Der zur Fiat-Gruppe gehörende Automobilhersteller Alfa Romeo hat im vergangenen Jahr seinen jüngsten Kleinwagen MiTo im Markt eingeführt. Das Wort MiTo bedeutet im Italienischen eigentlich \’Mythos\‘ steht aber für die Abkürzung Milano und Torino. In Turin wiederum sitzt das Unternehmen Comau Robotics, das seit 30 Jahren Industrieroboter entwickelt und produziert. Hier schließt sich der Kreis: Alfa Romeo nutzt Industrieroboter von Comau für die wirtschaftliche und zuverlässige Produktion des MiTo. Technologisch immer vorne In der Vergangenheit hat Comau auf anwendungsspezifische Automatisierungslösungen gesetzt. Doch diese Lösungen haben auch ihre Schattenseiten, was z.B. die kontinuierlichen Weiterentwicklungen betrifft. Gerade in der Automatisierung sind die Entwicklungszyklen ausgesprochen kurz, sodass ständig verbesserte Technologien etabliert werden, die noch mehr Wirtschaftlichkeit gewährleisten. Eine spezifische Lösung kann hier schnell \’alt\‘ aussehen, denn jede notwendige Anpassung bzw. Weiterentwicklung schlägt sich bei der Gesamtkostenbetrachtung negativ zu Buche. Erfüllen Standardkomponenten die hohen Anforderungen des Maschinenbauers? Diese Frage stellte sich Comau und evaluierte beide Ansätze namhafter Automatisierungshersteller. Der Schwerpunkt bei einem Roboter liegt in der Antriebstechnik. Die Interpolation der Achsen wird zentral auf einem PC gerechnet. Das System muss ebenfalls offen für die klassischen Feldbusse sein. Comau entschied sich für den Einsatz von Standardkomponenten, da diese kontinuierlich weiterentwickelt werden. Darüber hinaus kann Comau das gesamte Produktportfolio nutzen. \“Mit der Entscheidung, die integrierten Automatisierungslösungen von B&R zu nutzen, haben wir eine technologische Partnerschaft begründet, die uns kurz-, mittel- und langfristige Wettbewerbsvorteile schaffen wird\“, erklärt Maurizio Filoni, General Manager von Comau Robotics. Powerlink bietet Flexibilität Für die Roboter-Applikation von Comau eignet sich das modulare Antriebssystem AcoposMulti. Ein Industrie-PC mit einem Core-2-Duo-Prozessor bietet ausreichend Rechenleistung für die Bahnberechnung. Die Sollwerte werden zyklisch alle 400µs über Powerlink an die Servoumrichter gesendet. Powerlink bietet genügend Bandbreite, damit zwei komplette Roboter mit Zusatzachsen, E/A-Daten, Diagnosedaten, Safety-Informationen und Feldbussen getunnelt werden können. Über Powerlink kann Comau eine beliebige Zahl an Profibus-, Devicenet- oder CANopen-Master/Slaves kombiniert eingebunden werden. Das ist wichtig, damit der Roboter in Produktionswerken an eine bestehende Infrastruktur angebunden werden kann. Schaltschrank um 30% reduziert Mit der B&R-Lösung konnte Comau den bereits optimierten Schaltschrank um weitere 30% reduzieren. Aufgrund der kompakten Bauweise von AcoposMulti kann mit nur drei Doppelachsmodulen auf engsten Raum ein Roboter mit sechs Achsen betrieben werden. Die Durchsteckvariante – eine von drei Kühlvarianten des AcoposMulti – ermöglicht, dass die Kühlkörper außerhalb des Schaltschranks platziert sind. Das spart Platz und lässt im Schaltschrank keine zusätzliche Temperatur entstehen. Außerdem kann der Schaltschrank aufgrund des APC820, ein leistungsstarker Industrie-PC im AcoposMulti-Format, weiter reduziert werden. Sicher: Redundante Motorbremse Im spannungslosen Zustand wird der Roboterarm mittels Motorbremsen gehalten. Der Arm würde ansonsten aufgrund der Gravitation ungebremst zu Boden gehen. Dabei können mechanische Schäden sowohl am Roboter selbst als auch in der Umgebung entstehen. Um das zu vermeiden, hat B&R in Zusammenarbeit mit Comau eine Safe-Brake-Control-Funktion entwickelt. Dies ist eine zusätzlich redundant ausgeführte Motorbremsansteuerung. Was aber wenn, die Motorbremse selbst versagt? Der AcoposMulti erkennt dies und verhindert ein schnelles Abfallen des Armes, indem die Energie im Motor selbst vernichtet wird. Der Roboterarm geht somit gedämpft zu Boden und verhindert einen Schaden am Roboter und der Umgebung. \“Die Safe-Brake-Control-Lösung ist eines der Beispiele, wo B&R bewiesen hat, dass die Zusammenarbeit hervorragend funktioniert. Dadurch erreichen unsere Roboter im Zusammenhang der Motorbremsansteuerung SIL2\“, erklärt Enrico Mauletti, Engineering Director bei COMAU. Er fügt hinzu: \“Unsere Ingenieure konnten in Kooperation mit B&R die Cogging Kompensation optimieren, um eine gleichförmige Bewegung bei niedrigen Drehzahlen sicherzustellen.\“ Safe Motion – Safe Robot In Zukunft wird das Thema Safe Motion immer mehr an Bedeutung gewinnen. \“Mit den sicheren Antrieben von B&R können wir unseren Kunden intelligente Sicherheitsfunktionen anbieten. Die Zukunft ist damit gesichert\“, schließt Enrico Mauletti. Kasten: Comau Gegründet: 1978 Mitarbeiter: 254 weltweit Standorte: Turin (IT) Produkte & Services: 6-Achsen-Industrieroboter, Roboterzellen (hauptsächlich Schweiß- und Handlingapplikationen) und Prozessintegrationslösungen
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