Wer sich auf dem Markt der Solarproduktion bewegt, braucht Automatisierungskonzepte auf hohem technologischen Niveau entlang der gesamten Prozesskette. René Kuster, Automationsplaner in der Modulfertigung bei Conergy, ist überzeugt: \“Nur wer die Kombination aus hoher reproduzierbarer Qualität und höchster Produktivität schafft, kann heute und zukünftig bestehen.\“ An ihrem Fertigungsstandort in Frankfurt/Oder realisiert Conergy Solarmodule erfolgreich ein Pilotprojekt. Mit ihm gelingt es, die bisherigen manuellen Fertigungsschritte zwischen dem Laminieren und der Rahmenmontage auf eine automatisierte Roboterlösung umzustellen. Eine Grundlage bildet das Integrieren zweier bisher getrennt ausgeführter Handlings in einem Ablauf. Die Lösung von ABB leistet dies jetzt über die Robotersteuerung IRC5 und die integrierte Speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) AC 500 zu einem System. Solarmodule: Aufbau und Herstellungsschritte Solarmodule bestehen im Wesentlichen aus der komplex geschichteten Scheibe aus optisch aktiven, kristallinen Solarzellen, der Glasplatte, die das spröde, in Silikon eingebettete Material trägt sowie verschiedenen Schutzschichten, die das Bauteil gegen schädigende mechanische sowie witterungsbedingte Einflüsse abschirmen. Zusammen mit den elekt-rischen Komponenten wie Anschlussdose und Anschlussterminal ist der komplex gefügte und sicher umschlossene Schichten-Verbund in einen Aluminiumrahmen eingepasst. Das fertige Modul hält den Belastungen bei Transport und Montage zuverlässig stand, überzeugt den Nutzer mit konkurrenzfähigen Beschaffungskosten, verhilft ihm über eine lange Produkt-Lebensdauer zu hohem und günstigem Stromertrag und zu einem guten Umweltgewissen. Die automatisierten Herstellungsschritte vom Oberflächenbehandeln des Glases über das rückseitige Auftragen einer transparenten Kunststoffschicht, dem Positionieren der in Strängen (Strings) verbundenen Solarzellen auf diese Folie und dem Applizieren der Querbinder bis hin zum Verlöten der elekt-rischen Leitungen sind weitgehend erprobt und üblich. Dazu gehört auch das anschließende Bedecken der Glasoberseite mit einer weiteren Folie aus Ethylenvinylacetat (EVA) sowie das Laminieren des Moduls. Beim Laminieren unter einer Temperatur von 140°C bildet die milchig-opake EVA-Folie die erforderliche klare Trasparenz aus, umschließt die Kristalle dauerhaft und fügt die Schichten vor- und rückseitig der Trägerglasscheibe zu einer stabilen, dreidimensional vernetzten Struktur. Nach dem Laminierprozess von Solarzelle, Glas- und Kunststofffolien folgt das allseitige Verschließen der Stirnseiten des Schichtpaketes: So entsteht das bei Conergy sogenannte Laminat. Zum fertigen Modul wird das Laminat nach dem Umschließen mit dem schützenden Rahmen. Die Qualität und Dichtheit dieses kompletten Verschluss-Schutzes entscheiden über die zu gewährleistende Lebensdauer des Produkts und damit über die Kaufentscheidung des Endanwenders. Zuverlässige Arbeitsgänge sorgen für 20 Jahre Gewährleistung \“Die wichtigen Arbeitsgänge nach dem Laminierprozess sind in hohem Maße für die 20-jährige Lebensdauer verantwortlich\“, ergänzt René Kuster. Conergy verbrieft sie seinen Kunden. Das entspricht ungefähr dem Zeitraum, in dem die alternde Solarzelle unter normaler Strahlungsbelastung ihren Wirkungsgrad mit 10-prozentiger Toleranz behält. Der Automationsplaner von Conergy ist davon überzeugt, dass die tatsächliche Lebensdauer noch weit darüber hinaus reicht. 24 Stunden an sieben Tagen der Woche arbeitet im Werk Frankfurt/Oder die Tape-Zelle zum Auftragen der doppelseitigen Klebebänder. Ganz im Sinne durchgehender Automation und transparenter Prozesse sind alle Steuerungsabläufe voll in das Leitsystem der Produktionslinie integ-riert. In die komplexen Fertigungsprozesse und ihre Realisierung fließen außer von ABB noch Know-how und Komponenten der Partner Lohmann sowie Eutomation & Scansys ein. Je ein Roboter IRB 6640 hält und bewegt das laminierte Schichtpaket des Solarmoduls an den Tape-Applikatoren entlang. Sie bestehen aus dem Abspulgerät, einer Stanzeinheit mit Servomotoren, Andrück- und Benetzungseinheit sowie der Schutzeinhausung. Der Roboter fährt die vier zu beschichtenden Stirn- und Längsflächen so an dem Applikator vorbei, dass das doppelseitige Acrylatschaum-Klebeband umlaufend und U-förmig über die Kanten aufgebracht wird. Parallel dazu zieht ein sogenannter Splicer die Schutzfolie des Klebebandes ab. An den rechtwinkligen Ecken des laminierten Moduls angelangt, stanzt eine Vorrichtung Material aus dem Band heraus. Die passgenaue Ausstanzung gewährleistet, dass das aufgetragene Band in der \’Kurve\‘ lückenfrei anschließt und so dauerhaft dichtet. Bevor der Roboter das Modul zum Rahmen übergibt, führt er es an einer Einheit entlang, die das Band fest andrückt und befeuchtet. Vergleich mit vorheriger Lösung und Perspektive
Integrierte Automation: Ganzheitliches Handling in der Solarmodulproduktion
-
Mehr Speed mit IO-Link: 5 Praxistipps für Ingenieure
Wie Anwender das volle Potenzial smarter Sensoren ausschöpfen
IO-Link hat deutlich mehr zu bieten als die bekannten Vorzüge. Dieser Fachartikel zeigt mit Beispielen aus der Praxis, wie Anwender sämtliche Vorteile der digitalen Schnittstelle nutzen. Das funktioniert…
-
Neue Vorstandsvorsitzende der ABB in Deutschland
Der ABB-Aufsichtsrat hat Rosa Meckseper (Bild) zur neuen Vorstandsvorsitzenden der ABB AG bestellt.
-
Elektroexporte: Deutlicher Anstieg im ersten Quartal um 10,3%
Die Exporte der deutschen Elektro- und Digitalindustrie sind im März erneut gestiegen: Mit 24,2Mrd.€ erzielten sie ein Plus von 10,3% gegenüber Vorjahr.
-
Wie ein Copilot die Wartung von S5- und S7-Steuerungen vereinfacht
KI für Bestandsanlagen
In vielen Fabriken laufen ältere Maschinen mit S5- oder klassischen S7-Steuerungen nach wie vor zuverlässig. Das Problem liegt oft nicht in der Technik, sondern im fehlenden Knowhow: Dokumentationen…
-
Auftragseingang im Maschinen- und Anlagenbau im Inland schwach
Für den Maschinen- und Anlagenbau aus Deutschland war der April ein Monat mit gemischter Botschaft.
-
Anzeige
Mehr Speed mit IO-Link: 5 Praxistipps für IngenieureWie Anwender das volle Potenzial smarter Sensoren ausschöpfen
IO-Link hat deutlich mehr zu bieten als die bekannten Vorzüge. Dieser Fachartikel zeigt…
-
Erfolgreiche Premiere von Eplan Next2026
Eplan Next2026 – das waren zwei Tage geballter Informationen rund um das Thema…
-
Energieführung für Industrieroboter
Freitragende Energiekette für 600°-Robotikbewegungen
Mit einer neuen freitragenden Variante der Twisterchain präsentiert Igus eine Energieführung für kompakte…
-
Philip Harting erneut in engeren ZVEI-Vorstand gewählt
Philip Harting bleibt Teil des engeren Vorstands des ZVEI.
-
Künstliche Intelligenz
KI-Agent unterstützt weltweiten technischen Service
Mit dem KI-Agenten ‚Karl‘ erweitert Neugart sein digitales Serviceangebot um einen weltweit verfügbaren…
-
Zentrale Überwachung von Profibus- und Profinet-Netzwerken in einer einzigen Anwendung
Monitoringlösung unterstützt jetzt auch Profinet
Mit PlantPerfect Monitor 2.00 erweitert Softing Industrial Automation seine Monitoringlösung um Profinet-Unterstützung.
-
Eplan
Smart Sourcing verbindet Elektrokonstruktion und Beschaffung
Mit Eplan Smart Sourcing stellt Eplan eine neue Software zur intelligenten Verknüpfung von…
-
Messtechnikzubehör
DataTec erweitert Portfolio um Signalzugriffs- und Verbindungslösungen
DataTec baut sein Angebot im Bereich Messtechnikzubehör aus und vertreibt künftig im DACH-Raum…
-
Führungswechsel bei der OI4 Alliance
Die Open Industry 4.0 Alliance stellt seine Führung um: Ab Juli übernimmt Michael…
-
Produktion in den energieintensiven Industriezweigen um 1,2% gestiegen
Die reale (preisbereinigte) Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen…
-
Jedes zwölfte Unternehmen sieht wirtschaftliche Existenz bedroht
8,1% der Unternehmen in Deutschland sehen den eigenen Fortbestand gefährdet.
-
Messgerät
Kalibrator und Präzisionsmultimeter in einem Gerät
Mit der neuen Metracal CM Serie kombiniert Gossen Metrawatt Kalibrator und Präzisionsmultimeter in…
-
Sensorbasierte Echtzeitüberwachung des Schmierungszustands
Das Lager wird zum Sensor
Lagerschäden werden mit klassischer Sensortechnologie typischerweise erst in einem bereits fortgeschrittenen Stadium erkannt,…
-
Maschinenverordnung 2027: Die Zeit läuft
Der Countdown läuft: Am 20. Januar 2027 wird die EU-Maschinenverordnung 2023/1230 verbindlich. Doch…
-
Platzsparende Antriebstechnik für die Verpackungsindustrie
Effizient, robust und kompakt
In der Lebensmittel- und Getränkeproduktion ist der Platz meist begrenzt. Daher ist bei…
-
Workshop ebnet produzierenden Unternehmen den Weg zur Smart Factory
KI in der Praxis
Smart Manufacturing verlangt nach konkreten Projekten. Ein Workshop zeigt praxisnahe Wege zur Smart…
-
Bomag standardisiert die Elektrokonstruktion von mobilen Arbeitsmaschinen
Der Kabelbaum als digitaler Zwilling
Kabelbäume zählen zu den aufwendigsten Baugruppen mobiler Maschinen – und entstehen in vielen…
-
Modulare I/O-Systeme werden zur Architektur hinter moderner Produktion
Vom Anschlusspunkt zur Dateninfrastruktur
Industrielle Steuerungssysteme werden nicht mehr durch zentralisierte Logik und starre Architekturen bestimmt, sondern…
das könnte sie auch interessieren
-
Rovema macht mit ctrlX Automation seine Maschinen zukunftssicher
Technologisch flexibel und strategisch unabhängig
-
Kompakte S7-Steuerung mit Touchpanel
Die Jedermanns-SPS
-
Webbasiertes Engineering-Tool als Designer für die schaltschranklose Automatisierung
„Wir vereinfachen die Umsetzung drastisch“
-
Integrierte Kompaktantriebe ermöglichen schaltschranklose Maschinen
Es geht auch ohne Einspeisemodul
















