SPS-Magazin: Texas Instruments ist mir persönlich sehr stark aus dem Halbleiterbereich bekannt. Wie positioniert sich Texas Instruments im Bereich der Automatisierungstechnik? De Freitas: TI hat ein sehr breites Produktportfolio. Es reicht von Analog bis Embedded Processing. Innerhalb dieser unterschiedlichen Produktbereiche fokussieren wir uns besonders auf Industrielle Kommunikation, Funktionale Sicherheit und stromsparende Sensoren, die für Automatisierungssysteme besonders gut geeignet sind. Wir geben unseren Kunden die Garantie, dass die Produkte mehr als zehn Jahre lieferbar sind. Außerdem bieten wir erweiterte Temperaturbereiche und größere Gehäuse an, die den Anforderungen unserer Industriekunden genügen. Die durchgehende Produktpalette an Prozessoren, MSP430, C2000, ARM MCU und ARM MPU, erlaubt eine skalierbare Umsetzung von Bedienelementen, Steuerungen und Sensorik. Die analoge Produktseite ergänzt die Systeme mit Schnittstellen, Isolatoren, Signalaufbereitung und Stromversorgung. SPS-Magazin: Bietet Texas Instruments ausschließlich Halbleiter oder gibt es auch komplette Automatisierungsgeräte von ihrem Unternehmen? De Freitas: Grundsätzlich produzieren wir keine Endgeräte. Wir unterstützen unsere Kunden bei der Entwicklung ihrer Geräte. Zum Beispiel bieten wir Referenzlösungen für Applikationen wie Motorsteuerung, Industrielle Kommunikation und Sensoren an. Die Lösungen bestehen aus Hardwareplattformen, Softwarepaketen mit Betriebssystemen und kompletter Dokumentation. Für spezielle Bereiche haben wir auch Zertifizierungen wie SIL3 oder Profibus durchgeführt. Speziell für die Steuerungsaufgabe zeigen wir CoDeSys auf fast allen Prozessorfamilien. SPS-Magazin: Was wird TI auf der Messe SPS/IPC/Drives 2011 an neuen Produkten vorstellen? De Freitas: Das Highlight auf unserem Messestand in diesem Jahr ist die Single-Chip-Lösung für Industrielle Kommunikation und Applikation, der Baustein AM335x. Als einziger Halbleiterhersteller zeigen wir damit einen integrierten Ethercat-Slave-Controller mit einem leistungsfähigen ARM Cortex-A8-Prozessor. Mithilfe einer programmierbaren Echtzeiteinheit kann der Baustein AM335x auch mit anderen Protokollen wie Profinet, Profibus, Ethernet/IP, Powerlink oder Sercos III per Mausklick geladen werden. Demonstriert wird der Baustein in einem Zweiachssystem, das über eine weitere ARM-Plattform mit Echtzeit-Linux, Qt-Visualisierung und CoDeSys mit Ethercat-Master gesteuert wird. Insgesamt zeigen wir Industrielle Applikationen wie Sensoren mit FRAM, SIL-3-Mikrocontroller, Industrial Vision, und Motor Control auf sechs verschiedenen Stationen. SPS-Magazin: Können Sie einige Beispiele nennen, in denen das beschriebene Produkt verbaut wird? De Freitas: Grundsätzlich wird die Kommunikationsfunktion in allen Geräten der Automatisierungspyramide benötigt. Die neue ARM-Plattform AM335x ist skalierbar und erlaubt sowohl den Einsatz in Sensoren und Antrieben wie auch in übergeordneten Steuerungen. Mit dem ARM Cortex-A8-Prozessor kann neben der Kommunikationssoftware auch ein weiterer Anwendungscode realisiert werden. Dies reicht von integrierten Webservern und PLC-Funktion bis hin zu weiteren Schnittstellen für E/A-Geräte. Durch diesen Integrationsschritt ergeben sich wesentliche Einsparmöglichkeiten für Automatisierungsgeräte, die heute mit vielen Optionskarten ausgestattet sind. SPS-Magazin: Da werden vermutlich einige Automatisierungshersteller dankbar sein. De Freitas: Das hoffen wir natürlich (lacht). Wir haben lange an diesem Produkt gearbeitet und es ist extrem innovativ. Es basiert auf einem ganz neuen technologischen Standard, einer 45nm-CMOS-Prozesstechnolgie. Damit ist das Produkt sehr Strom sparend und auf der Kostenseite sehr wettbewerbsfähig. Protokollsoftware existierender Lösungen können mit dem programmierbaren Ansatz wieder verwendet werden. PRU, Programmable Real Time Unit, ist auch eine offene Technologie, welche es unseren Kunden und Partnern erlaubt, eigene Standards zu realisieren. SPS-Magazin: Wo geht für TI im Bereich der Automatisierungstechnik die Entwicklung hin in den nächsten drei Jahren? De Freitas: TI ist auf den Märkten sehr breit aufgestellt und besonders im Bereich Automatisierungstechnik planen wir Weiterentwicklungen in Bereichen wie Security und Safety. Die Anforderungen unserer Kunden steigen. Deswegen planen wir weitere Produkte mit gesteigerter Performance und einem höheren Integrationsgrad bei geringerer Stromaufnahme. Auch im Bereich Kommunikation entwickeln wir weiter, damit wir neue Trends beispielsweise für drahtlose Kommunikation adressieren können. SPS-Magazin: Heißt das, dass TI Technologien aus dem Consumerbereich in den industriellen Bereich bringen kann und dadurch Vorteile hat? De Freitas: Genau. Das bringt extreme Vorteile. Es bringt Performancevorteile und Flexibilität. Zum Beispiel unterschiedliche Protokolle in einem Gerät oder Prozessoren von 275MHz für IO-Geräte bis zu 720MHz für Steuerungen mit ähnlicher Hardware und sehr viel Skalierbarkeit. Das ist es, wo wir Vorteile bei TI haben. Ein weiterer Vorteil ist, dass wir hier in Europa Entwickler und Applikationsingenieure haben, die sehr nahe an den Kunden dran sind. Die Kunden beeinflussen sehr stark unsere Roadmap. Als wir z.B. mit Profibus angefangen haben, da hat es sich sehr schnell herausgestellt, dass weitere Protokolle benötigt werden. Der Standort hier in Deutschland, in Freising, hilft uns sehr. SPS-Magazin: Wie lange gibt es schon diese strategische Ausrichtung im Hinblick auf die Automatisierungstechnik bei TI? De Freitas: Ja, die gibt es schon seit mehreren Jahren und ist damit ein Teil der DNA von Texas Instruments. Bereits seit zwei bis drei Jahren sind viele Produkte aus den Bereichen Embedded-Prozessoren und Analog im Einsatz in vielen Automatisierungsanwendungen. Zudem konzentrieren wir uns auf die Entwicklung kompletter Lösungen und Referenzdesigns, die unseren Kunden dabei helfen, ihre Produkte schneller auf den Markt zu bringen. Auch in Zukunft wird dieser Bereich für TI oberste Priorität haben. SPS-Magazin: Auf der Hannover Messe in diesem Jahr wurde ja die Ethercat-Integration verkündet. Wie ist dort der aktuelle Stand und was hat dieses Produkt mit dem neuen Multiprotokoll-Produkt zu tun, das in Nürnberg vorgestellt werden soll? De Freitas: Alles hat damit zu tun (lacht). Dazu wird es auf der SPS-Messe viel zu sehen geben. Wir gehen davon aus, dass unsere Kunden im nächsten Jahr in Vollproduktion gehen. Auf der SPS-Messe wird das AM335x Multi-Protocol Produkt in Silizium und Beispielapplikation zu sehen sein. Zudem sind wir auf Ständen der PNO und ETG in Halle 6 sowie auch auf dem OSADL-Stand in Halle 8 vertreten. Mitgliedschaften in den wichtigsten Standards unterstreicht unser Commitment zur Automatisierung.
Kommunikation und Safety integriert
-
Erfolgreiches Omlox-Plugfest
Auf dem Omlox-Plugfest prüften 21 Experten aus neun Unternehmen zwölf verschiedene Omlox-Komponenten, darunter UWB-Infrastruktur, Ortungstags, ergänzende Positionierungstechnologien, Omlox-Hubs und industrielle Softwareanwendungen.
-
Energy-Monitoring für nachhaltige Umgebungen
Plug&Play-Energieüberwachung
Facility-Management-Systeme (FMS) ermöglichen die Echtzeitmessung/-überwachung des Energieverbrauchs für die Kostenoptimierung. Sie unterstützen erweiterte Diagnosen und ermöglichen schnelle Reaktionen auf Änderungen und betriebliche Anforderungen. Aber: Bestehende FMS-Lösungen sind nicht…
-
Philip Harting verstärkt VDMA-Hauptvorstand
Der VDMA hat Philip Harting in den Hauptvorstand aufgenommen.
-
Schwere Industriesteckverbinder bei der Montage und Inbetriebnahme
Schneller verbunden, schneller produktiv
Mit welchen Herausforderungen sieht sich der Maschinen und Anlagenbau konfrontiert und welchen Beitrag können Steckverbinder bei der Lösung leisten? Einfache, standardisierte und möglichst automatisierbare Verbindungsprozesse werden zum entscheidenden…
-
Antriebstechnik
Hybridleitungen reduzieren Aufwand, Kosten und Störanfälligkeit
Antriebssysteme sollen heute kompakt, leistungsfähig und zuverlässig sein. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Verkabelung, Montage und Betriebssicherheit. Hybridleitungen bündeln Energie- und Datenübertragung in einem Kabel, reduzieren den Aufwand…
-
DataTec verzeichnet 9% mehr Aufträge
DataTec hat das Geschäftsjahr 2025/2026 in einem angespannten wirtschaftlichen Umfeld erfolgreich abgeschlossen.
-
NIS-2 in fünf Schritten strukturiert und pragmatisch umsetzen
So gelingt das Setup
Cyberangriffe auf industrielle Systeme sind längst keine Ausnahme mehr. Produktionsanlagen, Steuerungen und vernetzte…
-
Design, Produktsuche und Beschaffung auf einer Plattform
Nachschlagewerk für Automatisierer
Wer als Maschinen- oder Anlagenbauer schnell die richtigen Komponenten finden, Schaltpläne skizzieren und…
-
Elektroexporte wachsen etwas langsamer
Mit Warenlieferungen im Wert von 20,7Mrd.€ verzeichnete die deutsche Elektro- und Digitalindustrie auch…
-
Virtuelle SPS: Reif für die Praxis?
Lange galt die virtuelle SPS als Zukunftsvision. Inzwischen sehen viele Hersteller sie als…
-
IIoT und Cloud-Visualisierung
Sensordaten sicher erfassen und weltweit visualisieren
Edge Computing und Cloud-Technologien verändern den Umgang mit Produktionsdaten. Maschinen- und Sensordaten lassen…
-
Interview auf dem Eplan Next26
Wie KI, Daten und Plattformen die Elektrokonstruktion verändern
Auf dem Event Eplan Next26 in München standen die Zukunft des Engineerings, künstliche…
-
Stromversorgung außerhalb des Schaltschranks
Netzteilreihe mit Schutzart IP67
Mit der neuen Netzteilreihe S8NR bringt Omron robuste Netzteile mit Schutzart IP67 auf…
-
Prof. Dr.-Ing. Volker Stich ins VDI-Präsidium gewählt
Prof. Dr.-Ing. Volker Stich wurde mit Wirkung zum 1. Juli in das Präsidium…
-
Intelligentes Transportsystem sorgt für mehr Flexibilität beim Labeling
Digitaldruck in sechs Freiheitsgraden
Herkömmliche Druckverfahren mit Kunststoff- und Papieretiketten sind mit langen Rüstzeiten, häufigen manuellen Eingriffen…
-
Ansatz für nachhaltige Produktentwicklung
Neue Kategorie der Weltdarstellung
Die 3D Univ+rses sind eine neue Kategorie der Weltdarstellung, entwickelt von Dassault Systèmes.…
-
Hochmanövrierfähige Fahrzeugplattform mit Hebeeinrichtung
Omnidirektional
Weiterentwicklungen in der Handhabungs- und Montagetechnik steigern den Grad der automatisierten Produktion. Effiziente…
-
Schwarz Digits eröffnet neuen Campus
Schwarz Digits, die IT- und Digitalsparte der Schwarz Gruppe, hat ihren neuen Campus…
-
Update-Management für vernetzte Maschinen
Aus Pflicht wird Potenzial
Vernetzte Maschinen müssen über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg aktualisiert werden und Hersteller müssen…
-
Geräteschutz und digitale Transparenz verbinden
IIoT-Framework
Mit dem IIoT-Framework Caparoc erweitert Phoenix Contact die Kommunikationsmöglichkeiten des gleichnamigen Geräteschutzschalter-Systems um…
-
Für den Maschinen- und Anlagenbau
Robuste Wellschläuche
In der automatisierten Fertigung müssen Kabelschutzschläuche von Maschinen, Bearbeitungszentren und CNC-Anlagen vielfach hohe…
-
Für effizienteres Kabelmanagement Mehrfachdurchführungen
Mit den robusten Kabeldurchführungen der Serie MCE Pro und dem modularen System MCE…
-
Cybus beruft Stefan Schwab zum Co-CEO
Cybus hat Stefan Schwab mit Wirkung zum 1. Juli zum Co-CEO berufen.
-
Spatenstich für Hummel-Werkserweiterung
Mit einem symbolischen Spatenstich hat Hummel das offizielle Startsignal für die geplante Werkserweiterung…
-
Mit 3 Metern Reichweite
Kompakte Ultraschallsensoren
Mit den Ultraschallsensoren U1KM in Miniaturbauform erweitert Wenglor sein Portfolio um eine Lösung…
das könnte sie auch interessieren
-
-
-
Edge, Cloud und Cybersecurity in der Praxis
IIoT im Realitätscheck: Warum Vernetzung heute anders gedacht wird als 2020
-
Funktionale Sicherheit
SIL3 auf dem Touchscreen: Wie sichere HMIs die Bedienung neu denken
















