Häufig benötigen Anwender kein Gerät von der Stange, sondern der Anwender muss seine speziellen Einsatzwünsche in geeigneter IPC-Ausstattung wieder finden. Dem haben viele Anbieter Rechnung getragen und gestatten großzügigen Einfluss auf die individuelle Konfiguration der Geräte. In unserer Marktübersicht kommen wir der wachsenden Flexibilität insoweit entgegen, dass wir in Auslegungskriterien wie Prozessorbestückung, Speicherresourcen oder Displayabmessungen Bereichseingaben zugelassen haben. Die über 440 eingetragenen Produkte können wir nur in einer Auswahl präsentieren. Für diese Ausgabe des SPS-Magazins haben wir IPCs ausgewählt die sich für den Fronttafel- oder Pulteinbau eignen. Dabei kam immer noch eine stattliche Anzahl von 105 Produkten zustande, obwohl wir die Anzahl auf zwei IPCs pro Firma beschränkt haben. Selbst mit dieser Eingrenzung setzt sich die Vielzahl unterschiedlicher Varianten fort. Äußerlich unterscheiden sich die Geräte durch Displaytyp und Displayabmessung. Die Gretchenfrage: Touch oder Tastatur? Oder beides? Alle Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. So kann man auf einem Touchscreen schlecht längere Text eingeben, dafür spielt der Tastenverschleiß keine Rolle. Zusätzliche Funktionstasten können wiederum einen schnellen Wechsel zu wichtigen Prozessansichten liefern. Da der IPC in einer Fronttafel, einem Pult oder einem Tragarm eingebaut wird, spielt bei der Schutzart in der Regel nur die Frontbelastung eine Rolle. Die häufigste Schutzart ist hier IP65. Für bestimmte Einsätze im Lebensmittelbereich kommen auch höhere Schutzarten in Frage, die insbesondere bei der Reinigung mit Hochdruckstrahlern erforderlich sind (IP69K). Das Problem der Entwärmung ist für den Anwender von besonderer Bedeutung, da eine unzureichende Wärmeabfuhr die Funktionsfähigkeit des IPCs beeinträchtigt. Totalausfälle können die Folge sein. Die IPC-Anbieter können einen großen Beitrag zur Funktionssicherheit leisten. Bereits in der Phase der Produktentwicklung können die Bauteile und Komponenten über eine Thermosimulation so angeordnet werden, dass sich keine Wärmenester bilden. Weitere Möglichkeiten bilden Metallgehäuse zur verbesserten Wärmeableitung und die Auswahl von Bauteilen, die wenig Abwärme erzeugen. Im Mittelpunkt steht hier der verwendete Mikroprozessor, der bei entsprechender Auslastung einen \“kleinen Heizofen\“ bildet. Die Hersteller von Mikroprozessoren bieten hier stromsparende und dennoch leistungsstarke Prozessoren an, die wesentlich geringere Abwärme erzeugen als vergleichbare Standardmodelle. IPC ist nicht gleich IPC Die Zeiten, in denen ein normaler Büro-PC im industriellen Bereich in einem Schaltschrank seinen Dienst verrichtete, sollten wohl der Vergangenheit angehören. Es gibt jedoch auch bei den Industrie-PCs große Unterschiede, die über die jeweilige Einsatzfähigkeit entscheiden. Besonders deutlich wird dies in rauen Einsatzumgebungen – etwa in einem Stahlwerk oder bei der Zementproduktion. Die Umgebungsbedingungen reichen von Temperaturen unter Null bis unangenehmen Hitzezuständen, gepaart mit Feuchtigkeit und Staub- und EMV-Belastung. Im unmittelbaren Produktionsumfeld erzeugen die eingesetzten Maschinen beträchtliche Vibrationen und Stöße, sodass normale Rechner innerhalb kurzer Zeit ihren Geist aufgeben und auch nicht jeder IPC hält diese Umgebung über längere Zeit aus. Der Einsatz unter extremen Einsatzumgebungen ist nur möglich, wenn besondere Vorkehrungen getroffen werden. Dazu zählt der Verzicht auf störanfällige Lüfter ebenso wie hochfeste Fixierung von Komponenten. Der Prozessor z.B. wird nicht auf einen Sockel gesteckt, sondern eingelötet. Auf Steckverbinder wird weitgehend verzichtet, und die Leitungen auf der Platine sind gegen Bruch geschützt.
Marktübersicht: Industrie-PCs für Fronttafel
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