Transientenrecorder für Energieübertragungsanlagen

Die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) ist die Lösung für die Übertragung großer Leistungen über lange Strecken, z.B. zur Versorgung Europas mit Solarstrom aus der Sahara oder für die Übertragung von Offshore-Windenergie via Seekabel-Verbindungen. Die Investitionen in HGÜ sind höher als für herkömmliche Wechselstrom-Hochspannungsleitungen. Durch die erforderliche leistungselektronische Wandlung von Wechselstrom zu Gleichstrom und wieder zurück zu Wechselstrom sind solche Übertragungssysteme aber technisch sehr komplex. Unregelmäßigkeiten im Hochspannungsnetz müssen schnell behoben werden, damit eine gleichmäßige und leistungsfähige Energieabdeckung gewährleistet ist. Wichtig ist dabei, den Charakter vereinzelt auftretender transienter Störungen zu analysieren, um die Gesamtperformance zu steigern. iba lieferte für eine Reihe von Anlagen zur Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung in Asien, Europa und Australien/Neuseeland mehrere TFR-Systeme, sogenannte Transient Fault Recorder oder Störschreiber. Das TFR-System zeichnet im Falle einer Störung alle wesentlichen Signale hochauflösend (10 bis 20KSamples/s) auf. Mittels Definition von Trigger-Werten und Szenarien kann die Aufzeichnung punktgenau gestartet werden. Jede Aufzeichnung hat ihre eigene Aufzeichnungssteuerung (Trigger), Signalauswahl und Speicherprofil-Zuordnung. Realisiert wurde die Störschreiber-Funktion mit speziellen Wandlern für die Energieübertragungstechnik, bestückt mit Modulen für Strom- und Spannungsmessung, Erfassungsmodulen für Alarm- und Statusmeldungen sowie Schnittstellenbaugruppen für die Systemkopplung zum Leitsystem. Erwähnenswert sind dabei die speziell für die Anforderungen der Energietechnik entwickelten Stromwandlermodule mit einem Überlastfaktor von 1/100 bei voller Auflösung.

Transparenz im Rohrherstellungswerk

Das iba-System wurde in einem Rohrherstellungswerk dazu eingesetzt, die komplexen Prozessabläufe transparent zu machen. Zielsetzung war es, die Inbetriebsetzungsdauer zu verkürzen und die Produktqualität zu steigern. Hierzu ist es notwendig, die Zustände der einzelnen Komponenten, Module und Aggregate sowie deren Wechselwirkungen messtechnisch zu erfassen. Auf diese Weise konnte sofort ein klares Bild der ablaufenden Prozesse gemacht werden und der Ist-Zustand auf Schwachstellen und Einsparpotentiale hin überprüft werden. Nach ersten Tests an einer Stauchpresse wurden alle Kern-Maschinen des Großrohrwerkes angebunden. Über die Konnektivität können Verbindungen zu Automatisierungswelten unterschiedlicher Hersteller geschaffen werden: Messdaten werden aus den Steuerungen von Siemens und Bosch-Rexroth mitgelesen, alle wichtigen Signale lückenlos in Messdateien abgelegt und mit dem kostenlosen Auswerteprogramm iba-Analyzer ausgewertet. Durch einen Vergleich von Ist- und Sollwerten wurde das Potential der Optimierung schnell sichtbar. Durch die eingeleiteten technischen Optimierungsmaßnahmen konnte auch die Zufriedenheit der Endkunden gesteigert werden, da Ausfallzeiten minimiert wurden und Maschinenschäden rechtzeitig vorgebeugt werden konnte.

Teil 5: Direkter Zugriff auf Rohdaten erleichtert die Datenintegration und Qualitätsdokumentation

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