Maschinendaten mit KI effektiv analysieren

Was ist Coligo und was steckt dahinter?

Coligo ist unsere erste B2B-Produktlösung bei Be.services. Die Idee dahinter ist, unser OPC-UA-Knowhow in einen Stack zu übertragen, mit dem Automatisierer ihre Prozessdaten einfach und ohne tiefe IT- oder KI-Kenntnisse nutzen können. Der Ansatz ist bewusst pragmatisch: vorhandene Maschinen- und Anlagendaten sollen nicht irgendwo in einer Cloud verschwinden, sondern direkt dort ausgewertet werden, wo sie entstehen – am Edge. So lassen sich Prozesse optimieren, Zustände überwachen und Auffälligkeiten frühzeitig erkennen, ohne dafür ein Data-Science-Team aufbauen zu müssen.

Was gehört technisch zur Lösung?

Im Kern besteht Coligo aus vier Bausteinen: der Syna EdgeBox als Hardware, dem Coligo Stack, der App und dem Cockpit. Die EdgeBox ist die lokale Recheneinheit auf Basis eines i.MX8M Plus, also ganz bewusst ohne Nvidia- oder Intel-Plattform, damit die Lösung kostenseitig attraktiv bleibt. Der Stack übernimmt die Datenverarbeitung, die App die einfache Bedienung und das Cockpit die Verwaltung von Benutzern, Geräten, Flotten, Firmware/ Container Updates und Lizenzen. Dazu kommen Datenbank, REST API, KI-Modelle und optional MQTT, falls Daten zusätzlich weitergegeben werden sollen. Es ist also kein einzelnes Tool, sondern ein abgestimmtes System, das aus der Praxis der Automatisierung heraus gedacht ist.

Warum setzen Sie so konsequent auf OPC UA?

OPC UA ist unsere Kernkompetenz und gleichzeitig eine sehr gute Basis für Interoperabilität. Wenn eine Steuerung einen OPC-UA-Server hat, kann Coligo sich direkt verbinden, unabhängig davon, von welchem Hersteller die Steuerung stammt. Das ist für viele Anwender wichtig, weil sie bestehende Anlagen nicht umbauen oder in ihrer Programmierung verändern wollen. Die Daten werden einfach über die vorhandene Schnittstelle abgegriffen. In vielen Fällen kann man sogar sagen: Das System kommt ohne Eingriff in die bestehende SPS-Logik aus. Genau das macht den Einstieg so niedrigschwellig.

Wie einfach ist die Inbetriebnahme für den Anwender?

Die Bedienung ist bewusst einfach gehalten. Die App läuft auf Tablet, Laptop oder Handy und soll sich eher wie eine moderne Consumer-Anwendung anfühlen als eine klassische Industriesoftware. Mit wenigen Klicks wird die Steuerung verbunden, die relevanten Datenpunkte werden ausgewählt, und anschließend kann der Anwender ein Dashboard aufbauen oder eine Analyse starten. Textlastige Konfiguration soll möglichst keine Rolle spielen.

Wer richtet das System am besten ein?

Am besten die Person, die die Maschine wirklich kennt. Das ist meist der Betreiber, der Instandhalter oder der Maschinenbauer, der die Anlage seit Jahren betreut. Diese Leute wissen in der Regel sehr genau, welche Signale aussagekräftig sind: Drehmoment, Stromaufnahme, Geschwindigkeit, Temperatur oder Vibration. Ihnen fehlt oft nicht das technische Verständnis für die Maschine, sondern das Werkzeug, um dieses Wissen in eine digitale Analyse zu übersetzen. Genau dort setzt Coligo an.

Wie läuft die Anomalieerkennung praktisch ab?

Der Anwender wählt die relevanten Signale aus und startet das Training direkt auf dem Edge-Gerät. Das Modell lernt dabei den Normalzustand der Maschine kennen. Wenn später Abweichungen auftreten, entsteht ein Anomaliescore, der auf eine Veränderung im Verhalten hinweist. Der große Vorteil ist, dass Training und Inferenz lokal laufen und nicht erst in eine Cloud ausgelagert werden müssen. Dadurch bleibt die Lösung schnell, übersichtlich und datenlokal.

Gibt es vorkonfigurierte Funktionen für die Visualisierung?

Ja, dafür sind in der App bereits fertige Elemente vorgesehen. Dazu gehören Digit-Anzeigen, Trends, Graphen und Log-Funktionen. Das ersetzt kein HMI und soll es auch nicht, aber es reicht für ein gutes, kompaktes Monitoring und für erste Analysen. Wer sich mit einer Maschine verbindet, soll schnell sehen können, was gerade passiert, ohne erst eine komplexe Oberfläche aufbauen zu müssen. Gerade für den Alltag in der Instandhaltung oder im Maschinenservice ist das sehr praktisch.

Wie gehen Sie mit dem Thema Sicherheit und Datenhoheit um?

Die Maschinendaten bleiben lokal beim Kunden. Sie werden aus der Steuerung in die Syna EdgeBox geholt und verlassen das System nicht. Das Cockpit bekommt keine Maschinenwerte, sondern verwaltet nur Benutzer, Geräte und Lizenzen. Damit bleibt die Datenhoheit beim Betreiber. Firmware, Container und Funktionen lassen sich zentral aktualisieren. Gerade im Hinblick auf Cyber Resilience ist das ein wesentlicher Punkt, weil sich Systeme über ihren Lebenszyklus hinweg sauber pflegen lassen müssen.

Was ist Coligo Light?

Coligo Light ist eine abgespeckte Variante für Kunden, die bereits eine eigene Infrastruktur aufgebaut haben. Manche Anwender haben etwa schon Docker, MQTT, eine Datenbank oder ein eigenes Visualisierungstool im Einsatz. Dann brauchen sie nicht den kompletten Stack, sondern vor allem die KI-Funktion für die Anomalieerkennung. Coligo Light bietet genau diesen modularen Einstieg. Die Nachfrage danach kam aus der Praxis, weil viele Firmen zwar Daten erfassen, aber noch keine brauchbare lokale KI-Lösung dafür haben.

Welche Rolle spielt Machine Vision?

Wir haben auf der i.MX8M Plus Hardware genügend Rechenleistung, um auch Bildverarbeitung am Edge umzusetzen. Deshalb gibt es dafür ein eigenes Lizenzmodell. Für viele Anwendungen ist das spannend, weil sich Bildprüfung und klassische Prozessdatenanalyse gut ergänzen können. Im Idealfall kann der Anwender Bilder selbst labeln, etwa für Gut-/Schlecht-Prüfungen oder zur Erkennung von Beschädigungen, Farbabweichungen oder unvollständigen Bohrungen. Das Labeling erfolgt im Coligo Labeling Studio, das Training anschließend bei uns und das fertige Modell wird danach wieder als Container auf die Box gebracht.

Wie kommt man an das System?

Der Kunde bestellt die Hardware, bekommt Zugriff auf das Cockpit, registriert das Gerät und wählt die passende Lizenz aus. Bezahlt werden kann je nach Modell per Rechnung, Sepa, PayPal oder Stripe. Es gibt verschiedene Stufen für ohne KI, mit Anomalieerkennung und mit Vision. Zusätzlich bieten wir Demos und auf Wunsch auch Leihgeräte an, damit man die Lösung in Ruhe ausprobieren kann. Gerade im technischen Umfeld ist es oft hilfreich, erst mit einem konkreten Anwendungsfall zu starten und dann zu sehen, wie schnell sich das System im Alltag nutzen lässt.

Für wen ist Coligo besonders interessant?

Für alle, die aus vorhandenen Daten mehr machen wollen, ohne dafür eine große IT- oder KI-Abteilung aufzubauen, oder Systemintegratoren, die ihre Projekte mit Edge Computing und KI ergänzen möchten. Der Ansatz ist: vorhandenes OT-Knowhow nutzen und mit einer einfachen digitalen Ebene ergänzen. Das ist vor allem dort interessant, wo die Maschine schon läuft, aber ihr Verhalten noch nicht systematisch ausgewertet wird. Coligo hilft dabei aus Prozessdaten verwertbare Informationen zu machen – lokal, nachvollziehbar und ohne unnötige Komplexität. n“ rel=“nofollow“ target=“_blank“>tedo.link

Auf dem Automatisierungstreff in Heilbronn veranstaltet BE.services am 17.06.2026 den Workshop „Edge als Kern der Digitalisierungsstrategie. Der Workshop vermittelt, wie Edge IoT Projekte auch ohne komplexe IT-Infrastruktur, lange Entwicklungszeiten oder tiefgehende Data-Science-Kenntnisse im Handumdrehen umgesetzt werden können. Die Teilnehmenden lernen die Grundlagen moderner IoT-Architekturen kennen und verstehen, wie sich Edge- und Cloud-Technologien sinnvoll kombinieren lassen. Dabei werden Themen wie die Anbindung von Maschinendaten über Standardschnittstellen, die lokale Datenverarbeitung am Edge sowie die gezielte Weitergabe von Daten in übergeordnete Systeme praxisnah vermittelt.

Im Hands-on-Teil setzen die Teilnehmenden direkt vor Ort eine eigene IoT-Lösung mit der Coligo-Plattform um. Dabei werden Maschinendaten erfasst, analysiert und in Echtzeit ausgewertet. Zusätzlich erhalten sie Einblicke in Anwendungsfälle wie Anomalieerkennung und Predictive Maintenance.

Weitere Infos zum Workshop:

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Workshops

Auf dem Automatisierungstreff in Heilbronn veranstaltet Be.services am 17. Juni den Workshop ‚Edge als Kern der Digitalisierungsstrategie‘. Der Workshop vermittelt, wie Edge IoT Projekte auch ohne komplexe IT-Infrastruktur, lange Entwicklungszeiten oder tiefgehende Data-Science-Kenntnisse im Handumdrehen umgesetzt werden können. Die Teilnehmenden lernen die Grundlagen moderner IoT-Architekturen kennen und verstehen, wie sich Edge- und Cloud-Technologien sinnvoll kombinieren lassen. Dabei werden Themen wie die Anbindung von Maschinendaten über Standardschnittstellen, die lokale Datenverarbeitung am Edge sowie die gezielte Weitergabe von Daten in übergeordnete Systeme praxisnah vermittelt.

Im Hands-on-Teil setzen die Teilnehmenden direkt vor Ort eine eigene IoT-Lösung mit der Coligo-Plattform um. Dabei werden Maschinendaten erfasst, analysiert und in Echtzeit ausgewertet. Zusätzlich erhalten sie Einblicke in Anwendungsfälle wie Anomalieerkennung und Predictive Maintenance.

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