In der Universitätsklinik von Gand in Belgien ist bereits ein Rhodotron- Teilchenbeschleuniger von IBA (Ion Beam Applications) im Einsatz. Dort dient er zur Produktion von Fluor-Deoxyglykose (FDG), einem Glucoseabkömmling, der in den Zuckerstoffwechsel von Tumoren eingeschleust wird. FDG kann vor und nach Therapie zur Verlaufskontrolle eingesetzt werden. Damit gelingt es, Tumore nachzuweisen oder auszuschließen. \“Wir legen höchsten Wert darauf, unseren Kunden, den Kliniken, im Falle eines vermeintlichen oder tatsächlichen Maschinenfehlers oder wenn sich sonstige Fragen ergeben, schnellstmöglich zur Seite zu stehen\“, erklärt Patrick Delcour, der zuständige Produktmanager bei IBA. Die bisher 80 ausgelieferten Teilchenbeschleuniger sind weltweit an verschiedenen Produktionsstandorten und in Kliniken verteilt. \“Mit Talk2M kann ich auf Standorte in Australien und Belgien innerhalb von drei Sekunden zugreifen und auch zwischen Standorten und Anlagen hin und her wechseln\“, äußert sich Patrick Delcour begeistert. Vorteile der Fernwartung Das sind nicht die einzigen Vorteile für IBA, die sich aus dem Einsatz der Fernwartungslösung Talk2M ergeben. Um die Vorteile einer Fernwartungslösung wie Talk2M zu erkennen und alle damit verbundenen Potenziale effizient nutzen zu können, muss man die Struktur einer Maschine wie die eines Teilchenbeschleunigers verstehen: Im Universitätskrankenhaus von Gand ist der Teilchenbeschleuniger Cyclone 18/9 aufgrund von Sicherheitsmaßnahmen in einem Bunker untergebracht. An diesem Ort werden mithilfe von nuklearen Reaktionen Radioisotope produziert. Der generelle Aufbau eines Teilchenbeschleunigers sieht so aus: Der Kern des Beschleunigers ist in einem Bunker untergebracht, der von einem Kontrollraum aus überwacht wird. Die Endschnittstelle ist dabei ein lokaler PC. Im Kontrollraum stehen einige Schaltschränke für die Versorgung der Magnete, die Steuerung der Radiofrequenzen sowie weiteres technisches Equipment zur Bedienung des Cyclotrons. Eine Siemens S7-Steuerung zur koordinierten Steuerung der Technik ist ebenfalls im Kontrollraum installiert. Fehler konnten bis dato nur von diesem Kontrollraum aus an Ort und Stelle behoben werden – basierend einzig auf Informationen aus Kontrolllampen und Displays. \“Die Informationen aus dem Kontrollraum waren für uns bisher immer nur sehr bruchstückhaft und wenig hilfreich\“, betont Patrick Delcour. Im Fehlerfalle konnte der Kunde bisher nur die IBA-Hotline anrufen. \“Es ist leicht auszumalen, welche Kommunikationsprobleme entstehen, wenn ein Kunde aus Korea oder Australien anruft.\“ Mithilfe der bruchstückhaften Informationen durch den Kunden am Telefon blieb dem Support-Team bei IBA nur die Option, den Kunden die Kontrolllampen und Displays im Kontrollraum überprüfen zu lassen. Meistens war der Kunde jedoch nicht in der Lage, die Lampen und Displays richtig zu interpretieren, sodass das Support-Team nicht in der Lage war, geeignete Hilfe per mündlicher oder schriftlicher Anweisung aus der Ferne zu leisten. Fernwartungslösung eingeführt Um den After-Sales-Service zu verbessern und die Reisekosten für das Trouble-Shooting zu reduzieren, entschied man sich für eine Fernwartungslösung. Im ersten Schritt versuchte man es mit einer eigens programmierten Software. Diese stellte sich jedoch bei der Bedienung und Installation als zu kompliziert heraus. Auch hatten lediglich die Programmierer auf die Software Zugriff, nicht die Ingenieure an Ort und Stelle. Außerdem verfügte diese Software nicht über die Möglichkeit des Fernzugriffs auf die Anlagen. \“Durch die schnell wachsenden Verkaufszahlen wird es immer wichtiger, den After-Sales-Service effizienter zu gestalten und die damit verbundenen Kosten im Griff zu behalten\“, berichtet Patrick Delcour. \“Außerdem schaut der Anwender zu Recht mit wachen Augen auf die Lifetime-Costs und Stillstandszeiten. Die Talk2M-Lösung revolutionierte den Arbeitsalltag bei IBA.\“ Besonders wichtig sei, dass die Lösung einfach einzurichten ist und eine grafische Bedienung ermöglicht, sodass man mit nur drei Klicks mit den Produktionsmaschinen verbunden ist. Ein weiterer Vorteil ist, das mehrere autorisierte Personen, von verschiedenen Standorten aus, gleichzeitig auf die gleiche Maschine zugreifen und die Fehlerdiagnose stellen sowie Gegenmaßnahmen einleiten können. Überwachung per Internet Talk2M ist ein Internetservice, der im Zusammenspiel mit den Fernwartungsmodulen eWon eine Möglichkeit zur Fernüberwachung von Maschinen und Anlagen bietet. Talk2M basiert auf dem Plug&Play-Prinzip. Dadurch vereinfacht sich die Installation und die Bedienung. Wie wird die Kommunikation mit dem System eWon & Talk2M an sich aufgebaut? Bei der Verbindungsherstellung handelt es sich rein um ausgehende Verbindungen. D.h. das vorhandene Firmennetzwerk muss durch einen Zugriff von außen nicht geöffnet werden. Die Firewall bleibt dicht. Vorhandene Sicherheitsrichtlinien werden beibehalten, und die Sicherheit ist weiterhin gewährleistet. Das wird die IT-Systemadministratoren freuen, die für die Sicherheit des Firmennetzwerkes verantwortlich sind. Genutzt wird das vorhandene Firmen-Ethernet (Firmen-LAN), um mit der Anlage zu kommunizieren. Es müssen keine zusätzlichen DSL-Anschlüsse genutzt werden. Über das Firmennetzwerk besteht die Möglichkeit, mit der Anlage zu kommunizieren – obwohl es sich um eine ausgehende Verbindung handelt. Durch die Nutzung der VPN-Tunnel-Technik werden die Daten sicher und gegen Zugriffe von Außen geschützt übertragen. Bestehende IT-Sicherheitsrichtlinien bei den Anwendern bleiben davon unberührt, da lediglich Standard-Ports verwendet werden und somit nicht erst aufwändig Firewalls oder ähnliche Sicherheitsmechanismen angepasst werden müssen. Die Kommunikation wird verschlüsselt über das Internet durch einen VPN-Tunnel hergestellt. IBA installierte am Standort Gand ein Fernwartungsmodul eWon 2005CD. Das Modul wurde über den WAN-Port und einen DSL-Router mit dem Internet verbunden, sodass eine Verbindung zum Talk2M-Server hergestellt werden konnte. Interne Kommunikation Nicht nur bei der \’externen\‘ Kommunikation wurde auf die Ethernettechnik gesetzt. Auch für die intere Kommunikation zur Anlage entschied man sich für die ethernetbasierende Feldbustechnik. Auf der LAN-Seite ist das eWon-Gerät mit einer IP-Webcam verbunden, die im Kontrollraum platziert ist. Daneben sind Talk2M und eWon mit der S7-Steuerung und dem Kontroll-PC verbunden. Der Vorteil bei dieser Art der Kommunikation liegt auf der Hand: Die Anlage ist unabhängig von ihrem Standort im Unternehmen über Ethernet erreichbar. So ist nicht nur der Teilchenbeschleuniger, die Webcam und der Kontroll-PC erreichbar, sondern auch andere Systeme, die zukünftig dort installiert werden. Ethernet birgt viele Möglichkeiten, die erst bei der Inbetriebnahme deutlich werden. Außerdem sprechen die Nutzer mittlerweile schon von weiteren Systemen, die zwar ethernetbasierend sind, nicht aber über Standardprotokolle erreicht werden können. Auch hierfür eignen sich Talk2M und eWon. Der Standard bei eWon ist bereits heute die Ethernettechnik, egal welche Art von Protokoll genutzt wird. Weiterhin hat IBA einen intelligenten Alarmservice per SMS installiert, der mithilfe des im eWon eingebauten GSM-Moduls realisiert ist. Diesen Service nutzen die IBA-Kunden und der hauseigene Kundendienst gleichermaßen, um Reaktionszeiten zu verkürzen und zustandsgesteuerte, vorbeugende Wartungen durchzuführen (Condition-Monitoring).
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