Buskabel sind in fast jedem Anwendungsbereich das unverzichtbare Gegenstück zum Energiekabel: hier Leistung, dort Daten, sprich: Information. Kein Wunder also, dass Buskabel einen hohen Stellenwert im weltweiten Kabelgeschäft einnehmen und auch im rund 650 Seiten starken Gesamtkatalog von TKD Kabel eine feste Größe darstellen. Im Portfolio des Unternehmens sind jede Menge unterschiedlichste Bus-Leitungen gelistet. Abgedeckt werden alle marktüblichen Bussysteme wie Profibus, Interbus, Can, DeviceNet oder Profinet bzw. Industrial Ethernet, das auf dem Vormarsch ist und sich mit Echtzeitfähigkeit als übergreifender Standard von der Feld- bis zur Leitebene etabliert. Ergänzt wird das Sortiment durch POF-Kabel (Kunststoff-LWL), die bei industriellen Datenbussen eine Alternative zu Kupfer-Leitungen darstellen und mit wachsenden Taktgeschwindigkeiten und größeren Busbreiten gut klar kommen. Standard und mehr \“Eigentlich gehören Buskabel zum weniger kreativen Teil unseres Geschäfts,\“ schmunzelt TKD-Prokurist Michael Andris, der für das Produktmanagement des in Deutschland ansässigen Kabelanbieters zuständig ist. \“Haben wir beim Aufbau von Automationsleitungen etwa für Roboterlinien oder den schweren Anlagenbau jede Menge gestalterischen Freiraum zur Erreichung der Kundenapplikation, halten wir uns bei der Konstruktion der Busleitungen penibel an die klar definierten Vorgaben der jeweiligen Bus- bzw. User-Organisation.\“ So fällt eben jedes Profinet-Kabel, auch von TKD, exakt so aus, wie von der PNO vorgegeben: als \’twisted pair\‘ bzw. Stern-Vierer – und immer geschirmt. \“Und doch unterscheiden wir uns, und wenn es nur um Nuancen geht – und stellen das durch messbare Qualität und Konstanz unter Beweis,\“ so Andris. \“Besser sein als der Standard lautet unser Ziel.\“ Dabei definiert der jeweilige Buskabelstandard immer die aktuelle Mindestanforderung. Ist sie erfüllt, beginnt die Kür – oder besser: die Detailarbeit. Trifft ein Buskabel als hochfrequenter Wellenleiter den geforderten Wellenwiderstand hochgenau, so mindert dies Reflexionen und damit den Rauschpegel in der Datenleitung. Hierdurch sinkt die Bitfehlerrate. Ein weiterer Aspekt ist die Konstanz der HF-Eigenschaften über die Gesamtlänge der Leitung. Ist der Widerstandsbelag auf den Signaladern besonders gering, liegt die HF-Kabeldämpfung unter den geforderten Mindestwerten. Wichtiges Tool sind hochwertige Isolierwerkstoffe, die mit hohem Isolationswiderstand und geringem dielektrischen Verlustfaktor aufwarten. Warum besser sein als der Standard? Hierfür gibt es mehr als eine Antwort. Hohe Qualität bringt zusätzliche Sicherheit – ein wichtiger Aspekt. Die extra Sicherheit nützt dem Anwender, wenn die Buskabel große Distanzen überbrücken müssen. Sie greift, wenn die Kabel mechanischem oder umweltbedingtem Stress ausgesetzt sind. Außerdem bieten Leistungsreserven in Buskabeln Zukunftssicherheit. \“Ein starkes Argument, da die nächste Version des Bus-Standards bestimmt nicht langsamer ist,\“ so Andris. Ein Blick in den Katalog Wie diese Vorgaben praktisch umgesetzt sind, zeigt ein Blick in den TKD-Katalog. Exakt den Standard treffen die Interbus- und Interbus Hybrid-Leitungen. Da dieser Bus für relativ niedrige Datenraten von 500kBit/s über 400m ausgelegt ist, liegt hier das \’Extra\‘ eher auf NF-Eigenschaften wie sehr hohen Isolationswiderständen durch Pelon-Aderisolierungen. Die hochfeste Aderisolierung sorgt für zusätzliche mechanische Belastbarkeit, die bei bewegten Anwendungen oder der Installation großer Kabellängen die Integrität der Leitung gewährleistet. Datenraten von mehr als 10Mbit/s sind bei Profibus-Einsätzen zu bewältigen. Entsprechend werden die Profibusleitungen mit sauber definierten Wellenwiderständen konstruiert und gefertigt. Da man auch hier standardmäßig auf das hochwertige Polyolefin Pelon für die Aderisolierung setzt, sind Kabelvarianten für hohe Biegewechselfestigkeit als Katalog-Artikel abrufbar. Profibus-Kabel mit 150 O Wellenwiderstand bietet TKD mit Aderisolierungen aus geschäumten Polyolefinen an. Dieser Aufbau verbindet sehr gute HF-Eigenschaften mit kompakten Abmessungen, die für die Anschlusstechnik und die Handhabbarkeit der \’twisted-pair\‘ Konstruktionen wichtig sind. Schnell hinauf gehen die Datenraten, die die Profinet-Kabel durchlaufen – 100Mbit/s über 100m Distanz müssen die Kabel mindestens übertragen können. Profinet ist ein etablierter Ethernet-Standard für industrielle Automatisierungstechnik. TKD verwendet für hochpräzise Sternvierer-Konfigurationen mit kleinster \’delay-dispersion\‘ vorzugsweise polyolefinische Primärisolierungen. Zu den Besonderheiten der Profinet-Leitungen, die auch mit cUL-Zulassung angeboten werden, gehört ihre \’Schnell-Kontakt\‘ Ausführung. Im Handumdrehen lässt sich hier mit einem von TKD im Zubehörkatalog angebotenen Spezialwerkzeug der Mantel abisolieren. Voraussetzung für das zeitsparende \’Assembly\‘ bildet die überaus präzise Extrusion des Außenmantels, der extrem zentrisch gespritzt und auf gleichmäßige Wandstärke getrimmt sein muss. Die Vielfalt an symmetrischen Datenkabeln von TKD ist beachtlich: geschirmte oder ungeschirmte Paare, Sternvierer oder \’Dieselhorst-Martin Vierer\‘ – zwei verdrillte Paare, wie bei Can oder dem \’artverwandten\‘ DeviceNet – erfüllen die wichtigsten Standards für Buskabel sehr genau. Dabei werden die elektrischen Spezifikationen exakt eingehalten. Wahlweise gibt es die Busleitungen für unterschiedlichste mechanische Belastungen. Das Spektrum reicht von \’normaler\‘ (feste Verlegung bzw. gelegentliche Bewegung) über \’erhöhte\‘ bis zu \’hoher\‘ Beanspruchung – etwa in Schleppketten im rauen industriellen Einsatz. Verlässt man sich bei einfachen Einsätzen auf den preiswerten Werkstoff PVC, kommt bei industriellen Highflex-Anwendungen das auf hohe Beweglichkeit und Robustheit getrimmte Polyurethan (PUR) zur Anwendung – in Kombination mit hochverlitzten Kupferleitern. Extra-Schutz von außen
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