Ziel des \’Day of Automation\‘ war es laut Veranstalter, den Teilnehmern die Chance zu geben, sich ganz ohne Messestress über Neuerungen und Trends aus dem Bereich der industriellen Automatisierung zu informieren, Kontakte zu knüpfen und sich somit entscheidende Wettbewerbsvorteile für die Zukunft zu verschaffen. Die Themenschwerpunkte der Referenten aus der Industrie und Wirtschaft waren ProfiNet, sicherheitsgerichtete IEC61508-Technologien sowie ein Überblick zukunftsorientierter Betriebssysteme für die Automatisierung. ProfiNet, SafeOS und FDT/DTM Den Anfang der Vortragsreihe machte Gunnar Lessmann von Phoenix Contact. Er stellte die Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten von ProfiNet, dem offenen Industrial Ethernet Standard, vor. In seinem Vortrag machte er deutlich, dass für eine auf Ethernet basierende Lösung ProfiNet die beste Wahl ist. \“ProfiNet deckt alle Anforderungen der Automatisierungstechnik ab\“, betonte Lessmann. ProfiNet basiere auf Ethernet, nutze TCP/IP und IT-Standards, sei Automatisierung in Realtime, und letztendlich ermögliche der Standard die nahtlose Integration von Feldbus-Systemen. Was die ProfiNet-Feldbusintegration anbelangt, sind im Moment Interbus, Profibus und AS-i spezifiziert, in Arbeit sind DeviceNet, Hart sowie Foundation Fieldbus. Des Weiteren erläuterte Gunnar Lessmann die ProfiNet-Einsatzmöglichkeiten wie Wireless Applikationen oder Profisafe auf ProfiNet. Volker Sasse, Sales Manager bei KW-Software, referierte über das sichere Laufzeitsystem SafeOS. Als \“bis SIL3-fähige\“ Lösung ist SafeOS ein zwei kanaliges, diversitäres IEC61508-Laufzeitsystem. Er sagte, es gäbe ein hohes Potenzial für Sicherheit und Produktivität in der Automatisierungstechnik. Bei Maschinen und Anlagen sei ein Wandel in der Sicherheitstechnik zu beobachten. Als Faustformel, ab wann sich der Einsatz einer Sicherheits-SPS lohne, nannte er drei bis fünf Sicherheitspunkte. Danach ging er auf die Software-Architektur einer Sicherheits-SPS sowie auf die Basisanforderungen sicherer Engineering-Software ein und gab einen Überblick über das sichere Programmiertool Safeprog. Die redundante bzw. diversitäre Softwarestruktur garantiere einen hohen Sicherheitsstandard bis SIL3, so Sasse. Die sicheren Softwarekomponenten von KW-Software zur Parametrierung, Konfiguration und Programmierung sind gem. IEC61508 SIL3 (EN954-1 Kat.4) zertifiziert. Den Abschluss des Vormittagsprogramms machte Manfred Brill von Schneider Electric mit einem Referat über den Nutzen von FDT/DTM in der Automatisierungstechnik. Neben einer Beschreibung der Entstehung und Entwicklung des FDT/DTM-Konzeptes und der Erklärung der Technik war es sein Anliegen, die Vorteile, die sich mit dieser Standardisierung ergeben, zu verdeutlichen. Kurz beschrieben bedeutet die FDT (Field Device Tool)-Technologie eine Vereinheitlichung des Interface zwischen Feldgeräten und Systemen. Es ist möglich, Geräte von unterschiedlichen Herstellern über beliebige Systeme mit beliebigen Protokollen anzusprechen. Manfred Brill beschrieb zum Ende seiner Rede den langsamen Standardiesierungsprozess der Technologie, der im Oktober 2008 abgeschlossen sein soll. Die steigende Anzahl an Mitgliedern der FDT-Group, dem Zusammenschluss aus internationalen Unternehmen, deren Mission es ist, die FDT-Technologie zu standardisieren, zeige den großen Nutzen dieser Technologie, sagte Brill. Von ProConOS bis Linux Nachdem die Teilnehmer in der Mittagspause die Gelegenheit hatten, sich auf der begleitenden Ausstellung weitere Informationen zu beschaffen, eröffnete Boris Waldeck, Sales Director bei KW-Software, den zweiten Teil der kompakten Tagesveranstaltung. Der erste Vortrag am Nachmittag behandelte das Thema ProConOS embedded CLR NIOS II goes .NET. Boris Waldeck machte deutlich, dass Embedded-Geräte, harte Echtzeit und Microsoft .NET kein Widerspruch sind. Mit der ProConOS embedded CLR (Common Language Runtime) bietet KW-Software eine echtzeitfähige CLR für Embedded-Geräte. Die Programme werden in der Programmiersprache C# und in IEC 61131-3 geschrieben. \“C# ist die wichtigste Programmiersprache für .NET, ähnlich C++ und einfach zu erlernen\“, so Waldeck. Im folgenden Beitrag erklärte Dr. Andreas Koll, Leiter Engineering der Mettler & Fuchs AG, warum eine Automatisierungslösung mit einem Industrie-PC und einer Soft-SPS mittlerweile ein gute Sache ist: \“Mit dieser Konstellation ließen sich die heutigen Kundenanforderungen wie Produktionssicherheit, Integrierte Steuerung und Datenmanagement, die Anbindung externer Systeme und Kostenreduktion durch Prozessoptimierung bestmöglich umsetzen.\“ Robert Bühlmann von der Profimatics GmbH erörterte anschließend die neuen Möglichkeiten für die Automatisierungstechnik, die sich mit dem Intel Core Duo-Design ergeben. Zwei Kerne und zwei Betriebssysteme bedeuten mehr Performance für die Applikationen, sagte Robert Bühlmann. Im letzten Vortrag des Tages versuchte Dr. Carsten Emde, Geschäftsführer der OSADL (Open Source Automation Development Lab) eG, die Zuhörer von der Eignung von Linux für die Automatisierungsindustrie zu überzeugen. OSADL hat sich u.a. zur Aufgabe gemacht, bei der Entwicklung eines Betriebssystem-Kernels mit Eigenschaften, wie sie in der Automatisierungsindustrie benötigt werden, Unterstützung zu leisten. Umfangreicher Erfahrungsaustausch
Day of Automation: KW-Software lädt zum Erfahrungsaustausch ein
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