Möglich wird die Beschleunigung durch eine Baukastenarchitektur. Viele Firmen machen bei dieser Methode bereits mit und füllen den \’firmenübergreifenden Baukasten\‘ mit Leben: Denn viele Komponenten und Baugruppen, auch ganze Strukturen, werden innerhalb einer Branche teilweise ähnlich oder identisch erstellt. Daher muss lediglich der Teil des eigenen, firmenspezifischen Baukastens mit eigenen disziplinspezifischen (mechanischen, elektr(on)ischen und softwaretechnischen) Daten weiter gefüllt werden, um damit zeitsparend einen firmenspezifischen Entwicklungs-Baukasten zu erhalten. Die Firmen Gebr. Heller Maschinenfabrik GmbH, Homag Holzbearbeitungssysteme AG, Nagel Maschinen- und Werkzeugfabrik GmbH, die Hochschule Esslingen und die FernUniversität Hagensowie das Beratungshaus Mind8 GmbH & Co. KG starteten 2006 unter Begleitung durch das Kompetenznetzwerk Mechatronik das Verbundprojekt Aquimo. Entstanden sind daraus eine Entwurfsmethode, ein Werkzeug mit zugehörigem Entwurfsbaukasten sowie Unterlagen zur Unterstützung der Einführung in Firmen und zur Mitarbeiterschulung. Die Aquimo-Methode im Detail Die Aquimo-Methode schlägt die Einführung einer interdisziplinären Engineeringphase zu Beginn des Entwurfsprozesses vor. Darin wird ein erster, funktionaler Entwurf erstellt, in den alle Disziplinen ihre Ideen und ihr spezifisches Wissen einbringen können. Dies erleichtert zum einen das gegenseitige Verständnis disziplinspezifischer Problematiken, zum anderen werden in der Regel mehr Lösungsalternativen als bisher erarbeitet, die dann gemeinsam bewertet werden können. So entstehen neue, bessere Entwürfe, da das Potenzial aller Disziplinen voll ausgeschöpft wird. In dieser ersten Phase ist die Einflussmöglichkeit auf Kosten, Zeit und Qualität am höchsten, weil hier die späteren Produkteigenschaften und Herstellungskosten festgelegt werden. Nach dieser ersten, interdisziplinären Phase beginnen parallel die disziplinspezifischen Konstruktionen beziehungsweise Entwicklungen. Der erste Entwurf wird durch iterative Schleifen immer weiter detailliert. Aquimo-Werkzeug und Aquimo-Entwurfsbaukasten Die Aquimo-Methode wird durch das Eplan Engineering Center unterstützt. Ein firmen- und herstellerunabhängiger Baukasten mit Basiskomponenten ermöglicht es dem Anwender, innerhalb kurzer Zeit Maschinen und Anlagen zu erstellen. Der im Rahmen des Projekts entwickelte Baukasten mit Basiskomponenten besteht aus einfach gehaltenen Elementen (beispielsweise ohne Beachtung physikalischer Größen wie Massen, Reibung, Leckagen o.ä.), die bei Bedarf durch firmenspezifische, detailliertere Komponenten an die individuellen Bedürfnisse adaptiert werden können. Die Konfiguration von Abläufen erfolgt in Zustandsgraphen, Funktions- oder Gantt-Diagrammen. Aus dieser Spezifikation wird anschließend vollautomatisch ein Simulationsmodell erzeugt. Simulieren leicht gemacht Die Simulation trägt als Animation zum Verständnis von Abläufen und Funktionen bei. Durch die grafische Repräsentation aller Bestandteile des Modells und den niedrigen Detaillierungsgrad der Komponenten sind Vertreter aller beteiligten Disziplinen in der Lage, komplexe Abläufe schnell zu erfassen und mögliche Problemstellen im Vorfeld zu erkennen und zu berücksichtigen. Die gemeinsame Entwurfsphase der Disziplinen und der schnelle Erhalt aller wichtigen Daten optimieren deren Kommunikation und Interaktion und führen auf diesem Wege zu besseren mechatronischen Produkten. Durch die parallele Arbeitsweise wird die Durchlaufzeit verringert. Zu einer zusätzlichen Zeitersparnis führt die Generierung des Simulationsmodells zu einem frühen Zeitpunkt, wodurch eine virtuelle Inbetriebnahme durchgeführt werden kann (Hardware-in-the-Loop-Simulation). Qualifizierungsprogramm Eine werkzeuggestützte Methode allein reicht jedoch nicht aus, um Effekte bei Maschinen- und Anlagenbauern zu erzielen. Nötig sind auch eine entsprechende Qualifizierung aller beteiligten Mitarbeiter sowie neue Organisationsformen, die einen geeigneten Rahmen für eine mechatronische Zusammenarbeit bieten. Deshalb hat das Aquimo-Konsortium Einführungsstrategien und Qualifizierungsmaßnahmen entwickelt, um Firmen bei der Einführung mechatronischer Entwicklungsprozesse zu unterstützen. Zwischen Planung und Realisierung nur ein paar Klicks Anders als bei anderen Lösungen steht den Firmen bei der Aquimo-Entwurfsmethode ein ganzheitliches, durchgängiges mechatronisches Engineeringkonzept zur Verfügung, denn Basis des Aquimo-Tools ist das Eplan Engineering Center. Die Überführung der mit Aquimo neu entworfenen Teilfunktionen in den firmenspezifischen, für Projekte verwendeten Baukasten erfolgt mittels weniger Mausklicks. So vergeht zwischen Simulation und Generierung von Konstruktionsdaten, Schaltplänen, Stücklisten oder SPS-Programmen keine Zeit. Mit der von Mind8 angebotenen Beratung in den Bereichen Entwicklungsprozesse, Variantenmanagement und Konfiguration steht den Firmen des Maschinen- und Anlagenbaus somit ein ganzheitliches mechatronisches Engineeringkonzept zur Verfügung. Anwenderfirmen berichten – ein Auszug Die mechatronische Modellierungsmethode wird – unterstützt durch das Aquimo-Werkzeug – bei den Anwenderfirmen eingesetzt und auf der Basis der Einsatzerfahrungen kontinuierlich weiterentwickelt. Aus der Praxis liegen Erfahrungen zum Einsatz sowie zu Qualifizierungsmaßnahmen und Restrukturierungsmaßnahmen vor: \“Speziell im Serienmaschinenbau ist es wichtig, bereits im Entwurfsstadium parallel verschiedene Lösungsansätze zu verfolgen, um den Anforderungen nach einer optimalen Lösung gerecht zu werden. Das im Projekt entwickelte Modellierungswerkzeug bietet eine ideale Voraussetzung dazu. Hiermit können nicht nur schnell unterschiedliche Entwürfe modelliert, sondern ebenso zugehörige funktionale Abläufe definiert und simulativ verifiziert werden. Der konsequente Einsatz des AquimoWerkzeugs sowie dessen Methoden zur Modellierung mittels grafischer Editoren bereits im Entwurfsstadium versprechen Rationalisierungseffekte im gesamten Entwicklungsprozess. Dadurch wird sich nicht nur die Gesamtentwicklungszeit reduzieren, sondern auch die Qualität des Endprodukts entscheidend verbessern,\“ sagt Dipl.-Ing. Reinhold Siegler, Entwicklungsleiter, Gebr. Heller Maschinenfabrik GmbH. \“Mit dem Aquimo-Werkzeug können vorliegende Modelle mit geringem Aufwand angepasst werden, um verschiedene Lösungsalternativen durchzuspielen. Hierdurch ergeben sich große Vorteile in der Produktkonzeption, die zu einer höheren Qualität der Entwicklung führen,\“ erläutert Dipl.-Ing. Ulrich Doll, Forschungskoordinator, Homag Holzbearbeitungssysteme AG: \“Das Aquimo-Werkzeug ist bei der Firma Nagel ein wichtiges Element für das Angebotsstadium, um für den Kunden mit geringem Aufwand verschiedene Lösungen durchspielen zu können, für die Projektbearbeitung als Grundlage für eine optimale interdisziplinäre Zusammenarbeit und für die letzten Phasen eines Projekts als Grundlage für die Qualitätssicherung und eine möglichst kurze Inbetriebnahmephase,\“ sagt Dr.-Ing. Ronald Angerbauer, Abteilungsleiter Elektrokonstruktion, Nagel Maschinen- und Werkzeugfabrik GmbH. Mitmach-Baukasten Das Aquimo-Werkzeug sowie der zugehörige Entwurfsbaukasten werden kontinuierlich weiterentwickelt. Für an der Anwendung der Methode interessierte Firmen besteht die Möglichkeit, die Ergebnisse des Projekts gegen eine jährliche Gebühr zu nutzen. Voraussetzung ist die Bereitschaft, an der Weiterentwicklung des Baukastens mitzuwirken. SPS/IPC/Drives 2010: Halle 7A, Stand 131
Aquimo: Der Entwurfsbaukasten Durch mechatronische Engineeringprozesse zu optimalen Maschinen und Anlagen
-
Bereitstellung der Ethercat-Funktionalität über den PLCnext Store
Ethercat in PLCnext
Mehr Performance, mehr Offenheit, weniger Integrationsaufwand: Moderne Automatisierung verlangt nach durchgängigen, flexibel erweiterbaren Systemen. Mit der Kombination aus Ethercat, der offenen Steuerungsplattform PLCnext Control und passenden Remote-I/O-Lösungen adressiert…
-
Middleware-Plattform für die industrielle Datenintegration
IT/OT-Datenintegration in der Praxis: Deployment zwischen Windows, Containern und Edge
Heterogene IT/OT-Landschaften sind in der Industrie die Regel – und mit ihnen unterschiedliche Anforderungen an den Betrieb von Integrationslösungen. Statt diese Vielfalt zu vereinheitlichen, rückt eine andere Frage…
-
Prozessüberwachung im Food-Bereich
Kreislaufwirtschaft statt Einwegverpackungen
Das von CM-Automation und Ifco Systems gemeinsam entwickelte SmartGuardian-System standardisiert und überwacht weltweit Reinigungs- und Desinfektionsprozesse in Waschanlagen und gewährleistet so die Einhaltung internationaler Hygienestandards. Durch die zentrale…
-
Induktiver Präzisionswegsensor
Der mechanisch induktive Präzisionswegsensor Typ 8742 von Burster ist in Messbereichen von 0-2 bis 0-50mm erhältlich und liefert mit einer Linearitätsabweichung von 0,1% v.E.
-
Lagerlose Safety Kit Encoder
TWK ergänzt seine Reihe der lagerlosen Drehgeber um die nach Herstellerangaben weltweit ersten Safety Kit Encoder mit den Ethernet-Schnittstellen Safety over Ethercat (FSoE) und Profisafe over Profinet.
-
Fraport modernisiert die Visualisierung seiner Gepäckförderanlage
Leitstand für 100 Kilometer Logistik
Fraport betreibt am Flughafen Frankfurt eine der komplexesten Gepäckförderanlagen weltweit. Jährlich werden hier…
-
Programmierbare Relais schließen die Lücke zwischen SPS und Steuergerät
Das richtige Maß für moderne Automation
Mit einer Serie einfach programmierbarer Relais schließt Akytec die Lücke zwischen komplexen SPSen…
-
Profinet Plugfest 2026: Starkes Momentum für sichere industrieller Kommunikation
Beim dritten Profinet Security Plugfest vom 24. bis 25. März an der OTH…
-
Protolabs-Report identifiziert KI als Wegbereiter für Industrie 5.0
Protolabs, ein Anbieter von digitalen Fertigungsdienstleistungen, analysiert in einem aktuellen Bericht Faktoren, die…
-
Beckhoff Automation steigert weltweiten Umsatz auf 1,24Mrd.€
Beckhoff Automation schließt das Geschäftsjahr 2025 erfolgreich ab und steigert seinen weltweiten Umsatz…
-
Sensor- und Messtechnikbranche: Umsatz stabilisiert sich
Die Sensor- und Messtechnikbranche hat sich im Jahr 2025 leicht stabilisiert und zeigt…
-
Neues Vorstandsmitglied für Rockwell Automation
Rockwell Automation hat David A. Zapico mit Wirkung zum 16. April in den…
-
ZVEI: Nachwuchsförderung im Projekt Industrie4.0@School
Bundeskanzler Friedrich Merz diskutierte mit Schülerinnen und Schülern der David-Roentgen-Schule.
-
Standardisierung ebnet den Weg zur vernetzten Industrie
Der letzte Meter wird digital
Single Pair Ethernet (SPE) und Ethernet Advanced Physical Layer (Ethernet-APL) bringen Ethernet-Kommunikation bis…
-
Lineares Transportsystem für Batteriezellenmontage
Hohe Produktivität auf kleinem Raum
IMA EV-Tech, ein Geschäftsbereich der IMA Automation, hat eine neue Batteriezellen-Montagelinie entwickelt, die…
-
LED-Signalsäule mit Profinet-Schnittstelle
Werma erweitert ihre LED-Signalsäulen-Serie eSign um eine neue Variante mit Profinet-Schnittstelle.
-
Tastaturen, Monitore und Konsolen mit hohen Schutzarten
Für die Bedienung in rauen Umgebungen
Das erweiterte Angebot von Lm-therm Elektrotechnik unter der Marke Fokus umfasst Interfacelösungen für…
-
Hall-Effekt-Joystick mit geringer Einbauhöhe
Die Fingerjoysticks der Serie 848 von Megatron mit verschleißfreier Hall-Effekt-Technologie zeichnen sich durch…
-
Dreiecksumspritzung bei Kabelsteckverbindern
In industriellen Anwendungen steigen die mechanischen Anforderungen an Steckverbinder kontinuierlich.
-
Was wurde eigentlich aus …
… den kapazitiven Füllstandsensoren von IFM?
‚Ohne Bedienungsanleitung‘ lautete das Versprechen für die kapazitiven Füllstandsensoren von IFM, die den…
-
Bewegungsführung in der Verpackungsindustrie
Hochpräzise gestanzt
Jeder kennt sie, jeder nutzt sie: alltägliche Produkte wie Joghurtbecher, Dosen oder Getränkeflaschen.…
-
Manufacturing-X – ein Datenökosystem für die produzierende Industrie
Kollaboratives Engineering im Datenraum
Mit verschiedenen Teams und Unternehmen gleichzeitig an einem Engineering-Projekt zu arbeiten, verspricht viele…
-
Passgenaue Verbindungslösungen für die Wellpappenanlagen
Auf einer Wellenlänge
Bei der Fertigung komplexer Produktionsanlagen für Wellpappe setzt BHS Corrugated auf ein hohes…
-
Time-to-Market in der Automatisierung
Wie industrielle Kommunikation Entwicklungszeiten und Kosten beeinflusst
Kürzere Innovationszyklen, steigende Komplexität und Fachkräftemangel setzen Automatisierer unter Druck. Wer industrielle Kommunikation…
das könnte sie auch interessieren
-
-
-
Intelligentes Monitoring identifiziert Instabilitäten
Qualitätssicherung – im Stromnetz
















