Die interpack hat die Geschichte und den Wandel von Verpackungen und deren Produktionsanlagen innerhalb der vergangenen fünfzig Jahre immer aufs Engste begleitet. In einem halben Jahrhundert hat sich natürlich technisch enorm viel getan, aber auch die Rolle der Verpackung selbst hat sich gewandelt. Sie ist immer noch in erster Linie Transport- und Schutzhülle der zu verpackenden Güter. Doch ebenso wichtig sind mittlerweile Convenience-Faktoren – also die möglichst einfache und praktische Handhabung einer Verpackung mit leichter Dosierung, Wiederverschließbarkeit und Entnahmemöglichkeit – und vor allem ihr Einsatz als Marketing-Instrument. Die Verpackung ist ein Kommunikator, der am Point of Sale das Marketing unterstützt und nicht zuletzt zu spontanen Kaufentscheidungen führt. Einmal an eine Marke herangeführt, erkennt der Kunde \’sein\‘ Produkt über die Verpackung im Regal wieder. Die zunehmende Produktpiraterie lässt den Verpackungen außerdem eine zusätzliche wichtige Rolle zukommen: Den Kunden- und Markenschutz durch Originalitätssicherung: beispielsweise mithilfe von Verpackungen mit sichtbaren Sicherheitsmerkmalen wie Hologrammen aber auch verdeckten Techniken, wie etwa laserlesbaren Sicherheitsdrucken. Intelligent automatisieren Die intelligente Automation von Verpackungsmaschinen ist eine wesentliche Voraussetzung, um all diese Techniken auf breiter Front kostengünstig verfügbar zu machen. Die Umstellung von mechanisch auf mechatronisch geprägte Maschinen und Anlagen ist mittlerweile weitestgehend abgeschlossen. Dabei sind die Entwickler weiter bestrebt, den Mechanikanteil noch weiter zu reduzieren. Die steigende Verpackungsvielfalt und der Trend zu immer kleineren Losgrößen erfordern zudem flexible und schnelle Verpackungsmaschinen ohne lange Umrüstzeiten. Zügige Produktwechsel lassen sich einfach mit Robotern realisieren. Nach dem Automobilbau ist deshalb der Verpackungsmaschinenbau einer der wichtigsten Absatzmärkte für Robotersysteme. Setzte man früher Roboter hauptsächlich in End-of-Line Maschinen zum Palettieren ein, wo große Lasten in einem verhältnismäßig geringen Tempo bewegt werden, so integriert man sie heute verstärkt in Primär- und Sekundärverpackungsprozesse. Das reibungslose Zusammenspiel zwischen Robotern, Greifern, Steuerungssoftware, Sensoren sowie Fördertechnik und Hilfseinrichtungen ist die Voraussetzung für roboterbasierte Automation. Geringe Ausschussraten, eine gleichbleibend hohe Qualität und geringe Stillstandzeiten sind der Vorteil von Robotern im Fertigungsablauf. Modulare Maschinen Modulare Baugruppen ermöglichen die schnelle Reaktion auf Kundenwünsche und sind Voraussetzung dafür, maßgeschneiderte Lösungen anbieten zu können. Auch für High-Tech-Komponenten der Antriebs-, Steuerungs- und Automatisierungstechnik ist der Verpackungsmaschinenbau einer der wichtigen Anwendungsbereiche. Sensoren, Kamerasysteme und Bildverarbeitungssoftware erweitern die Möglichkeiten und steigern die Leistungsfähigkeit moderner Verpackungsanlagen. Die zunehmende Automatisierung hat in der Vergangenheit wesentlich dazu beigetragen, dass Deutschland im Verpackungsmaschinenbau seine Führungsposition ausbauen konnte. Laut VDMA liegt ein glänzendes Jahr hinter den deutschen Nahrungs- und Verpackungsmaschinenbauern. Vor allem der Export belebt trotz starkem Dollarkurs die Branche: Mit über 95% Exportanteil an der gesamten Produktion und einem Volumen von erstmals über 5Mrd.E führt Deutschland weltweit vor Italien und den USA. Zur interpack Proces and Packaging 2008 wird in Düsseldorf deutlich werden, welche Innovationskraft die Branche besitzt und was die beherrschenden Trends der nächsten Jahre sein werden. Eines ist jedenfalls sicher: Wir dürfen gespannt sein. Herzlichst, Ihr Erhard Rustler
Grußwort Moderne Verpackungsprozesse: Intelligent und modular automatisiert
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