Am 18. Juni hat Siemens in Haguenau in Frankreich offiziell eine vollautomatisierte Fertigungsstätte für Durchflussmesstechnik eingeweiht. Der Standort im Elsass ist das neue Kompetenzzentrum für Mechatronik im Bereich Prozessmesstechnik und Analytik des Unternehmens und soll zukünftig Kunden in der ganzen Welt beliefern. Die Konzentration der Produktion ermöglicht es Siemens, das stark wachsende Durchfluss-Geschäft besser zu bedienen. Die Investition in die neue Technik soll auch die globale Wettbewerbsfähigkeit stärken. Produktion setzt Maßstäbe Aus dem Werk in Haguenau stammen viele bekannte Geräte wie z.B. intelligente Stellungsregler, Druck- und Temperatur-Transmitter und Messinstrumente für die Gasanalytik. In naher Zukunft wird die Produktion aller magnetisch-induktiven (MID) und Ultraschall-Durchflussmesser (US) von den bisherigen Standorten Nordborg in Dänemark und Stonehouse in Großbritannien nach Frankreich umziehen. Die Konzentration verkürzt die Produktions- und Lieferzeiten und verbessert die Produktionsbedingungen. Die Qualität der Produkte wird damit erhöht. In der mehr als 10.000m2 großen Halle werden alle Produktionsschritte nach den Prinzipien der \’Lean Production\‘ ausgeführt – von der Fertigung bis zur Kalibrierung. Das Konzept verbessert die Effizienz und generiert vielfältige Synergieeffekte. Lösung für viele Anwendungen In Zukunft werden alle magnetisch-induktiven Durchflussmesser der Produktfamilie Sitrans F M von Siemens in Haguenau gefertigt. In den letzten Jahren hat Siemens dieses Produktprogramm stark erweitert und ist so z.B. ein wichtiger Anbieter für die Wasser- und Abwasserindustrie geworden. Die Aufbereitung von Abwasser wird immer wichtiger und das mit möglichst wenig Energie. Unabdingbare Basis dafür sind genaue und zuverlässige Durchflussmesser. Der Sitrans F M MAG 5100 W stellt effiziente Prozesse in der Wasseraufbereitung sicher und liefert bei sehr niedrigen Durchflüssen, wie sie bei der Trennung von Schlamm und Abwasser typisch sind, die gewünschten Ergebnisse. Auch im Bereich Prozessindustrie können die MIDs mit immer neuen Features aufwarten. Der MAG 3100 P wurde speziell für die Chemieindustrie entwickelt und kommt z.B. in vielen neuen Bio-Ethanol-Anlagen rund um den Globus zum Einsatz. In der Lebensmittelindustrie finden magnetisch-induktive Durchflussmesser von Siemens insbesondere in Bauereien, bei der Softdrink-Herstellung oder in der Milch- und Zuckerindustrie Verwendung. Das Unternehmen ist Hauptlieferant bei einigen sehr großen Brauereien und Käseproduzenten. Bei einem Hersteller für Salatdressings sorgen Sitrans Magmeter dafür, dass alle Rohstoffe unter hygienischen Bedingungen schonend verarbeitet und genau dosiert werden. Das Gerät erfüllt die Anforderungen der Nahrungs- und Genussmittelindustrie und bestand den EHEDG Hygienetest (Bild 3). Die Kombination mit verschiedenen Messumformern ermöglicht es, die Systeme an die jeweilige Aufgabe anzupassen. Die MAG-Baureihe lässt sich einfach an das Prozessleitsystem anbinden. Genauigkeit Siemens arbeitet kontinuierlich an einer Verbesserung seiner magnetisch-induktiven Durchflussmesser. Nun gelang es dem Unternehmen, die Genauigkeit weiter zu steigern: Der Messumformer Sitrans F M MAG 5000 kommt auf ei-ne Genauigkeit von 0,4% der Durchflussmenge (vorher 0,5%). Die Mittelklasse Sitrans F M MAG 6000 und der 6000 l messen auf 0,20% der Durchflussmenge genau (vorher 0,25%). Warum ist Genauigkeit überhaupt wichtig? Die Gründe sind vielfältig. Wirtschaftlichkeit ist nur einer von vielen Aspekten. Beispiel Pharmaindustrie: Speziell bei hochwirksamen Stoffen, die mehrere Millionen Euro pro Kilogramm kosten können, zahlt sich eine hohe Genauigkeit schnell aus. Jede noch so kleine Verbesserung der Messgenauigkeit bei Dosierung, Abfüllung oder Mischung teurer Rohstoffe und Arzneimittel trägt dazu bei, die Kosten zu senken. Zudem vermeidet eine genaue Dosierung in allen Branchen Schäden oder Ausschuss aufgrund von Messwertabweichungen. Stichwort Verrechnung: Bei einer hohen Genauigkeit bezahlt der Kunde nur das, was er tatsächlich bekommt. Die Qualität von Durchflussmessungen kann sich also auch auf den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens auswirken. Keine Genauigkeit ohne Kalibrierung Diese Begriffe sind untrennbar miteinander verbunden. Eine Kalibrierung ist der Schlüssel zur Qualität von Geräten, denn sie stellt eine höchstmögliche Genauigkeit und Performance sicher. Bei einer Kalibrierung werden die Messwerte des zu überprüfenden Gerätes mit einem Objekt mit bekannten Maßen, einem sogenannten Normal, verglichen und die Abweichung bestimmt. Das Ergebnis und die zugehörige Messunsicherheit werden für den Anwender in einem Kalibrierbericht festgehalten. Seit mehr als 35 Jahren sind Kalibrierungen für Siemens eine wichtige Kernkompetenz, die das Unternehmen in Haguenau weiter ausgebaut hat. Die neue Produktionshalle beherbergt Kalibrieranlagen, die Nennweiten von DN 2mm bis DN 2.000mm abdecken (Bild 4). Alle Prozesse, Messinstrumente, Waagen, Referenzgeräte etc. wurden von akkreditierten Laboratorien überprüft, was immer auch ein Synonym für Qualität und Rückverfolgbarkeit ist. Die Kalibrierungen liefern gemäß IEC17025 auf internationale Standards rückführbare Ergebnisse inklusive Dokumentation. Verbesserte Produktionsabläufe Die neuen Kalibrieranlagen ermöglichen es, viele Geräte gleichzeitig zu überprüfen. Weil die Geräte in den Testaufbauten nicht mehr verschraubt, sondern nur noch mit Klammern fixiert werden, lassen sich die Montagezeiten verkürzen (Bild 5). So sind die Abläufe flexibler und effizienter gestaltet und es bleibt mehr Zeit zum Testen. Auch die Zahl der Referenzgeräte hat das Unternhemen ganz bewusst erhöht. Mehr Referenzpunkte verbessern die gesamte Kalibrierung und wirken sich positiv auf die Reproduzierbarkeit und Qualität der Geräte aus. Für genaue Kalibrierungen stehen verschiedene Kalibrierwaagen zur Verfügung. Die Messunsicherheit der Referenzwaage lässt sich in einer ununterbrochenen Kette von Vergleichsmessungen bis auf das Urkilogramm in Paris zurückverfolgen. Die Automatisierung der Prozesse verhindert menschliche Fehler wie sie früher z.B. beim Auslesen oder bei der Registrierung öfter vorkamen. Die moderne Buskommunikation ermöglicht ein durchgängiges Monitoring des Kalibrierprozesses. Der sogenannte Sensorprom speichert alle Kalibrierdaten. Der Speicherbaustein archiviert Daten und Grundeinstellungen des Sensors und ermöglicht Plug & Play und eine einfache Bedienung. Besonders nützlich ist der Sensorprom beim Gerätetausch, denn die neue Elektronik übernimmt automatisch alle Daten. So muss das Gerät weder neu konfiguriert noch neu kalibriert werden. Innovatives Gesamtkonzept Die neue Fertigungsstätte für Durchflusstechnologien in Haguenau vereint alle Produktionsschritte unter einem Dach. Das Konzept trägt u.a. dazu bei, die Qualität der Produkte weiter zu steigern. Dazu leisten auch die \’State-of-the-Art\‘-Kalibrieranlagen einen wesentlichen Beitrag. Mit der modernen, vollautomatisierten Produktion für magnetisch-induktive und Ultraschall-Durchflussmesser ist Siemens für ein zukünftiges Wachstum gerüstet.
Gebündelte Produktion für Durchflusstechnologien
-
Mikko Soirola
Neuer CEO für Elisa Industriq
Mikko Soirola startet als neuer CEO bei Elisa Industriq.
-
Drehkreuz in Südamerika
Wika eröffnet neues Werk in Brasilien
Wika hat Mitte März ein neues Werk am Standort Boituva in Brasilien eröffnet.
-
Feldbuskoppler
Feldbus und Anzeige konsequent integriert
In Profinet-basierten Anlagen übernimmt das PN220 von Motrona die Funktion eines Feldbuskopplers und bindet Sensorsignale strukturiert in das Netzwerk ein.
-
Seit März
Hannover Messe erhält eigenen Geschäftsbereich
Zum 1. März hat die Deutsche Messe einen eigenständigen Geschäftsbereich eingerichtet, der sich ausschließlich der Hannover Messe sowie thematisch verbundenen Partnermessen widmet.
-
Ifo-Konjunkturumfrage
Unternehmen planen mit höheren Preisen
Deutlich mehr Unternehmen in Deutschland planen mit höheren Preisen.
-
Gemeinsam zum vollständig integrierten Automatisierungs-Stack
Salz Automation und Tele vereinbaren Partnerschaft
Salz Automation und Tele Haase Steuergeräte gehen in ihrer Partnerschaft einen entscheidenden Schritt…
-
3D-Druck
Harting eröffnet Zentrum für 3D-Druck
Harting hat in seinem Werk Rahden ein „Center of Competence Additive Manufacturing“ eröffnet.
-
Professor Dr. Jörn Müller-Quade
Wibu-Systems beruft Kryptografie-Experten in Aufsichtsrat
Wibu-Systems hat Professor Dr. Jörn Müller-Quade in den Aufsichtsrat berufen.
-
IFR stellt Preisträgerinnen vor
Women in Robotics 2026
Um Frauen in der Robotikbranche mehr Sichtbarkeit und Anerkennung zu verschaffen, hat die…
-
93% verlagern KI zunehmend auf lokale Server
In den letzten zwei Jahren haben 93% befragter Unternehmen einige KI-Workloads zurück auf…
-
Erster Bauabschnitt eingeweiht
Neues Werk in Mexiko für Phoenix Contact
Phoenix Contact hat sein Produktionsnetzwerk auf dem amerikanischen Kontinent ausgebaut. In einem ersten…
-
Festo, Schaeffler und Ziehl-Abegg
Nominierte für Hermes Award stehen fest
Eine unabhängige Jury hat unter den zahlreichen Einreichungen drei Unternehmen für den Hermes…
-
Vorschau Hannover Messe 2026
KI als produktive Kraft in der Fabrik
Auf der Hannover Messe 2026 vom 20. bis 24. April soll künstliche Intelligenz…
-
Virtuelle Inbetriebnahme als strategisches Werkzeug
Anforderungen beim Retrofit
Die virtuelle Inbetriebnahme wird im Maschinenbau häufig dafür genutzt, um Steuerungssoftware bereits vor…
-
Warum KI im Mittelstand einen neuen Ansatz braucht
Vom Hype zur Wirkung
Eine aktuelle PwC-Studie unter mehr als 4.400 CEOs weltweit zeigt, dass die erhofften…
-
Klaus Conrad – Unternehmer, Visionär, Möglichmacher
90 Jahre Pioniergeist
Mit 18 Jahren tritt er ins Familienunternehmen ein, mit 40 übernimmt er die…
-
Miniatur-Sensoren realisieren hohe Reichweiten
So weit, so klein
Mit hoher Reichweite, kompaktem Design und optionaler IO-Link-Anbindung eignen sich die Sensoren der…
-
Dank Binnenmarkt
Deutsche Elektroexporte mit Plus auch zum Jahresbeginn
Auch zum Beginn des Jahres 2026 verzeichnete die deutsche Elektroindustrie ein Exportplus: Im…
-
Steuerung, Virtualisierung und Machine Learning auf einer gemeinsamen Plattform
KI für die SPS
Als virtualisierte, hardwareunabhängige Steuerungsplattform ermöglicht die Virtual PLCnext Control eine flexible und skalierbare…
-
Mobile Cobot-Lösung erhöht die Produktivität in der CNC-Fertigung
Für wechselnde Losgrößen und große Produktvielfalt geeignet
Das auf CNC-Präzisionsfertigung spezialisierte Unternehmen Harris RCS Ltd. verarbeitet eine Vielzahl von Materialien,…
-
Die Myzel Lifecycle Platform vernetzt Menschen, Maschinen und Daten
Wenn Sicherheit Wurzeln schlägt
Produktionsanlagen werden komplexer, gleichzeitig steigen die Anforderungen an Sicherheit, Dokumentation und Compliance. Betreiber…
-
Neue Bremssättel für Scheibenbremsen
Elektromagnetische Lüftung für hohe Stundenliestung
Die federbetätigten und elektromagnetisch gelüfteten Bremssättel der Baureihe MV FEM von Ringspann zeichnen…
-
Scada-Plattform Atvise mit Updates
Mehr Sicherheit und Kompatibilität für Scada-Systeme
Mit den Versionen 3.13 und 3.14 erweitert Bachmann Electronic seine Scada-Plattform Atvise um…
-
Beckhoff verbindet Sprachmodelle mit Echtzeitsteuerung
Physical AI: Wenn KI direkt Maschinen steuert“
Ein zentrales Thema für Beckhoff auf der Hannover Messe 2026 ist die Verschmelzung…
das könnte sie auch interessieren
-
10. Drehgeberrunde auf der SPS 2025
Blick zurück und in die Zukunft
-
ASi bringt Industrie-4.0-Schnittstellen auf die unterste Feldebene
Einfach, sicher, skalierbar
-
Energiekette mit Zugentlastung versorgt Umschlagmaschine
Stabile Verbindung für höhenverstellbare Kabine
-
















