Die Planung, Modernisierung, Rationalisierung oder Instandhaltung einer Anlage verlangt einen ganzheitlichen Ansatz. Größter Wunsch der Endkunden ist dabei eine integrative Engineering-Umgebung zur Inbetriebnahme, Konfiguration und Verwaltung von beliebigen Feldgeräten, von beliebigen Herstellern und mit beliebigen Kommunikationsprotokollen an Board, Feldbus- oder Real-Time-Ethernet-basiert. Die FDT-Technologie hat sich aufgrund ihrer Offenheit mittlerweile zur Integrationsplattform entwickelt – für alle Lebenszyklen von Feldgeräten: Planung, Installation, Inbetriebnahme und Konfiguration, Wartung und Asset Management können mit der FDT-Rahmenapplikation erfolgen. Nahezu alle industriellen Protokolle sind bereits FDT-fähig, einige sind in der Spezifikationsphase. Vorteile für Hersteller FDT-Technologie bildet den Rahmen für die Tools der verschiedenen Herstellergeräte und Kommunikationsstandards. Dies erlaubt die Wiederverwendung von Software-Komponenten und sichert Kontinuität, indem es den IT-Standards der Zukunft folgt, und stellt auf diese Weise den Investitionsschutz sicher. Ein offener Standard erlaubt einem breiten Spektrum der Technologielieferanten an einem gerechten Wettbewerb zu partizipieren. Feldgerätehersteller, die auf die FDT-Technologie setzen, profitieren von der Verbreitung des Standards und können den Absatz ihrer Produkte diversifizieren und dadurch erhöhen. Vorteile für Endkunden Die wichtigste Wirkung der FDT-Technologie ist es jedoch, dass die Endkunden unabhängig werden und eine hochentwickelte Technologie erhalten. Es geht hier um Angebot und Nachfrage, um die Freiheit der Endkunden, um die Verfügbarkeit der Qualität selbst. Die fortgeschrittene Integration erfüllt die Wünsche der Zielgruppe. FDT: Das Konzept FDT steht für Field Device Tool. FDT ist ein offener Standard der Software-Schnittstellen-Spezifikation. Die FDT-Spezifikation regelt die Interaktion zwischen geräte- und protokollunabhängigen Engineeringwerkzeugen (FDT-Container, FDT-Frame-Applikation) und geräte- und protokollspezifischen Software-Komponenten (Device Type Manager, DTM). FDT ermöglicht einen einfachen Gerätezugriff und -konfiguration in einer Umgebung, die FDT-Schnittstellen unterstützt. Ein DTM ist ein Software-Proxy für ein Feldgerät und umfasst: – ein User-Interface für Geräteparametrierung (online & offline) – Funktionalität für Parametervalidierung – für Feldbussystem-Setup erforderliche geräte-spezifische Daten – gerätespezifische Diagnose-Funktionalität – Kommunikationsdienste basierend auf dem unterlagerten Bussystem Ý (Kommunikations-DTM) – Gateway-Dienste zwischen unterschiedlichen Protokollen Ý Gateway-DTM Ein Protokollabhängiger FDT-Container umfasst: – allgemeine Projektverwaltungsaufgaben (User Management, Reporting, Asset Management) – grafische Benutzerschnittstelle für Bustopologie-Engineering – Datenmodell für Bustopologie – Persistenz-Dienste (Projekt-Datenbank) Protokollspezifische Abhängigkeiten werden in entsprechenden Annexen zur FDT-Spezifikation abgehandelt. In so einem Annex werden protokollrelevante FDT-XML-Schemata standardisiert. Auf diesen basieren die XML-Dokumente, über welche die verschiedenen DTMs und die FDT-kompatible Frame-Applikation Informationen untereinander austauschen. Der FDT-Standard sorgt für die Interoperabilität zwischen den DTMs und FDT-Frame-Applikationen verschiedenster Hersteller. Der DTM-User-Interface Style-Guide sorgt für einheitliches Look&Feel der DTMs von verschiedenen Lieferanten. Fallstudie, Hilscher-Generic-DTM im praktischen Einsatz bei Omron Omron und Hilscher sind FDT-Group-Mitglieder. Sie unterstützen und verwenden die FDT-Technologie, beide bieten FDT-Frame-Applikationen und DTMs an. Omron Corporation ist ein Global Player mit Produkten und Dienstleistungen für Kunden auf dem Gebiet der Industrieautomation, elektronischer Komponenten und medizintechnischen Technologien. Die Firma Hilscher ist Lieferant von innovativen industriellen Kommunikationstechnologien und Anbieter von FDT/DTM-Entwicklungsdienstleistungen für Feldgerätehersteller und Integratoren. CX-ConfiguratorFDT von Omron ist ein FDT-basiertes, multi-protokollfähiges Netzwerk-Konfigurationstool. Die nahtlose Integration der DTMs von anderen Anbietern ist durch FDT-Standard gewährleistet. Das ermöglicht Omron, weitere Protokolle und Feldgeräte ohne großen Aufwand in das System zu integrieren. Omron hat die Freiheit bei der Wahl der Geräte und DTM für dieses, die am besten passenden Komponenten einzusetzen. Für die Integration der Profinet-IO-Geräte von verschiedenen Herstellern verlässt sich Omron auf eine Hilscher-Lösung, die auf dem generischen Ansatz basiert. Hilscher liefert für verschiedene Protokolle generische Geräte-DTMs an, die es erlauben, die Geräte über die Gerätebeschreibungsdateien in eine FDT/ DTM-Umgebung zu integrieren. Dieser Weg der Geräteintegration ist schnell und kostengünstig. Das für Omron maßgeschneiderte Hilscher-Generic-Profinet-IO-Device-DTM erlaubt CX-ConfiguratorFDT in Kombination mit Omrons Profinet-IO-Controller DTM den Zugriff auf die Profinet IO-Geräte der unterschiedlichen Hersteller. Da der DTM dem von der FDT Group vorgegebenen GUI-Style-Guide folgt, fügt er sich in Omrons FDT-Umgebung nahtlos ein (siehe Bild 1). Kasten 1: Hilscher-Generische-Geräte-DTMs – gibt es für Profinet IO, Profibus, CANopen, DeviceNet, Ethercat, Sercos. Weitere Protokolle folgen; – setzen auf die Gerätebeschreibungsdateien auf (GSDML, GSD, EDS, ESI, SDDML); – können entsprechend den Kundenwünschen maßgeschneidert werden; – sind lauffähig in einem beliebigen FDT-Container; – sind interoperabel mit den Kommunikations- and Geräte-DTMs der anderen Hersteller; – unterstützen Geräte verschiedenster Hersteller und haben verschiedene Protokolle an Board.
FDT-Technologie: Omron setzt bei Profinet IO auf Hilscher
Die Vorteile der FDT-Technologie sind vielfältig. Einerseits sind sie begründet in der Offenheit des FDT-Standards, andererseits liegen diese Vorteile in der eigentlichen Konzeption der Technologie selbst. Nutznießer sind alle Beteiligten: Feldgerätehersteller, Dienstleister und vor allem die Endkunden.
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