Man weiß nie, wann der kleine Hunger zwischendurch kommt. Wer viel unterwegs ist und vor allem Familien mit Kindern wissen, wie praktisch es ist, immer etwas Essbares dabei zu haben. Ein beliebter kleiner Snack ist der Riegel – in unterschiedlichsten Zusammensetzungen und Geschmacksrichtungen: handlich verpackt, gesund und schmackhaft. Riegel ist nicht gleich Riegel Europas größter Riegelproduzent ist die niederländische Firma VSI mit Sitz in Leerdam. Begonnen hat das Unternehmen vor über 40 Jahren mit der Herstellung von Blätterteigprodukten und Würstchen im Schlafrock. Die Aufnahme der ersten Müsliriegelproduktion 1987 traf genau den Nerv der Zeit und war somit der Startschuss für die VSI Erfolgsstory. Die enorme Nachfrage dokumentiert den Trend zum handlichen Snack: VSI erzeugt auf fünf Produktionslinien mit 275 Mitarbeitern jährlich rund 140Mio. Riegel, die weltweit exportiert werden. Allerdings nicht unter eigenem Namen: VSI produziert ausschließlich kundenspezifisch, das aber für viele bekannte Marken. Für diese entwickelt VSI jährlich 1.000 Varianten, um der Nachfrage nach einer breiteren Vielfalt bei Größe, Zusammensetzung und Geschmack gerecht zu werden. \“Wir stellen uns ganz auf die Bedürfnisse unserer Kunden ein\“, verrät VSI-Verkaufsleiter Robert van Wanrooij das Erfolgsgeheimnis des Marktführers. \“Von der Rezeptur bis zur Umverpackung der fertigen Produkte sind unsere Kunden bei uns in guten Händen.\“ Attraktivität durch Verpackung Wichtiger Bestandteil des Produktes ist die Verpackung. Sie bestimmt den ersten Eindruck des Konsumenten und spielt daher bei der Kaufentscheidung eine entscheidende Rolle. Das gilt nicht nur für die stückweise Verpackung, sondern auch für die Kartons, in denen das Produkt im Vorratspack angeboten wird. \“Die Umverpackung muss stabil, handlich und leicht zu lagern sein\“, erklärt Robert van Wanrooij. \“Das Endprodukt darf nicht zu viel Platz einnehmen. Dennoch muss genügend Abstand zwischen den Riegeln sein, sodass diese weder zerdrückt noch schwierig zu entnehmen sind.\“ Durchgängiger, vertakteter Prozess Die Produktionslinie der Riegel ist ein durchgängiger, vertakteter Prozess – von der Herstellung der über die Verpackung der einzelnen Riegel in Folie bis hin zur Umverpackung in Kartons. Ohne Verlangsamung oder Unterbrechung kommen die fertig produzierten Riegel in die Folienverpackungsmaschine, wo sie einzeln in Folie eingeschweißt werden. Anschließend gelangen die verpackten Snacks über Förderbänder und einen Pick&Place-Roboter zu einer Kartonverpackungsmaschine, die sie zu einzelhandelstauglichen Vorrats-Verpackungseinheiten zusammenfasst. Spezialisiert auf Umverpackung Entwickelt und installiert wurde das bei VSI genutzte Kartonverpackungssystem von der Firma Racupack BV. Das Unternehmen beschäftigt an seinem Standort im benachbarten Culemborg rund 40 Mitarbeiter. Der Fokus der Aktivitäten liegt auf der Entwicklung von Umverpackungsmaschinen, mit denen individuelle Produkte zu größeren Einheiten zusammengefasst werden. Dazu stellt Racupack zum einen sogenannte Boxing-Maschinen her, die das fertige Produkt in ihre Kartonverpackung bringen, zum anderen Case-Packer genannte Maschinen, die mehrere dieser Kartons transportfreundlich in größere Kartons packen. Die modular aufgebauten Maschinen basieren auf standardisierten Baugruppen, werden jedoch an die spezifischen Bedürfnisse der jeweiligen Kunden angepasst. So gelingt es Racupack-Kunden, neben ihren Produktionskosten auch den Wartungsaufwand zu senken. Parallelfahrt mit 1,5m/s Bei der von VSI eingesetzten Boxing-Maschine zur Kartonierung der Riegel handelt es sich um eine kompakte, kontinuierlich laufende Kartoniermaschine \’RTC 220 Slimline\‘. Sie ist für die Befüllung von Kartons mit 105 bis 250mm Länge, 50 bis 160mm Breite und 20 bis 80mm Höhe ausgelegt. Bis zu 225 Faltschachteln schafft sie pro Minute. In Kunststoffschalen wird je eine Verpackungseinheit der Produkte in die Maschine gefördert. Parallel dazu führt eine Stapeleinheit die flach gefalteten Kartons in die Maschine. Mit Saugnäpfen ausgestattete Greifer ziehen an unterschiedlichen Flächen der Schachteln, stellen diese dadurch auf und platzieren sie in der Fördereinrichtung, die sie mit 1,5m/s weiter bewegt und zugleich auf einer Seite verschließt. Auf der anderen Seite werden aus den parallel laufenden Schalen die Riegel in die Kartons geschoben und diese anschließend fertig verschlossen. Mit ihrem Transport aus der Maschine hinaus und über ein weiteres Förderband endet der Kartonierungsvorgang, bei dem pro Minute bis zu 1.800 Riegel zu Achterpacks zusammengefasst werden können. Vielachsige Motion-Aufgabe \“Steuerungstechnisch ist diese Verpackungsaufgabe eine Herausforderung auf gleich mehreren Gebieten\“, sagt Arno Muit, seit zwei Jahren Vorstand von Racupack. \“Entscheidend für das reibungslose Funktionieren der Maschine ist die exakte Steuerung der Abläufe. Die Kommunikation zwischen mehreren hundert Ein- und Ausgängen und Bewegung vieler synchron laufender Achsen muss perfekt funktionieren.\“ Dazu kommt die Notwendigkeit, diese hoch komplexen Vorgänge hinter einem Visualisierungs- und Bedienkonzept zu verstecken, das auch von weniger geübtem Personal leicht zu durchschauen und handzuhaben ist. Leicht nachvollziehbar ist auch, dass bei Bewegungsabläufen mit den hier vorherrschenden Geschwindigkeiten die Sicherheitstechnik eine erhebliche Rolle spielt. Das Öffnen einer Abdeckung muss die Maschine unmittelbar in einen für die Bedienungsmannschaft unbedenklichen, sicheren Zustand bringen. \“Wir halten die Trennung dieser unterschiedlichen Steuerungsaufgaben für nicht mehr zeitgemäß\“, bestätigt Arno Muit, dessen Ziel es ist, die Firma Racupack und ihre Produkte auf den aktuellen Stand der Technik zu bringen. \“Deshalb machten wir uns bereits kurz nach meinem Eintritt in das Unternehmen auf die Suche nach einem Partner, der für all diese Aufgabenstellungen runde Gesamtlösungen mit komfortablen Entwicklungswerkzeugen liefern kann und darüber hinaus guten lokalen Support bietet.\“ Effizientes Rundum-Paket Nach nur kurzer Marktsondierung fiel die Entscheidung, wer Automatisierungssystem-Hauptlieferant von Racupack wird, sehr klar für Sigmatek aus. Das hatte laut Arno Muit neben dem überzeugend günstigen Preis-/Leistungsverhältnis zahlreiche weitere Gründe, die überwiegend in der Systemarchitektur begründet sind. \“Racupack ist manchmal gezwungen, auch Produkte anderer Hersteller einzusetzen. Da ist die Offenheit der Sigmatek-Systeme sehr vorteilhaft, weil sie Integ-ration von Fremdkomponenten in die Gesamtlösung mit sehr geringem Aufwand ermöglicht\“, liefert er ein Beispiel dafür. \“Großes Augenmerk legen wir bei Racupack auch auf die komfortable Programmierung innerhalb einer durchgängigen Software-Entwicklungsumgebung.\“ Eine solche steht Programmierern zur Entwicklung von Software für Sigmatek-Automatisierungssysteme mit Lasal zur Verfügung. Aufbauend auf der von Sigmatek bereits seit dem Jahr 2000 konsequent verfolgten objektorientierten Programmierung lassen sich damit innerhalb einer einheitlichen Umgebung neben der eigentlichen Steuerungsprogrammierung auch Visualisierungs-, Motion Control-, Safety- sowie Service- und Fernwartungs-Aufgaben effizient und komfortabel realisieren. Diese methodische Durchgängigkeit in allen Phasen der Softwareentwicklung hilft Maschinenbauern, neben Kosten auch Zeit und Nerven zu sparen. Das Komplettpaket zur Automatisierungs-Softwareentwicklung wird weltweit in zigtausenden Produktionsmaschinen mit Erfolg eingesetzt. Sein Funktionsumfang wächst laufend – auch durch die Integration verschiedener Kunden- bzw. Branchenanforderungen. So präsentiert sich Lasal leistungsstark, erprobt und bedienerfreundlich. Komplette Entwicklungsumgebung mit Support Auch bei Verwendung der besten Programmierumgebung ist jedoch – speziell in der anfänglichen Lernphase – die Unterstützung der Entwickler durch den Hersteller oder dessen lokale Partner entscheidend für den Erfolg der Entwicklungsprojekte. \“Der Support durch Sigmacontrol, den niederländischen Vertriebspartner von Sigmatek, aber bei Bedarf auch durch Sigmatek in Österreich selbst, war und ist ausgezeichnet\“, bestätigt Vincent Agema, technischer Ingenieur bei Racupack. \“Wir müssen nie lange warten, um eine Lösung für unser Problem oder eine Antwort auf unsere Frage zu bekommen.\“ Ebenso wie die Software eine Gesamtlösung aus einem Guss darstellt, arbeiten die verschiedenen Teile der Hardware ohne großen Verkabelungsaufwand Hand in Hand an der Abarbeitung der Maschinensoftware. Für die Bedienung der zahlreichen Ein- und Ausgänge verwendet Racupack die besonders kompakten, anreihbaren Module der Serie C-Dias mit bis zu 16 Ein- und/oder Ausgangskanälen. In manchen Racupack-Maschinen kommen zusätzlich Module der Baureihe Dias zum Einbau. Gerade im Bereich analoger Spezialmodule erweitern diese die Typenvielfalt und Funktionsbreite noch. Safety und Motion integriert Das C-Dias-System lässt sich einfach und flexibel um sichere Komponenten erweitern. Bei der VSI-Lösung werden die Safety Module zur Auswertung der Signale der Not-Aus-Taster und der Sicherheitsabdeckung eingesetzt. Die sicherheitsgerichtete Steuerung innerhalb des Gesamtsystems wird im Lasal Safety Designer innerhalb des Engineering-Toolkits Lasal programmiert und ist dadurch integraler Teil der durchgängigen Automatisierungslösung. Der Signalverkehr zwischen den sicheren Ein- und Ausgangsmodulen erfolgt durch Signalüberlagerung im sogenannten Black Channel über das Industrial Ethernet Netzwerk Varan. Dieser verbindet als schneller Systembus mit geringstem Installationsaufwand auch sämtliche Komponenten der modularen Lösung, also die Ein- und Ausgangsmodule und die CPU mit den Servo-Antrieben sowie mit dem Visualisierungs- und Bedienterminal. Als Antriebe im Leistungsbereich bis 3kW verwendet Racupack die kompakte und modulare Serie Dias-Drive 100. Versorgungsmodule und Achsmodule für einen oder zwei Servoantriebe werden auf einem Modulträger im Schaltschrank montiert und zu Gruppen für bis zu acht Achsen zusammengefasst, was den Montage- und Verkabelungsaufwand erheblich reduziert. Neben ihrer exzellenten Servo-Performance verfügen die Achsmodule bereits im Standard über integrierte Sicherheitsfunktionen wie \’Safe Torque off\‘ (STO) und \’Safe Stop 1\‘ (SS1), was die Integration der Antriebstechnik in das Sicherheitskonzept der Maschine stark vereinfacht. Das gilt auch für die größeren Dias-Drives 300 mit bis zu drei Achsen in einem Gerät für den mittleren Leistungsbereich bis 14kW. Kompakter Modernisierungsschub
Praktisch verpackt
-
Yaskawa eröffnet neues Robotermontage- und Distributionszentrum
Yaskawa baut seine Produktions- und Distributionskapazitäten für Roboter in Europa weiter aus: Am slowenischen Standort Ko?evje eröffneten Hiroshi Ogasawara (Representative Director & Chairman of the Board, Yaskawa Electric…
-
CPO Dr. Wilma Kauke im Interview: Wie Lapp Führung und Unternehmenskultur neu denkt
Zwischen KI, Krisen und Fachkräftemangel
Wirtschaftliche Unsicherheit, Fachkräftemangel, globale Spannungen und künstliche Intelligenz verändern die Arbeitswelt tiefgreifend. Für Dr. Wilma Kauke, Global HR Director & Chief People Officer EMEA bei Lapp, wird Human…
-
Hilscher kombiniert Industrial Ethernet, IIoT und CRA-Readiness auf NetX-90-Basis
Neue CifX-PC-Karten für sichere Industriekommunikation
Hilscher hat zwei neue PC-Karten für die sichere industrielle Kommunikation vorgestellt. Die Karten basieren auf dem NetX-90 System-on-Chip (SoC) und stehen im PCI-Express- sowie im Low-Profile-PCI-Express-Format zur Verfügung.…
-
Vorzeigeprojekt bei SGAC mit Rittal, Rittal Automation Systems und Eplan
Digitale Exzellenz in China
Mit der ‚Smart Manufacturing and Digitized Assembly Factory‘ setzt das chinesische Unternehmen SGAC gemeinsam mit Rittal, Rittal Automation Systems und Eplan neue Maßstäbe für die intelligente Fertigung. Die…
-
Für sichere Schaltbefehle
Befehls- und Meldegeräte mit externen Kontaktgebern
Norelem erweitert sein Portfolio um Befehls- und Meldegeräte mit externen Kontaktgebern.
-
OWL testet die nächste Stufe industrieller KI
Mit dem Projekt Engage-KI starten It’s OWL und Fraunhofer IEM eine Leistungsoffensive für…
-
Weidmüller: Grundstein für neuen asiatischen Hauptsitz
Weidmüller hat den offiziellen Spatenstich für eine neue asiatische Unternehmenszentrale in Suzhou gefeiert.
-
Auftragseingang im Maschinenbau: Keine Belebung in den Mai-Orderbüchern
Der Maschinenbau wartet weiter auf eine Belebung ihrer Orderbücher.
-
Siemens erweitert seine Werke
Siemens investiert 300Mio.€, um die Fertigung von Schlüsseltechnologien für die globale Energiewende und…
-
IIoT / Edge Computing
Edge-Modul für durchgängige IIoT-Daten
Turck erweitert seine IIoT- und Service-Plattform Turck Automation Suite um das Modul TAS…
-
Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe im April: +0,4% zum Vormonat
Der reale (preisbereinigte) Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen…
-
Best Managed Companies Award 2026: Schmersal mit Goldstatus geehrt
Die Firma K.A. Schmersal wurde erneut mit dem Best Managed Companies Award ausgezeichnet.
-
Smartes Engineering für funktionale Sicherheit
In der modernen Softwareentwicklung gehören Versionskontrolle mit Git, mehrsprachige Codebasen, KI-gestützte Assistenten, Extensions…
-
Industrie-PCs
Panel-PCs für HMI und Maschinensteuerung
Gett erweitert sein HMI-Portfolio um eine neue Serie industrieller Panel-PCs der Marke InduSmart.
-
Ormazabal baut neue Deutschlandzentrale
Ormazabal hat den offiziellen Spatenstich für seine neue Deutschlandzentrale in Krefeld gesetzt.
-
Maschinenbau rechnet für 2026 nicht mehr mit Wachstum bei der Produktion
Die Produktion im Maschinenbau in Deutschland sank von Januar bis April um real…
-
Technische Beschaffung
B2B-Katalog als Brücke zur digitalen Beschaffung
Conrad Electronic erweitert seine B2B-Strategie um einen neuen, 960 Seiten starken Katalog.
-
Leitungstechnik
Torsionsfeste Devicenet-Leitung für Roboter
Igus erweitert seine Roboterleitungsserie CFRobot8.Plus um eine Devicenet-Leitung für hochdynamische Anwendungen mit Torsionsbewegungen…
-
Ringsensoren liefern Prozess- und Diagnosedaten
Induktive Ringsensoren mit IO-Link
Turck erweitert sein Portfolio um induktive IO-Link-Ringsensoren für die zuverlässige Erfassung kleiner metallischer…
-
Hima wächst in schwierigem Marktumfeld
Hima, Anbieter sicherheitsgerichteter Automatisierungslösungen, ist im Geschäftsjahr 2025 in einem anspruchsvollen Marktumfeld gewachsen.
-
Deutsche Elektroexporte bleiben vorerst auf Wachstumskurs
Im April entwickelten sich die Exporte der deutschen Elektro- und Digitalindustrie weiter beschleunigt…
-
Vorstandswahlen bei PLCopen
PLCopen hat einen neuen Vorstand gewählt, nachdem drei Mitglieder zurückgetreten sind.
-
R&M stärkt Produktmanagement und Marketing
Dr. Hannes Grubinger hat die Position des Chief Product & Marketing Officers bei R&M…
-
AC/DC-Hochleistungssicherungen
Mersen präsentiert seine neue Generation von Hochleistungssicherungen.
-
Cybersicherheit
Sicherer Entwicklungsprozess zertifiziert
Moxa hat gleich zwei Zertifizierungen nach IEC62443-4-1 Maturity Level 3 (ML3) erhalten –…
das könnte sie auch interessieren
-
-
Prozessautomatisierung
Ethernet-APL-Switches verbinden bis zu zwölf Feldgeräte direkt mit dem Ethernet-Netzwerk
-
-
















