Funktionsmuster erstellen
Die Auswahl der Komponenten und das Verlegen der einzelnen Litzen in dem mechanischen Aufbau erfordert viel Erfahrung und einen häufigen Dialog mit der Entwicklungs- und Konstruktionsabteilung des Gerätebauers. Häufig müssen Änderungen der Elektronik oder der Elektromechanik unmittelbar bei der Verkabelung berücksichtigt werden. Bei der Verlegung der Kabel müssen nicht nur mechanische Gegebenheiten berücksichtigt werden, sondern ebenso Aspekte der Montage, der Prüfung, der Wartung sowie des Austauschs von Baugruppen. Je nach Gerät gelten andere Prämissen für die Auslegung. Der Kabelbaum für weiße Ware gehorcht anderen Merkmalen als der Kabelbaum für ein Halbleiterprüfgerät. Nach einer ersten Verlegung wird das Gerät in Betrieb genommen und alle Funktionen durchgetestet.
Prüfmittel und Arbeitsmittel bauen
Ein Funktionstest am fertigen Gerät kann im Rahmen der Serienproduktion nicht erfolgen. Der Kabelbaum muss mit entsprechenden Prüfschritten während und nach der Fertigung auf seine elektrischen und mechanischen Eigenschaften hin überprüft werden. Elektrischer Durchgang und Hochspannungsfestigkeit sind die Standardprüfungen. Bei HF Leitungen muss auch die Dämpfung der Leitung ermittelt werden. Um eine rasche Prüfung bei Kabelsystemen mit zum Teil mehr als 1.000 Kontaktpunkten durchführen zu können, werden spezielle Testgeräte eingesetzt. Um die fertigen Kabel rasch an die Geräte anschließen zu können, sind entsprechende Adaptionen, d.h. in der Regel Gegenstecker erforderlich. Der Bau dieser Prüfadaptionen erfolgt in Abstimmung mit der Entwicklungsabteilung des Kunden. Die mechanische Qualität der Verbindungen wird durch Abzugstests sowie, in Einzelfällen, durch Schliffbilder kontrolliert. Diese Prüfungen dienen einer Werkzeugeinstellung der Crimpgeräte. Für die Fertigung des Kabelbaums ist, neben einer Stückliste, eine Zuschnittsliste sowie ein Legebrett erforderlich. Liegen alle diese Arbeitsmittel vor, wird die gesamte Verdrahtung mit Hilfe von CAD entsprechend dokumentiert. Diese Dokumentation dient einerseits dem Kunden zur Vervollständigung seiner technischen Unterlagen und andererseits dem Dienstleister für eine fortlaufende Dokumentation aller technischen Änderungen, die erfahrungsgemäß im Laufe der Zeit noch zu berücksichtigen sein werden.
Freigabe und Pilotserie
Sind die beschriebenen Vorarbeiten alle sauber durchgeführt, ist die Freigabe mehr ein formaler Akt. Die Pilotserie dient im Allgemeinen der Optimierung der Fertigungsabläufe. Die dabei entstandenen Produkte sind voll verwendbar. In dieser Phase wird auch die Beschaffung der Komponenten für die Serienproduktion sichergestellt: Prognose der langfristigen Bedarfe, Verhandlung entsprechender Rahmen bei den Lieferanten und Vereinbarung entsprechender Abrufe.
















