Open Core Engineering bringt die Anforderungen der bisher getrennten Engineering-Welten in einem durchgängigen Lösungsangebot zusammen. Im Zentrum stehen Software Tools und Funktionspakete, die vollständig auf offenen Standards und Technologien aufbauen. Die neue Schnittstelle \’Open Core Interface\‘ erweitert das bisher auf die SPS-Automatisierung fokussierte Software-Engineering für Hochsprachen-basierte Anwendungen. Mit zahlreichen Funktionsbibliotheken, angepasst auf unterschiedliche Entwicklungsumgebungen, erfolgt damit ein direkter Funktionszugriff bis auf den Steuerungskern. Maschinenhersteller können so zum einen individuelle Software-Funktionen selbst realisieren und zum anderen Hochsprachen-basierte IT-Technologien in ihre Automatisierungslösung integrieren. Konkrete Beispiele sind die Anbindung von Simulationstools oder die Verwendung von Smart Devices mit nativen Apps. Darüber hinaus ermöglicht \’Open Core Interface\‘ die Anbindung von Funktionen und Daten der Produktionsmaschinen aus IT-basierten Anwendungen wie beispielsweise Management Execution Systemen heraus. Zugriff bis auf den Kern Mit dem \’Open Core Interface\‘ haben Maschinenhersteller die freie Wahl der Geräteplattform – ob PC, Steuerung oder Smart Device – und der erforderlichen Programmiersprache: von C/C++, C# (.NET), Visual Basic, VBA (Office), LabView G, Objective-C und Java bis hin zu allen Programmieranwendungen, die die Einbindung von Microsoft Com-Bibliotheken unterstützen. Sie können damit sogar individuelle Steuerungsfunktionen für Echtzeitanwendungen unabhängig vom Steuerungsprogramm umsetzen. Der Anwender kann also mit Hochsprachen eigene Software-Funktionen schreiben, die dann als hardwarenahe Echtzeit-Anwendungen direkt auf der Steuerung oder in Nicht-Echtzeit auf externen Geräten wie PCs oder Smart Devices ablaufen. Innovative Funktionen, sogar jene, die einen erweiterten Kernzugriff voraussetzen, können Maschinenbauer nun selbst realisieren – bei gleichzeitigem Know-how-Schutz. Smart Devices und native Apps Das \’Open Core Interface\‘ unterstützt mit Apple iOS und Google Android die derzeit wichtigsten Betriebssysteme für Smartphone und Tablet-PCs. Die hohe Marktdurchdringung von Smart Devices in Kombination mit ihren innovativen und komfortablen Bedienkonzepten weckt bei Maschinenherstellern wie -betreibern derzeit großes Interesse. Denn hier zeichnen sich für die Zukunft neue Möglichkeiten ab, die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine bedienerfreundlicher, flexibler und intuitiver zu gestalten. Mit dem Open Core Interface können Maschinenhersteller Applikationsprogramme mit Java als native Apps umsetzen, Smart Devices nahtlos in die Automatisierung einbinden und die Maschinenbetreiber mit neuen Diagnose- und Bedienkonzepten unterstützen. Die nativen Applikationen laufen dabei komplett auf dem Smart Phone oder Tablet PC, sodass das Maschinenprogramm davon unberührt bleibt. Effizienter durch integriertes Know-how Open Core Engineering kombiniert diese neuen Freiheitsgrade im Software-Engineering mit der vom Markt geforderten Engineering-Effizienz von der Projektierung bis zum laufenden Betrieb. Die Software IndraWorks integriert dabei sämtliche Werkzeuge sowie das branchen- und technologiespezifische Know-how von Rexroth in Form von Funktionspaketen in einem durchgängigen Engineering-Framework. So erzeugt beispielsweise das Funktionspaket GAT (Generic Application Template) nach den Vorgaben des Projektierers automatisch das lauffähige Maschinenprogramm und schafft so die Voraussetzung für die Entwicklung modularer Maschinen-Software. Ein weiteres Beispiel ist das Funktionspaket FlexProfile. Es vereinfacht die Ausführung komplexer Maschinenfunktionen, indem es alle Antriebsbewegungen automatisch an geänderte Parameter im Produktionsprozess anpasst. Eine Vielzahl von branchen- und technologiespezifischen Funktionspaketen beschleunigt das Engineering, da der Maschinenbauer Basisfunktionalitäten bereits vorgefertigt erhält. Auf Basis offener Standards wie sercos, OPC-UA oder PLCopen gewährleistet \’Open Core Engineering\‘ zusätzlich eine hohe Zukunftssicherheit und schützt die Investitionen der Maschinenhersteller und -betreiber.
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