Wie in jeder Branche gibt es auch in der Automatisierungstechnik einige Persönlichkeiten, die der Szene ihren ganz persönlichen Stempel aufgedrückt haben. Visionäre und leidenschaftliche Menschen mit Automatisierung im Blut. Die konkreten Ergebnisse davon sind beispielsweise integrierte Antriebstechnik, Feldbustechnologie, I/O-Knoten, PC-basierte Steuerungstechnik, Ethernet und Webtechnologien in der Automatisierungstechnik und Touch- und Gestensteuerung. Martin Jetter ist solch eine Persönlichkeit, er war mein Chef für fast 20 Jahre. Es war ein Genuss für mich, die auf Ethernet und Webtechnologien basierte Jetweb-Technologie um die Jahrtausendwende am Markt bekannt zu machen. Martin Jetter hatte aber schon viel früher seine ganz eigene Meinung davon, wie ein Steuerungssystem aussehen sollte. Bereits Ende der 80er-Jahre hat er mit seinen Ingenieuren ein Steuerungssystem entwickelt, das sich fundamental von anderen SPS-Systemen unterschieden hat. Schon damals wurde die Antriebstechnik derart eng in die Steuerung integriert, dass eine Positionierung ein Kinderspiel war und der Onlinezugriff auf die Achsen von Haus aus gegeben. Programmiert wurde das System mit einer sehr einfachen Hochsprache auf Basis eines Jetter-eigenen Multitasking Betriebssystems. Martin Jetter hat das Unternehmen 1980 gegründet, zu einer Zeit, in der viele andere Unternehmen der Automatisierungstechnik auch aus der Taufe gehoben wurden. Ein wichtiger Schritt war auch der Börsengang des Unternehmens Ende der 90er-Jahre, der letztlich nicht ganz den Erfolg gebracht hat, den man sich damit erhofft hatte. Die Entwicklung und Markteinführung der Jetweb-Technologie war wesentlicher Bestandteil der Börsenstory. Jetter hat zu einem Zeitpunkt auf Ethernet gesetzt, als viele andere Mitbewerber, insbesondere die großen Hersteller, Ethernet allenfalls im Bereich der weichen Echtzeit eingesetzt haben und lieber gesehen hätten, dass die mit viel Aufwand entwickelten Feldbusprodukte noch unbehelligt viele Jahre lang ihren Dienst tun können und vom Kunden gekauft werden. In den Jahren nach der Vorstellung von Jetweb sind dann die Ethernet-basierten Lösungen nur noch so auf den Markt gepurzelt: Ethercat, Powerlink, Profinet und Sercos III, um nur einige der Kandidaten zu nennen. Leider konnte sich die Automatisierungsbranche auch dieses Mal wieder nicht auf einen einheitlichen Standard einigen. Nach der Vorstellung und Markteinführung von Jetweb ist es dann um die Jetter AG einiges ruhiger geworden. Zu erwähnen ist sicherlich noch der Einstieg des Unternehmens in den Bereich der Automatisierung von mobilen Arbeitsmaschinen, wo man sich heute recht erfolgreich am Markt etabliert hat. Zugegeben, wenn ich das als ehemaliger Jetter-Mitarbeiter schreibe, dann ist das sicherlich subjektiv und mit ein klein wenig Wehmut verbunden. Martin Jetter verlässt jetzt offiziell sozusagen die \’operative Bühne der Automatisierungstechnik\‘ durch seinen Wechsel vom Vorstandsvorsitzenden in den Aufsichtsrat. Das Unternehmen Jetter ist in der Zwischenzeit von Bucher Industries einverleibt worden, ein Konzern, der gleichzeitig auch der größte Kunde des Unternehmens Jetter ist. Für mich ist Martin Jetter eine der ganz großen Persönlichkeiten der Automatisierungsbranche und ich wünsche mir, dass es auch in Zukunft Persönlichkeiten gibt, die bereit sind, quer zu denken und die bekannten Konventionen nicht einfach als gegeben zu betrachten. Ich hoffe, dass wir Martin Jetter auch zukünftig auf der SPS IPC Drives sehen werden – im operativen Tagesgeschäft aber vermutlich nicht mehr. Ich erlaube es mir als Chefredakteur des größten deutschen Automatisierungsmagazins im Namen der Automatisierungsbranche zu sagen: \“Danke Martin Jetter und nur das Beste für die Zukunft.\“
Ein Großer verlässt die Bühne
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