Gutes Management von Reklamationen untergliedert sich in drei Bereiche; Beschwerdemanagement, Verbesserungsprozess und eine gut funktionierende Organisation. Beschwerdemanagement beschreibt den Kontakt mit dem Kunden und hat die Aufgabe, den Kunden so schnell wie möglich zufriedenzustellen. Die Reklamation muss vom Kunden abgekoppelt werden und der Kunde braucht entweder eine sofortige Lösung seines Problems oder eine Information über den Prozess, der angestoßen wird, um sein Problem zu lösen. Beschwerdemanagement wird nicht von Personen durchgeführt, die die Reklamation verursacht haben, die sind sowieso im Moment unzufrieden mit sich selbst und daher schlechte Gesprächspartner. Solche Gespräche werden von speziellen Mitarbeitern geführt, die aufgrund ihrer guten Kommunikationsfähigkeit besonders dafür geeignet sind. Aus Reklamationen lernen Anschließend erfolgt die Analyse der Reklamation mit den Personen, die in den Kunden- oder Produktionsprozess eingebunden sind. Sinn der Analyse ist nicht die Kritik am Verursacher, sondern die Suche nach Wegen, um zukünftige Qualitätsabweichungen dieser Art zu vermeiden. Die Reklamation führt so zu einem Lernprozess, der das Unternehmen voranbringt. Diese Prozesse sind häufig in Qualitätsmanagementsysteme, wenn diese funktionsfähig sind. Eine Auswertung der Reklamationen nach vordefinierten Kriterien führt auch zu interessanten Ergebnissen. So kann man z.B. herausfinden, ob Häufungen von Reklamationen auf ungenügende Ausbildung, falsch konzipierte Prozesse oder Qualitätsabweichungen der eigenen Vorlieferanten zurückzuführen sind. Klare Strukturen als Voraussetzung Beschwerde- und Reklamationsmanagement funktionieren nicht oder eskalieren sogar bei einer unzureichenden Organisationsstruktur. Wenn Telefone nicht besetzt sind und Mitarbeiter nicht entscheidungsfähig sind oder keine Abwesenheits- oder Vertretungslisten existieren, bleibt jede Reklamation auf der Strecke. Da wird schnell aus einer Mücke ein Elefant, wenn der Kunde lange am Telefon wartet oder nicht zurückgerufen wird. Wer hier ansetzt und hier konsequente, verständliche und durchgängige Regeln schafft, wird nicht nur Reklamationsprozesse verbessern. Klare Regeln sorgen für gute interne und externe Kommunikationsprozesse und verbessern Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit. Vorleben für Kopf und Seele Dass Mitarbeiter die Hauptschuld an Reklamationen haben, ist eine Schutzbehauptung, um im Management nicht agieren zu müssen. Sicher kommt es immer wieder vor, dass einzelne Mitarbeiter sich nicht in Prozesse integrieren lassen, die große Mehrheit aber ist an gut laufenden und harmonischen Unternehmensaktivitäten interessiert. Reklamationsprozesse lassen sich nur verbessern, wenn das Management voran geht. Wird dieser Geist nicht vorgelebt, kommt er beim Mitarbeiter nicht an. Ist er vorhanden, führt dies sachlich zu besseren kostensparenden Unternehmensprozessen und emotional zu harmonischeren Geschäfts- und Mitarbeiterbeziehungen.
Flickschusterei Beschwerdemanagement
-
IoT-Füllstandmessung für vernetzte Prozesse
Wie Füllstanddaten die Logistik automatisieren
Füllstandsensoren liefern längst mehr als einzelne Messwerte. Vernetzt mit Cloud- und Inventory-Systemen können ihre Daten…
-
Interview zu Industrial DevOps
Warum Automatisierungssoftware zum Wettbewerbsfaktor wird
Maschinen werden längst nicht mehr nur über Mechanik und Elektronik definiert – immer häufiger entscheidet…
-
Anzeige
SPS-Entwicklung trifft DevOps: Wie CODESYS 4 IT-Methoden in die Automatisierung bringt
Git, CI/CD-Pipelines, automatisierte Builds, Code-Reviews im Team: in der Softwareentwicklung seit Jahren Standard, in der…
-
Servitization im Maschinenbau
Wie aus Maschinenverkauf neue Service-Geschäftsmodelle werden
Industrieunternehmen erwarten von Maschinenbauern und Automatisierungsanbietern leistungsfähige Maschinen oder Anlagen, aber auch Verfügbarkeit, planbare Betriebskosten…
-
Ultraschallsensorik
Robust messen fürs IIoT: Ultraschallsensor mit IO-Link
Für die Automation im Zeitalter des IIoT sind Multitask-ing-Sensoren gefragt. Neben zuverlässigen Messwerten sollen sie…
-
Größere Unternehmen fördern KI-Einsatz häufiger
Inwiefern der Einsatz generativer KI institutionell gefördert wird, hängt mit der Unternehmensgröße zusammen.
das könnte sie auch interessieren
-
Security für industrielle Software
Was der CRA für Apps und digitale Marktplätze bedeutet
-
Messdatenerfassung per USB
Steckbare Sensoren erfassen unterschiedliche Messgrößen

















