Damit auch im Service- und Reparaturfall die Stillstandszeiten kurz bleiben, kommt es auf die eindeutige und dauerhafte Kennzeichnung an: Klemmen-, Leiter-, Kabel-, und Betriebsmittel-Kennzeichnung müssen mittels geeigneter Markierungsprodukte auf die jeweilige Anwendung zugeschnitten sein. Bedruckt werden die Markierungsmaterialien mit kompakten Drucksystemen, die sowohl in den Fertigungsstätten als auch bei der Verdrahtung im Feld eingesetzt werden. Planung und Projektierung Die Planung und Projektierung elektrischer Anlagen erfolgt heute meistens mit CAE-Systemen. Dort werden alle Markierungs-relevanten Daten – etwa Kennzeichnungs-Informationen oder Querschnitte von Leitern und Kabeln – hinterlegt. Die Daten werden mit Software-Programmen zur Planung und Markierung – wie Clip Project von Phoenix Contact – zur direkten Verarbeitung auf den Drucksystemen aufbereitet. Als Teil der Wertschöpfungskette übernimmt das Programm per Mausklick aus den gängigen CAE-Systemen die hinterlegten Informationen: zu Klemmenpunkten, Kabeln und Leitungen sowie Kennzeichnungsdaten aus dem Stromlaufplan. Zusätzlich werden die vollständigen Bestell-, Stück-, Aufbau- und Montagelisten sowie eine zweidimensionale Darstellung der Klemmenleiste erzeugt. Clip Project erlaubt auch eine direkte Eingabe der Beschriftungsdaten – wenn der Schaltschrankbauer die CAE-Daten von seinem Kunden nicht elektronisch, sondern in Papierform erhält. Die Abbildungen und technischen Daten der Markierungsmaterialien, die Phoenix Contact anbietet, wurden alle in die Software integriert, was die Auswahl erleichtert. Zur Aktualisierung der Produktdaten gibt es regelmäßige Updates über das Internet. Auswahl der Kennzeichnungs-Materialen Die Anforderungen an die Kennzeichnungs-Materialien ergeben sich aus der Applikations- und Verarbeitungssicht. So ist eine einfache und schnelle Handhabung für den Schaltschrankbauer wichtig, um den Zeitaufwand bei der Montage zu minieren. Auch das einfache Auswechseln bei Inbetriebnahme oder Reparatur elektrischer Anlagen ist zu berücksichtigen. Bei der Kennzeichnung elektrischer Komponenten wird unterschieden zwischen Klemmen-, Leiter/Kabel- und Betriebsmittel-Kennzeichnung. Ein klares Schriftbild sorgt auch bei engen Platzverhältnissen für eine gute Lesbarkeit der Informationen. Damit der Qualitätsstandard bei der Kennzeichnung von verschiedenen Betriebsmitteln und Klemmen einheitlich ist, sollte das Produktprogramm an Kennzeichnungsmaterialien auf die Komponenten diverser Hersteller zugeschnitten sein. Vor der Markierungsauswahl sind einige Faktoren zu betrachten: – Welche Innhaltsstoffe sind erlaubt? Silikone, Halogene, Cadmium? – Gegen welche Chemikalien muss das Material beständig sein? Öle, Benzin, Fette, Laugen, Säuren? – Welchen Temperatur-Bereich soll es abdecken? – Ist eine Listung wie etwa UL oder CSA erforderlich? – Welche Brennbarkeitsklasse nach UL 94 muss das Material erfüllen? Die Anforderungen an das Material unterscheiden sich je nach Branche, wie etwa Verkehrstechnik, Energietechnik, Lebensmittelindustrie, Kernkraftwerke, Maschinen-, Schaltschrank- und Anlagenbau. Auswahl des geeigneten Druckverfahrens Eine zeitgemäße Kennzeichnung bietet viele Vorteile: Dauerhaft gute Lesbarkeit, optisch ansprechendes Erscheinungsbild sowie hohe Beständigkeit gegenüber mechanischen und chemischen Einflüssen. Verschiedene Druckverfahren erfüllen diese Ansprüche. So sorgt der Laserdrucker für eine hohe Haltbarkeit der Kennzeichnung. Im Schaltschrankbau trifft man ihn allerdings selten an – wegen hoher Sicherheits-Anforderungen und hoher Investitionen. Häufiger schon findet man Tinten-basierte Systeme wie den Beschriftungs-Plotter. Gearbeitet wird dort mit lösemittelhaltiger Tinte, die beim Verdampfen der Lösemittel aushärtet. Das Prinzip ist einfach, hat aber den Nachteil, dass die Beschriftungsstifte durch Verflüchtigung der Lösungsmittel leicht eintrocknen. Tinten-basierte Systeme beinhalten Lösungsmittel, die für die nötige Viskosität der Tinte sorgen. Durch Verdunstung – mit oder ohne Wärmeeinwirkung – werden Lösungsmittel wie Alkohol, Öle oder Wasser in die Umgebung abgegeben, und die Farbe bleibt als fester Bestandteil auf dem Substrat zurück. Dieser Vorgang lässt sich kaum kontrollieren, da die Verdunstung von weiteren Faktoren abhängt. Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit sowie die Zeit zwischen den Druckvorgängen spielen eine wichtige Rolle. Die ständige Regulierung des Druckvorgangs kostet viel Zeit und verursacht hohe Kosten im laufenden Betrieb. Außerdem belasten eingetrocknete Stifte und Druckerpatronen die Umwelt. Ebenfalls mit Tintenstrahltechnik arbeitet der Drucker Bluemark. Das von Phoenix Contact entwickelte System nutzt keine lösemittelbasierte Tinte, sondern ein lösemittelfreies Beschriftungsfluid. Ausgehärtet wird mittels UV-Licht, das durch LED-Technik erzeugt wird. Dadurch wird die Beschriftung lösemittelbeständig, wisch- und kratzfest. Dieses Drucksystem ist aufgrund seiner Konzeption für hohe Beschriftungsvolumen ausgelegt. Thermotransferdrucker als flexible Alternative Eine Alternative zum lösemittelbasierten Beschriftungssystem ist der Thermotransferdruck – ein Druckverfahren mit direkter Berührung des Markierungsmaterials. Als zentrales Element dient ein Thermodruckkopf (Bild 3), den man sich vereinfacht als Druckkopf mit Nadelkissen vorstellen kann. Der Abstand der Heizelemente (Nadeln) bedingt die Druckauflösung. Standard ist heute 300dpi (dots per inch), selbst Schriftgrößen von 0,5mm sind möglich. Die Heizelemente werden blitzschnell erhitzt und wieder abgekühlt. Wo die erhitzten Elemente mit dem Farbband in Berührung kommen, erfolgt ein Farbauftrag auf das Druckmedium: wischfest, unempfindlich gegen Laugen und Säuren sowie temperaturbeständig bis 150°C. Das Thermotransferband besteht aus drei Hauptelementen: – Polyesterfilm (3,5 bis 6µm) – Hitzeempfindliche Transferbeschichtung (Wachs, Harz, Wachs/Harz, 2 bis 4µm) – Trägerfolie Die Vorteile dieses mit fester Druckfarbe arbeitenden Systems liegen auf der Hand: Niedrige Anschaffungskosten, kompakt und mobil einsetzbar, ohne Stillstandszeiten immer verfügbar. Im industriellen Umfeld kommt der Thermotransferdruck heute zur Bedruckung von Etiketten und Schrumpfschlauch zum Einsatz. Dabei wird meist flach gewalztes Rollenmaterial verarbeitet. Das Material lässt sich durch die flache Ausprägung einfach im Drucker transportieren und verarbeiten. Rollenmaterial eignet sich primär für die Massenbearbeitung von Markierungsmaterialien. Weil bei einer Größen- oder Typenänderung jedes Mal die Beschriftungsrolle gewechselt wird, ist das Rollenmaterial für kleine Serien nicht flexibel genug. Um auch hier die Vorteile des Thermotransferdrucks zu nutzen, hat Phoenix Contact den Drucker -\’Thermomark Card\‘ entwickelt, der zwei Kartenformate verarbeitet: – Material im Format 75×120 mm für Markierungsmaterialien mit ausgeprägter Kontur – etwa zur Klemmenbeschriftung – Flachmaterial im Format 115×165 mm in gestanzter Ausführung zur preisgünstigen Leiter-, Kabel- und Gerätekennzeichnung. Vor dem Start wird das Material ins Adaptermagazin gelegt. In nur acht Sekunden wird eine Karte mit bis zu 120 Markierungen vollständig bedruckt. Auch Etiketten-Materialien sind im Kartenformat erhältlich. Fazit Professionelle Markierungssysteme für den industriellen Bereich arbeiten mit ganz unterschiedlichen Materialen, die je nach Anwendungsgebiet unterschiedliche Anforderungen erfüllen. Software-Programme bilden die Basis für eine einfache Direkteingabe oder für eine komfortable Übernahme der Beschriftungsdaten aus dem CAE-System. In jedem Fall bilden Software, Drucksystem und Markierungsmaterial ein geschlossenes System, in dem alle Parameter aufeinander abgestimmt sind. Der Anwender spart nicht nur Zeit und Geld, er profitiert auch langfristig von hochwertigen Beschriftungen. Kasten: Schnell und kostengünstig zur richtigen Markierung Die Auswahl der richtigen Materialien und Systeme zur professionellen Kennzeichnung elektrischer Anlagen erfolgt in drei Schritten: – Planung und Projektierung – Auswahl der Kennzeichnungs-Materialien – Auswahl des Drucksystems Phoenix Contact bietet eine breite Palette an Materialien für die Klemmen-, Leiter/Kabel- und Gerätebeschriftung für unterschiedlichste Anforderungen in unterschiedlichen Branchen – in einem durchgängigen System von der Software bis zum Material.
Einsparpotenziale mit dem richtigen Drucksystem Plotter oder Thermotransferdrucker?
-
B&R und ABB trauern um CEO
B&R und ABB trauern um Florian Schneeberger, Division President von Machine Automation (B&R), der am 20. April bei einem Unfall in Salzburg, Österreich, ums Leben gekommen ist.
-
Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe im Februar: +1,0% zum Vormonat
Der reale (preisbereinigte) Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes im Februar gegenüber Januar saison- und kalenderbereinigt um 1,0% gestiegen.
-
Seit 18 Monaten: Stillstand beim Frauenanteil in den Vorständen
Am 1. März waren die Vorstände der 160 deutschen Börsenunternehmen in DAX, MDAX und SDAX mit 554 Männern und 136 Frauen besetzt.
-
Vorsprung im Packaging
Automatisierungstechnik von Beckhoff ermöglicht die effiziente Entwicklung ressourcenschonender Verpackungsmaschinen, verkürzt Konstruktionszeiten und senkt Kosten – für innovative Lösungen und nachhaltige Produktionsprozesse.
-
UL Solutions zertifiziert Cyberresilienz von Ethercat
Das Gutachten und die Zertifikate von UL Solutions bestätigen nach Prüfung gemäß IEC62443 die Aussagen der ETG: Die Ethercat-Technologie erfüllt bereits ohne Änderungen die Anforderungen an Systeme, die…
-
Anzeige
Vorsprung im Packaging
Automatisierungstechnik von Beckhoff ermöglicht die effiziente Entwicklung ressourcenschonender Verpackungsmaschinen, verkürzt Konstruktionszeiten und senkt…
-
Neuwahlen der PNO
Am ersten Tag der Hannovermesse fand die jährliche Mitgliederversammlung der Profibus Nutzerorganisation statt.…
-
75-jähriges Jubiläum 2026
Wago startet mit Plus und Investitionen ins Jubiläumsjahr
Wago feiert im Jahr 2026 sein 75-jähriges Jubiläum. Auch der Blick auf die…
-
Sick steigert Umsatz um 6,5%
Der Umsatz von Sick im Geschäftsjahr 2025 stieg trotz des herausforderndem Marktumfelds an…
-
Akustische Bildgebungskamera Flir Si2-Pro
Akustische Bildgebung zur Leck- und Fehlererkennung
Mit der Si2-Pro erweitert Flir sein Portfolio akustischer Bildgebungskameras für industrielle Diagnoseaufgaben.
-
Physical AI live erleben: Beckhoff auf der HMI 2026
Die Verschmelzung von künstlicher Intelligenz und klassischer Maschinensteuerung als Basis für Physical AI…
-
Ermöglicht zwei Synchronbewegungen
Antriebssystem für Logistik
Das Antriebssystem DualGear von Faulhaber wurde gezielt für Anwendungen in Förderbändern sowie in…
-
Zukunftssichere Maschinenvisualisierung
Webbasiertes HMI
Weidmüller kombiniert die Touchpanelserie U-View Advanced V2 sowie das Web-HMI Procon-Web ES zu…
-
TÜV Nord: Zertifizierung für sichere Entwicklungsprozesse
Bachmann Electronic erlangt IEC62443-4-1 – ML 3
Bachmann Electronic hat die Zertifizierung nach IEC62443-4-1 auf Maturity Level 3 erreicht.
-
Hochsicherer Entwicklungsprozess für Industrieprodukte:
Genua erhält IEC-62443-4-1-Zertifikat
IT-Sicherheitshersteller Genua wurde nach IEC62443-4-1 zertifiziert.
-
Color Camera für hochpräzise RGB-Druckmarkenerkennung
Closed-Loop-Vision für ausschussfreie Druckproduktion
B&R erweitert sein Vision-Portfolio um eine neue Color Camera zur hochpräzisen RGB-Druckmarkenerkennung.
-
Neues Modell von Voltcraft jetzt auf der Conrad Sourcing Platform erhältlich
Wärmebildkamera für präzise Thermografie
Mit der WB-430 erweitert Voltcraft sein Messtechnik-Portfolio um eine Wärmebildkamera für professionelle Prüf-…
-
Middleware zur Anbindung von Maschinen, Anlagen und IT-Systemen
Audit-Trail für regulierte Produktionsumgebungen
Mit Release 4.3 erweitert Kontron AIS seine Middleware FabEagle Connect um neue Funktionen…
-
Neue Steckverbindergröße
Spart bis zu 40% Bauraum
Mit der neuen Baugröße 4 erweitert Harting seine Steckverbinder-Baureihen Han-Eco, Han B und…
-
78,6% durch Iran-Krieg verunsichert
Die Unsicherheit unter den Unternehmen in Deutschland hat in den vergangenen Wochen deutlich…
-
Robuste Connectivity als Rückgrat der hypervernetzten Produktion
Netzwerke für Digitalisierung in rauer Umgebung
R&M entwickelt durchgängige Infrastrukturlösungen für industrielle Datennetze – von der Feldebene bis zur…
-
Hannover Messe mit Besucherrückgang zu 2025
110.000 Besucherinnen und Besucher aus aller Welt nahmen an der weltweit führenden Messe…
-
NewGen Multitouch-HMIs
Volle Visualisierungspower
Mit der NewGen-Serie bietet Sigmatek leistungsfähige Web-Panels für anspruchsvolle Visualisierungsaufgaben.
-
Embedded-Modul
Multiprotokoll-Modul für cybersichere industrielle Kommunikation
Hilscher stellt mit dem comX 90 ein neues Embedded-Modul für industrielle Kommunikationsschnittstellen vor.
-
CleverReader
Kompakter Codeleser für schnelle Anwendungen
Mit dem CleverReader von Pepperl+Fuchs steht ein stationärer 1D-/2D-Codeleser für zuverlässige Identifikationsaufgaben in…
















