Kistler präsentiert elektromechanische Fügesysteme, die Messdaten mittels weiterentwickelter Telemetrie kabellos übertragen.
-
Neue Funktionen für Siemens KI-Agent
Siemens hat zwei neue Funktionen für den Eigen Engineering Agent, eine speziell für…
-
Antriebstechnik
Motor und Umrichter zu einer kompakten Antriebseinheit kombiniert
Mit Nordac Fusion stellt Nord Drivesystems ein integriertes Antriebssystem vor, das Motor und…
-
Steckverbinder – Docking-Systeme
Erweiterte Docking-Lösungen für automatisierte Andockprozesse und hohe Steckzyklen
Odu bietet mit seinen Docking-Lösungen auf Basis der Odu-Mac Silver-Line eine modulare Schnittstellenplattform…
-
Analogmodul für Fußschalter
ASA Schalttechnik erweitert sein Portfolio um ein Analogmodul für Fußschalteranwendungen.
das könnte sie auch interessieren
-
SE Tylose setzt auf SAP PM und Argvis als durchgängige CMMS-Plattform
Schluss mit Insellösungen in der Instandhaltung
-
Kreislaufwirtschaft in der Robotik
Ein zweites Leben für Industrieroboter
-
Neue IO-Link-Komponenten bringen Innovationen in die Automation
Mehr Flexibilität auf den letzten Metern
-
















