Kosten und Fazit

Selbst bei so zählbaren Vergleichsfaktoren wie der Anzahl von Prozessorkernen ist es wichtig, darauf zu achten, welche Kennzahl man heranzieht, schließlich ist die Leistung verschiedener Prozessorgenerationen nicht direkt miteinander vergleichbar. Ein geeigneter Indikator ist daher der Preis pro TFlops pro Stunde, um das Verhältnis zwischen Leistungsfähigkeit und Preis von HPC-Clustern gegenüberzustellen. Ebenso ist auf versteckte Kosten zu achten, z.B. für Datenverkehr, Support oder Storage. Aktuelle Studien der International Data Corporation prognostizieren HPC eine jährliche Wachstumsrate von 7,4 Prozent im Zeitraum 2013 bis 2018. Allein im Anwendungsbereich der CFD liegt die Wachstumsrate bei 7,3 Prozent im gleichen Zeitraum. Der Anteil der Unternehmen, die ihre HPC-Workloads in die Cloud verlagert haben, ist in den vergangenen vier Jahren um rund zehn Prozent gestiegen, allein im Vergleich von 2013 zu 2014 um gar 12,5 Prozent laut Intersect360. Ein stetig wachsendes Angebot an geeigneter Simulationssoftware lässt die Kosten für Nutzer sinken und macht die Nutzung von CAEaaS als Cloud-Lösung auch für kleine Ingenieurbüros interessant. Fakt ist, Sicherheit und Performance der Rechenressourcen ist kein Feature, sondern ein absolutes Muss eines jeden Cloud-Hosting-Anbieters im Engineering-Bereich. Ziel sollte stets eine sehr hohe integrierte Sicherheit bei gleichzeitig guter Nutzbarkeit sein. CAE as a Service ist mit dem richtigen Anbieter eine wirtschaftliche, transparente und flexible Lösung auf höchster Sicherheitsstufe.

Standort der Rechner – Hosted in Germany:

Die Wahl des Standorts hat einen wesentlichen Einfluss auf u.a. den Gerichtsstand, die Einhaltung von Datenschutz- und Exportbestimmungen, sowie die Latenz der zu übertragenden Daten. Hierzu bedarf es im Vorfeld einer Risikoanalyse. Laut diverser Studien entscheiden sich viele Cloud-Anwender für eine physische Verarbeitung und Speicherung ihrer Daten im eigenen Land. Neben dem Thema der höheren Sicherheit, ist die – im hoffentlich nie benötigten Bedarfsfall – mögliche Anwendung lokalen Rechts entscheidend.

IT-Sicherheit:

Das Thema Standort ist eng mit den Themen IT- und Datensicherheit verknüpft. Für ca. ein Drittel der grundsätzlich an HPC On Demand interessierten Unternehmen ist der vermeintliche Mangel daran nach wie vor das größte Hindernis, IT-Ressourcen auszulagern. Dies erscheint zunächst verständlich, denn gerade in Forschung und Entwicklung handelt es sich um wettbewerbsentscheidende, sensible Berechnungsdaten und intellektuelles Eigentum. Sicherheit hat indes viel mit Vertrauen, Risikowahrnehmung und technologischer Transparenz zu tun. Wichtig ist, im Vorfeld gemeinsam mit dem Anbieter verschiedene sicherheitsrelevante Kriterien abzuklären, z.B.: Liegt eine dedizierte oder geteilte Infrastruktur (private (hosted) oder public cloud) zu Grunde? Steht ein eigenes Queuing-System zur Verfügung oder werden die Jobs lediglich in eine globale Queue eingestellt? Sind physikalische (bare-metal) oder virtuelle Maschinen vorhanden und befinden sie sich im Besitz des Dienstleisters? Sind strukturierte IT-Prozesse (z.B.: Change- und Notfallmanagement) etabliert, können u.U. unternehmensinterne Prozesse übernommen werden? Welche Zertifizierungen liegen vor, welche Sicherheitsprotokolle werden angewandt und werden aktuelle Verschlüsselungsmechanismen genutzt? Wer hat Zugang zu den Rechnern und wie sind die Zugriffsrechte und -möglichkeiten geregelt?

Strukturierte und kundenspezifisch angepasste IT-Prozesse:

Unternehmen, die ihre Berechnungen in die Cloud verlagern wollen, sollten zudem Wert auf strukturierte IT-Sicherheitsprozesse nach u.a. ISO27001 legen. Zertifizierungen unabhängiger Prüfstellen sind immer ein guter Indikator für die Umsetzung und Einhaltung der vorgegebenen Standards. Neben Normen wie ISO27001, mit der die Informationssicherheit, die Vertraulichkeit der Informationen und Verfügbarkeit der IT-Umgebungen bewertet werden, existieren auch nationale Gesetze wie das Bundesdatenschutzgesetz und andere Normen und Prüfzertifikate, die es einzuhalten gilt.

Know-how und Expertise:

Die HPC-Ressourcen eines Providers sind je nach Anwendungsbereich sehr unterschiedlich. Für alle ingenieurswissenschaftlichen Anwendungen sind Expertise und Know-how zwingend erforderlich und auch notwendig. CAE-Berechnungen charakterisieren sich heutzutage dadurch, dass es sehr unterschiedliche Anwendungsfälle gibt, die entsprechend auf den Fall abgestimmte Rechenressourcen und ein individuelles, flexibles Lizenzmanagement erforderlich machen. Denn ein Simulationsergebnis mit ausreichender Genauigkeit und Qualität innerhalb eines akzeptablen Zeitraums kann nur mit spezifisch angepassten HPC-Ressourcen erzielt werden. Häufig können Systemhäuser, Supercomputing-Center oder andere Institute den hohen Anforderungen an Sicherheit und Performance nicht in der gleichen Qualität Genüge leisten, wie es ein langjährig erfahrener HPC-On-Demand-Anbieter mit für den Nutzer geschulten und präsenten Informatikern und Ingenieuren leisten kann.

Flexible Lizenzmodelle anregen:

Die Bereitstellung beliebig skalierbarer Rechenleistung verlangt die Anwendung flexiblerer Lizenzmodelle. Die Herausforderung liegt nicht in der Bereitstellung eben jener Rechenleistung – was i.d.R. innerhalb weniger Stunden erfolgt – sondern vielmehr in Beschaffung der entsprechenden Lizenzen für die kommerzielle CAE-Anwendung. Viele HPC-Provider haben deshalb Partnerschaften mit Software-Gebern geschlossen und eigene On-Demand-Modelle entwickelt, um flexibel auf die Bedürfnisse des Marktes reagieren zu können. Da der Markt noch relativ jung und nicht konsolidiert ist, unterscheiden sich die Modelle der Anbieter teilweise erheblich, vor allem in puncto Abrechnung und Bereitstellungszeit. On-demand muss dabei nicht immer on-demand bedeuten.

Transparenz der Kosten:

HPC-On-Demand-Anbieter bedienen sich unterschiedlicher Preismodelle und Abrechnungsmodi. Ob Kurz- oder Langzeitnutzung, Bare-Metal-Server oder Virtualisierung, eigene Queue oder globale Queue, mit Ethernet oder InfiniBand, GPU-Beschleunigung oder Preis pro Core pro Stunde oder Preis pro Stunde – bei aller Variabilität, ein Preisvergleich lohnt sich ausschließlich auf Projektkostenbasis.

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