SPS-MAGAZIN: Sie haben auf der SPS/IPC/Drives im vergangenen Jahr das Programm \’Gateway to China\‘ vorgestellt. Was steckt hinter diesem Programm? John Browett: Unser \’Gateway to China\‘-Programm haben wir für europäische Firmen entwickelt, um ihnen den den Zugang zum chinesischen Markt mithilfe von CC-Link zu erleichtern. Denn CC-Link ist eine Schlüsseltechnologie für Erfolg in China. Wenn die Unternehmen also CC-Link-Produkte entwickeln, dann werden sie auch in China in der Automatisierung Erfolg erzielen. Wir können den Unternehmen helfen, ein Produkt zu entwickeln. Nach der Fertigstellung des Produktes, unterstützen wir unsere Mitglieder, dieses in China zu vertreiben. In China hat die CLPA gemeinsam mit ihren Partnern mehr als 20 Büros. Wir können also Firmen unterstützen, die auf dem Markt in China aktiv werden wollen. SPS-MAGAZIN: Haben Sie sich ein bestimmtes Ziel gesteckt, eine bestimmte Anzahl an Knoten, die Sie erreichen wollen? John Browett: Wir haben kein definiertes Ziel. Aber CC-Link hat derzeit fast 9Mio. installierte Knoten weltweit, bei einem Wachstum von ungefähr 1Mio. Knoten pro Jahr. Die Tendenz ist steigend. SPS-MAGAZIN: Gibt es bestimmte Branchen, die Sie mit Ihrem Programm erreichen möchten? John Browett: In China sind zwei Industriezweige für uns besonders wichtig. Der erste betrifft die Produktion von Flat-Panel-Displays. Inzwischen hat CC-Link einen Marktanteil von etwa 80% in der Flat-Panel-Display-Industrie. Unser \’Gateway to China\‘-Programm zeigt auf hinweisen, dass einige Unternehmen CC-Link bereits nutzen, das sind aber bislang kaum chinesische Unternehmen, aber internationale Marktführer. Sie sind derzeit u.a. in Korea aktiv. Wenn solche Unternehmen in ihren Fabriken in Korea CC-Link verwenden und sich nach China orientieren, dann werden sie dort auch CC-Link einsetzen. Aufgrund dessen werden sie sich auch in China nach Partnern umschauen, die CC-Link nutzen. Der zweite Industriezweig ist die Automobilfertigung. Führende Automobilhersteller in Asien nutzen schon häufig CC-Link. Der Anteil ist hier nicht so groß wie in der Flat-Panel-Display-Industrie, liegt aber immer noch über 50%. Beispielsweise baut ein bekannter Hersteller eine neue Fabrik in China und nutzt CC-Link. Das Unternehmen arbeitet mit OEMs in China zusammen, die ebenfalls CC-Link einsetzen. Und so kann der Markt in China wachsen. SPS-MAGAZIN: Wieviele neue CLPA-Mitglieder konnten Sie im Jahr 2011 gewinnen? John Browett: 2011 kamen in Europa viele neue Mitglieder hinzu. Weltweit waren es wesentlich mehr. Dadurch haben wir im Laufe des Jahres weltweit die Marke von 1.600 Mitgliedern überschritten. Außerdem haben wir im Moment mehr als 250 Produzenten, die Produkte für CC-Link herstellen. SPS-MAGAZIN: Welchen Anteil haben jeweils CC-Link und CC-Link IE? John Browett: Von den derzeit rund 9Mio. installierten Knoten sind viele noch Feldbus-Knoten. CC-Link IE, die Ethernet-Variante, wurde im Jahr 2007 erstmals vorgestellt. 2009 haben wir die Field-Version präsentiert. Zu der Zeit, als wir das eingeführt haben, haben viele Unternehmen noch nach Feldbus Ausschau gehalten. Deshalb wird es noch eine gewisse Zeit dauern, bis CC-Link IE viel stärker gefragt sein wird. Wenn aber Firmen CC-Link-Produkte entwickeln wollen, wollen sie mehr und mehr auch ein Ethernet-Produkt entwickeln. Denn darin liegt die Zukunft. CC-Link IE ist bereits das schnellste Industrial Ethernet. Es erreicht Übertragungsgeschwindigkeiten von 1GBit/s. Damit ist es schneller als jeder sonst. SPS-MAGAZIN: Mit welchen CC-Link-IE-Entwicklungen wollen Sie die Verbreitung von Industrial Ethernet vorantreiben? John Browett: Wir haben zwei neue Protokolle entwickelt. Wir haben CC-Link IE Field, die Feldversion für Industrial Ethernet. Es ist dazu da, Steuerungen mit Feldgeräten zu verbinden, z.B. E/A-Einheiten, Umrichter, Servoantriebe usw. Das haben wir mit CC-Link IE Field Safety erweitert. Das ermöglicht es, Safety-Anwendungen mit demselben Netzwerk zu realisieren. Und schließlich haben wir CC-Link IE Field Motion vorgestellt. Ein weiterer ganz großer Vorteil für die Maschinen- und Anlagenbauer ist es, dass alle Geräte und CC Link Netzwerktpyen sich mithilfe eines Standardkabels verbunden werden können. Das vereinfacht Anwendung und senkt die Kosten für Systemdesigner. (afs)
John Browett im Interview: CC-Link als Schlüsseltechnologie für zukünftige Erfolge in China
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