Rein technologisch betrachtet ist der antiquierte Kabelsalat der Parallelverdrahtung schon eine ganze Weile Schnee von gestern. Seit Einführung von AS-Interface Safety at Work stehen die Effizienzvorteile moderner Elektronik auch in der Sicherheitstechnik zur Verfügung. Zu den generellen Pluspunkten der Bustechnologie wie ihrem rationellen, dezentralen Aufbau kommen im Fall von AS-i Safety noch eine Reihe weiterer, ganz spezifischer Argumente hinzu: die schnelle und flexible Installation beispielsweise, die einfache Projektierung, die Erweiterbarkeit, das Zusammenspiel mit übergeordneten Bussystemen und die freie Topologie. \“Dass der automatisierten Sicherheitstechnik die Zukunft gehört, wird heute niemand mehr ernsthaft bezweifeln\“, meint beispielsweise Dr. Konrad Kern von Pepperl+Fuchs. \“Und AS-i Safety ist nicht ohne Grund das führende System in diesem Bereich.\“ Vor allem im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit setzte Safety at Work neue Maßstäbe. Zunächst spielte das System seine Kostenvorteile hauptsächlich in mittleren und größeren Anlagen aus: Hier sorgte die Tatsache, dass mit AS-i Safety Standard- und Sicherheitssignale auf ein und derselben Leitung übertragen werden können, von Anfang an für zählbare Synergieeffekte. Doch inzwischen lohnt sich der Umstieg auf AS-i selbst in kleinen Applikationen: Denn spätestens seit Einführung von AS-i Power24V rechnet sich der Einsatz von AS-Interface Safety at Work auch bei Anwendungen mit wenigen sicheren Signalen. \“Effizienter als mit AS-i Safety lassen sich Sicherheitsanwendungen heute nicht konzipieren\“, fasst Jochen Bihl von Bihl+Wiedemann zusammen. \“Und zwar ganz gleich, ob die jeweilige Anlage im Standardbereich mit AS-Interface arbeitet oder nicht.\“ Die Kostenreduzierung am unteren Ende des Applikationsspektrums ist aber nur einer von mehreren Gründen für den nachhaltigen Erfolg des einfachsten Sicherheitsbussystems der Welt. Auf der anderen Seite nämlich stand und steht der permanente Leistungszuwachs. Ob systematische Weiterentwicklungen wie die der sicheren Ausgänge oder zusätzliche Optionen wie etwa die Muting-Funktion: Bei AS-Interface Safety at Work sorgt stets das kollektive Markt-Know-how eines ganzen Hersteller-Konsortiums dafür, dass der Intelligenz-Vorsprung nicht nur verteidigt, sondern sogar weiter ausgebaut wird. Die aktiven Firmen des Safety at Work Konsortiums sind: Bihl+Wiedemann, Euchner, Festo, ifm electronic, Jokab Safety, Leuze electronic, Pepperl+Fuchs, Phoenix Contact, Schmersal, SICK und Siemens. So wurde aus einer einstmals revolutionären Idee im Lauf der Jahre ein facettenreiches System, das mit seiner Produktvielfalt alle wichtigen Bereiche der Sicherheitstechnik abdeckt (siehe Kästen mit aktuellen Anwendungsbeispielen). Kein Wunder also, dass die Zahl der Nutzer von AS-i Safety gerade in letzter Zeit drastisch gestiegen ist. Mittlerweile sind weltweit mehr als eine Million Sicherheitsschaltgeräte installiert. Und bei durchschnittlichen jährlichen Steigerungsraten von 60 Prozent lässt sich leicht ausrechnen, wann die nächste Schallmauer durchbrochen wird. Dass dies eher früher als später passiert, dafür sorgt voraussichtlich auch die neue Maschinenrichtlinie, die in Europa nach einer Verlängerung der Übergangsfrist nun zum 31. Dezember 2011 endgültig in Kraft tritt. Die Ablösung der EN-Norm 954-1 durch die neue EN ISO 13849 bedeutet nicht mehr und nicht weniger als einen Paradigmenwechsel in der Sicherheitstechnik – mit weit reichenden Konsequenzen für den Anwender. Denn in Zukunft geht es nicht mehr ausschließlich um die rein funktionale Beurteilung der Sicherheit einer Steuerung, sondern zusätzlich auch um die Bewertung der Wahrscheinlichkeiten eines Ausfalls von Sicherheitsbauteilen und -geräten. Beim Einsatz konventioneller Sicherheitstechnik stellt sich die Erfüllung der neuen Auflagen erheblich aufwändiger dar als bisher – AS-i Safety dagegen springt locker über die neue Messlatte: Dafür sorgt nicht zuletzt die einfache Struktur des AS-i Safetykreises mit parallel geschalteten Geräten und einem Sicherheitsmonitor als logischem Kopf. Für den Anwender heißt das: Er kann sich nicht nur einen Großteil der komplizierten Berechnungen sparen – außerdem ist er mit Hilfe einer komfortablen Software auch ohne detaillierte Vorkenntnisse in der Lage, per Drag&Drop logische Verknüpfungen zu erstellen und die Einschaltbedingungen festzulegen. Alles Schwierige, wie etwa die Vorverarbeitung der Abhängigkeiten, passiert unsichtbar im Hintergrund. Kasten 1: Praxisbeispiel 1: AS-i Safety in Bearbeitungszentren von Burkhard + Weber Schon durch den Einsatz der Standard-Variante von AS-Interface hatte Burkhard + Weber, Hersteller von Bearbeitungszentren, die Engineering-, Installations- und Anschaltkosten um rund 40 Prozent reduziert. Die Umstellung der Sicherheitstechnik in einer neuen Maschinengeneration auf AS-i Safety führte noch einmal zu einer weiteren Einsparung in Höhe von 10 Prozent – insgesamt summierten sich die Kostensenkungen damit also auf etwa 50 Prozent. Die wichtigsten Sparpotenziale liegen dabei vor allem bei der Installation und im Schaltschrankbau. Besonders überzeugend sind die einfache Systemstruktur und die anwenderfreundliche Online-Diagnose. Die Maschine wurde in die drei Schutzkreise \’Bearbeitung\‘, \’Plattenwechsel 1/2\‘ und \’Werkzeugmagazin\‘ unterteilt. Jeden davon überwacht ein Sicherheitsmonitor, wobei die Not-Aus-Befehlsgeräte aller Schutzkreise auf die gesamte Maschine wirken. Die Diagnosedaten der einzelnen Sensoren und Befehlsgeräte werden über den AS-i Master erfasst und an die SPS zur Visualisierung weiter gegeben. Kasten 2: Praxisbeispiel 2: AS-i Safety in Achterbahn-Steuerungen im Six-Flags Freizeitpark Die Anforderungen an die Steuerungen und die Sicherheitstechnik der Achterbahnen im Six-Flags Freizeitpark \’Great America\‘ in Chicago sind enorm: Was ihre Robustheit angeht, sollten sie der Teufelsspirale und anderen rasenden Fahrattraktionen mindestens ebenbürtig sein – so wie die Safety-Komponenten von AS-Interface. Fehlersichere SN-Sensoren überwachen die Position der Fahrgeräte und dirigieren Antriebe und Bremsen. Wenn die Sitzreihen der Teufelsspirale beinahe senkrecht gen Himmel schießen, sorgt ein mitfahrender Schlitten mit Haltemagneten dafür, dass die menschliche Fracht sicher am höchsten Punkt anhält, bevor der nur vermeintlich freie Fall nach unten beginnt. Die Telegramme in einer der Achterbahnen beispielsweise laufen über eine Schiene mit Schleifkontakten, die im Ein- und Ausfahrtsbereich der Bahn installiert ist. So lässt sich nicht nur die Anzahl der Wagen kontrollieren, sondern auch die sicher geschlossenen Bügel vor der Abfahrt überwachen und am Ende die Bügelöffnung aktivieren. Die AS-i Safety-Module sitzen dabei mit im fahrenden Wagen. Eine ähnliche Stabilität bietet sonst kein anderes System. Kasten 3: Praxisbeispiel 3: AS-i Safety in der Fördertechnik bei Getriebebau NORD
AS-Interface Safety at Work Weltmeister der Sicherheit
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