Längst hat die Investitionsgüterbranche die unverzichtbare Spezialisierung auf High-End Mechatroniker für ihre Maschinen und Anlagen erkannt. \“Es nützt die beste Steuerung nichts, wenn die Steckverbindungen nach drei Monaten ausgenudelt ist\“, sagt Dr. Ralf Hasler, CEO der Lacon-Gruppe und verweist auf die steigende Marktdynamik in punkto Werkstoffanpassung, Qualitätsmanagement und Miniaturisierung. Ein Kabelkonfektionär passt seine Arbeitsprozesse laufend auf neue, z.T. experimentelle Werkstoffe und Verfahrensweisen an. Die Lacon Gruppe z.B. etablierte das sogenannte Hot Melt Verfahren als Vergusssystem im Niederdruckbereich, um Leiterplatten und Baugruppen sicher vor negativen Umwelteinflüssen zu schützen.
Konfektionär als Integrationspartner
Die Vereinigung von Mechanik, Elektrik und Elektronik zu einem kundenspezifischen Modul in der Mechatronik, sei es als konfektioniertes System im Feld, im Schaltschrank oder in der Gerätemontage, gibt die Richtung für die Konfektionäre der Zukunft vor: Die Integration von verfahrenstechnischen und mechanischen Prozessen zu Modulen, die der Kunde als \’Plug and Produce-Lösung\‘ standardisieren möchte, wird die erfolgreichen Innovatoren von den Low-Cost Lösungen aus Fernost trennen. Interessanterweise hat sich die Marktdynamik noch erhöht, seitdem sich deutsche Anlagen- und Maschinenbauer zunehmend um abgespeckte Versionen und Plagiate ihrer High Runner sorgen müssen.
Beispiel Modularisierung
\“Viele Kunden fordern vorkonfektionierte SPS-Frontstecker oder Motor-/Geberleitungen, die man sicherlich in Kürze als selbständige Produkte mit wenigen Individualmerkmalen am Markt wiederfinden wird. Diese Entwicklung ist maßgeblich auf die Ingenieursleistung in Zusammenarbeit mit dem Know-how des Mechatronikers zurückzuführen\“, macht Hasler den Trend der Branche deutlich. \“Ganz klar: Der Markt sucht, und zwar nicht nur aus Kostengründen, die höhere Integrationsfähigkeit verschiedener Aufgaben des Konfektionärs für seine Produkte.\“ Die Marktführer treten diesen Beweis mit modular konfektionierten Systemen, neuen Techniken und einem gesteigerten Qualitätsbewußtsein an. \“Bei uns verlässt kein einziges Produkt das Haus, ohne vorher durch verschiedene Prüfsysteme gelaufen zu sein. Diese Vollerhebung ist wie der Gesundheits-check beim Menschen, schließlich soll der deutsche Maschinenbau auch weiterhin Weltspitze sein\“, sagt Hasler über das hohe Investitionsvolumen im hauseigenen Total Quality Management.
Mechatronik mit allen Sinnen erfahren Kabelkonfektion ist mehr als Steckverbinder an ein paar Litzen anzuschlagen. Mittlerweile darf sich ein gut aufgestellter Konfektionär als Partner einer interdisziplinären Technologie verstehen. Die Verdrahtung eines mechatronischen Gerätes ist ein anspruchsvoller Entwicklungs- und Produktionsvorgang, der in der Regel am Ende eines Industrialisierungsprozesses steht und der nur allzu oft unterschätzt wird. Ein populäres Beispiel sind die Pannen bei der Konfektion der Airbus A380 Verkabelung. Die hierdurch verzögerte Markteinführung brachte einen Weltkonzern in Bedrängnis, die resultierenden Restrukturierungsbemühungen müssen erst noch durchgestanden werden. Am Beispiel eines Fahrkartenautomaten wird folgend geschildert, was es eigentlich bedeutet, die serientaugliche Entwicklung und Fertigung einer aufwendigen Verdrahtung vorzunehmen. Spezifikation klären
Die technische Funktion des Gerätes ist geklärt, die wesentlichen Funktionskomponenten sind festgelegt, die Leistungsdaten der Komponenten sind klar, die Anschlusswerte liegen fest. Im Zweifelsfalle stellt der Kunde den mechanischen Aufbau sowie alle Komponenten und den Stromlaufplan bereit. Anhand dieser Vorgaben sowie der gültigen Vorschriftenlage (z.B. UL) wählt der Dienstleister Kabel, Litzen, Steckverbinder, Crimpungen usw. aus.
















