Stand der Technik Bei einer typischen Last- und Lastmomentüberwachung in der Mobilhydraulik wird der Druck am Hydraulikzylinder des Auslegers, an der Hydraulikpumpe des Fahrantriebs oder am Druckbehälter des Bremssystems gemessen. Jegliche Fehlfunktion des Messumformers kann das System in einen kritischen Zustand versetzen. Eine Fehlfunktion kann durch extreme Umgebungsbedingungen (EMV, Feuchte, Schock- und Vibrationsbelastungen) oder einer Beschädigung des Sensors hervorgerufen werden. Sie kann aber auch durch ungeeignete Einsatzbedingungen, wie z. B. Sensorüberlast durch Druckspitzen, entstehen. Softwarefehler im Steuerungsmodul oder ein defektes Elektronikbauteil können ebenfalls die Ursachen für ein falsches Ausgangssignal des Messumformers und/oder Systems sein.Die Maschinenentwickler ergreifen viele Vorsorgemaßnahmen, um dauerhaft sichere Einsatzbedingungen zu ermöglichen. Eine einfache, praktische und gängige Lösung ist der Einsatz von zwei Drucksensoren an der gleichen Messstelle. Eine redundante Überwachung der beiden Ausgangssignale wird in der Maschinensteuerung vorgenommen, um jegliche unerwartete Messabweichungen des Druckmessumformers zu erkennen.Der Nachteil dieser Methode ist, dass ein zusätzlicher Druckanschluss mit separater Dichtung und zusätzlicher elektrischer Anschluss mit Gegensteckern benötigt werden. Das Steuerungssystem muss mit mehr elektrischen Baugruppen ausgestattet sein, um zwei einzelne Sensoren verwenden zu können. Unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit stellt diese erhöhte Komplexität eine zusätzliche Fehlerquelle dar. Die Wika-Antwort: \’2 in 1\‘-Sensor MHS-1 Mit dem MHS-1 bietet Wika den ersten Druckmessumformer mit integriertem 2-Kanal-Drucksensor, der speziell für sicherheitskritische und sicherheitsrelevante Anwendungen in der Mobilhydraulik entwickelt wurde. Die 2-Kanal-Druckmessung, getrennte elektrische Signalverarbeitung und zwei voneinander unabhängige 4 bis 20mA Ausgangssignale ermöglichen eine redundante Überwachung von Druckmessstellen. Der Kunde braucht nur einen einzigen Druckanschluss mit nur einer Dichtung und nur einem Gegenstecker mit nur einem Kabel. Nun kann z.B. Kanal 1 ein Sensor mit einem Messbereich von 0 bis 600 bar und einem proportionalen elektrischen Ausgangssignal von 4 bis 20mA sein und Kanal zwei einer mit 0 bis 1000bar und 4 bis 20mA. Es ist wichtig, dass der Sensor mit dem kleineren Messbereich für den maximal möglichen Systemdruck ausgewählt wird, da beide Sensoren physisch in einen Prozessanschluss integriert sind. Auch der Einsatz von zwei identischen Druckbereichen oder ein zweites, invertiertes 20 bis 4mA Signal ist denkbar. Dies ermöglicht eine einfache Überwachung der Messstelle durch Addition beider Signale in der Maschinensteuerung, da das Ergebnis bei korrekter Funktion beide Sensoren immer konstant sein müsste. Ein zufälliger Hardware- oder Softwarefehler des sicherheitskritischen Lastüberwachungssystems kann durch Überwachung der beiden Sensorsignale in der Maschinensteuerung erkannt werden und der Aktor kann in einen sicheren Zustand versetzt werden, wenn eine solche gefährliche Situation identifiziert wird. Somit wird die Wahrscheinlichkeit eines gefährlichen Fehlerzustandes wesentlich reduziert. Diese Lösung erhöht die Prozesssicherheit und ist außerdem wirtschaftlich, da die mechanischen und elektrischen Installationskosten deutlich geringer sind als bei der Installation von zwei einzelnen Drucksensoren. TÜV-geprüfte Sicherheit Die Maschinennorm EN 954-1 sollte eigentlich Ende 2009 außer Kraft treten. Da aber die wenigsten Maschinenbauer darauf vorbereitet waren, wurde die Konformitätsvermutung auf den 31.12.2011 verlängert. Die dann folgende neue europäische Machinenrichtlinie (2006/42/EU) bezieht sich auf zwei allgemeine Normen, die in der Sicherheitstechnik generell Anwendung finden. Der MHS-1 ist so konzipiert, dass er beide Sicherheitsnormen erfüllt: – ISO 13849-1 (Performance Level – PL) – IEC 61508 (Safety Integrity Level – SIL) Die ISO-Norm deckt alle verfügbaren Steuerungssysteme (elektrisch, hydraulisch, pneumatisch und mechanisch) ab, während sich die IEC-Norm auf elektrische/elektronische Systeme konzentriert. Das Wika-Produkt MHS-1 wurde in Abstimmung mit dem TÜV entwickelt und geprüft. Die Anforderungen der neuen Maschinenrichtlinie, die ursprünglich bereits im Dezember 2009 in Europa in Kraft treten sollte, werden von dem Sensor bereits erfüllt. Die von Wika bereitgestellten sicherheitsrelevanten Kenndaten des Drucksensors enthalten auch MTTF-Werte (Mean Time to Failure). Ein komplettes sicherheitsrelevantes Steuerungssystem (Sensor, Steuerung und Aktor) kann damit einfach und schnell durch den Anwender bewertet werden. Das MHS-1 entspricht der funktionalen Sicherheit SIL 2 nach IEC 61508 und der Sicherheitskategorie 3 Performance Level d nach ISO 13849-1. Robuste Bauform für anspruchsvolle Umgebungsbedingungen In Anbetracht der rauen Umgebungsbedingungen in der Mobilhydraulik hat der Metall-Dünnfilmsensor gegenüber anderen Technologien deutliche Vorteile. Die hermetisch dicht verschweißte Dünnfilm-Messzelle mit gesputterter Wheatstone-Brücke von Wika stellt eine exzellente Langzeitstabilität sicher, auch bei hochdynamischen Lastwechseln. Die Dünnfilmsensorik ist zusätzlich äußerst resistent gegenüber Druckspitzen in Hydrauliksystemen. Das bewährte CDS-System (Capillary Damping System), das in den Prozessanschluss integriert ist, minimiert zusätzlich das Risiko eines Sensorfehlers aufgrund Kavitations- und Mikrodieseleffekten. Da die Druckmessung aller Sensortechnologien durch Temperaturänderungen beeinflusst wird, ist die Kompensation des Temperatureinflusses notwending. Mit der Metall-Dünnfilmtechnologie von Wika wird die Temperaturkompensation direkt auf dem Sensor vorgenommen, indem spezielle Kompensationwiderstände in der Messbrücke laserabgeglichen werden. Die Elektronik ist für raue EMV-Bedingungen bis 100 V/m konzipiert. Das robuste, geschweißte Edelstahlgehäuse inkl. des elektrischen Anschlusses, ist für die extremen Bedingungen in der Mobilhydraulik ausgelegt und mit der Schutzart IP 69 K für Hochdruckreinigung qualifiziert. Das heißt, der MHS-1 Messumformer ist natürlich nicht nur so entwickelt worden, dass er alle oben genannten Anforderungen erfüllt, sondern er ist auch ausführlich dahingehend getestet worden, um seine Eignung für raue Umgebungsbedingungen unter Beweis zu stellen. Kundenspezifische Varianten Wika bietet diverse sicherheitsgeprüfte Konzeptvarianten für eine Vielzahl von Anwendungen sowohl mit als auch ohne Sensorüberlasterkennung. Dies wird durch einen redundanten Einzelsensor oder einen redundanten Doppelsensor ermöglicht. Bei zwei einzelnen Sensoren für verschiedene Messbereiche erreicht der Sensor mit dem niedrigeren Bereich den definierten Überlastdruck zuerst und hat dann einen bleibenden Signaloffset. Diese Offsetverschiebung kann bei der Überwachung beider Sensorsignale in der Maschinensteuerung erkannt werden. Wikas flexibler Geräteaufbau und das moderne Produktionssystem unterstützen die Möglichkeit von kundenspezifischen Lösungen. Die Sensorproduktlinien sind nach der Norm der Automobilindustrie ISO/TS 16949:2002 zertifiziert, die weltweit gültig ist, um höchste Qualität sicherzustellen. Wahlfreiheit
Redundanter Drucksensor für mehr Sicherheit
-
Erfolgreiches Omlox-Plugfest
Auf dem Omlox-Plugfest prüften 21 Experten aus neun Unternehmen zwölf verschiedene Omlox-Komponenten, darunter UWB-Infrastruktur, Ortungstags, ergänzende Positionierungstechnologien, Omlox-Hubs und industrielle Softwareanwendungen.
-
Energy-Monitoring für nachhaltige Umgebungen
Plug&Play-Energieüberwachung
Facility-Management-Systeme (FMS) ermöglichen die Echtzeitmessung/-überwachung des Energieverbrauchs für die Kostenoptimierung. Sie unterstützen erweiterte Diagnosen und ermöglichen schnelle Reaktionen auf Änderungen und betriebliche Anforderungen. Aber: Bestehende FMS-Lösungen sind nicht…
-
Philip Harting verstärkt VDMA-Hauptvorstand
Der VDMA hat Philip Harting in den Hauptvorstand aufgenommen.
-
Schwere Industriesteckverbinder bei der Montage und Inbetriebnahme
Schneller verbunden, schneller produktiv
Mit welchen Herausforderungen sieht sich der Maschinen und Anlagenbau konfrontiert und welchen Beitrag können Steckverbinder bei der Lösung leisten? Einfache, standardisierte und möglichst automatisierbare Verbindungsprozesse werden zum entscheidenden…
-
Antriebstechnik
Hybridleitungen reduzieren Aufwand, Kosten und Störanfälligkeit
Antriebssysteme sollen heute kompakt, leistungsfähig und zuverlässig sein. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Verkabelung, Montage und Betriebssicherheit. Hybridleitungen bündeln Energie- und Datenübertragung in einem Kabel, reduzieren den Aufwand…
-
DataTec verzeichnet 9% mehr Aufträge
DataTec hat das Geschäftsjahr 2025/2026 in einem angespannten wirtschaftlichen Umfeld erfolgreich abgeschlossen.
-
NIS-2 in fünf Schritten strukturiert und pragmatisch umsetzen
So gelingt das Setup
Cyberangriffe auf industrielle Systeme sind längst keine Ausnahme mehr. Produktionsanlagen, Steuerungen und vernetzte…
-
Design, Produktsuche und Beschaffung auf einer Plattform
Nachschlagewerk für Automatisierer
Wer als Maschinen- oder Anlagenbauer schnell die richtigen Komponenten finden, Schaltpläne skizzieren und…
-
Elektroexporte wachsen etwas langsamer
Mit Warenlieferungen im Wert von 20,7Mrd.€ verzeichnete die deutsche Elektro- und Digitalindustrie auch…
-
Virtuelle SPS: Reif für die Praxis?
Lange galt die virtuelle SPS als Zukunftsvision. Inzwischen sehen viele Hersteller sie als…
-
IIoT und Cloud-Visualisierung
Sensordaten sicher erfassen und weltweit visualisieren
Edge Computing und Cloud-Technologien verändern den Umgang mit Produktionsdaten. Maschinen- und Sensordaten lassen…
-
Interview auf dem Eplan Next26
Wie KI, Daten und Plattformen die Elektrokonstruktion verändern
Auf dem Event Eplan Next26 in München standen die Zukunft des Engineerings, künstliche…
-
Stromversorgung außerhalb des Schaltschranks
Netzteilreihe mit Schutzart IP67
Mit der neuen Netzteilreihe S8NR bringt Omron robuste Netzteile mit Schutzart IP67 auf…
-
Prof. Dr.-Ing. Volker Stich ins VDI-Präsidium gewählt
Prof. Dr.-Ing. Volker Stich wurde mit Wirkung zum 1. Juli in das Präsidium…
-
Intelligentes Transportsystem sorgt für mehr Flexibilität beim Labeling
Digitaldruck in sechs Freiheitsgraden
Herkömmliche Druckverfahren mit Kunststoff- und Papieretiketten sind mit langen Rüstzeiten, häufigen manuellen Eingriffen…
-
Ansatz für nachhaltige Produktentwicklung
Neue Kategorie der Weltdarstellung
Die 3D Univ+rses sind eine neue Kategorie der Weltdarstellung, entwickelt von Dassault Systèmes.…
-
Hochmanövrierfähige Fahrzeugplattform mit Hebeeinrichtung
Omnidirektional
Weiterentwicklungen in der Handhabungs- und Montagetechnik steigern den Grad der automatisierten Produktion. Effiziente…
-
Schwarz Digits eröffnet neuen Campus
Schwarz Digits, die IT- und Digitalsparte der Schwarz Gruppe, hat ihren neuen Campus…
-
Update-Management für vernetzte Maschinen
Aus Pflicht wird Potenzial
Vernetzte Maschinen müssen über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg aktualisiert werden und Hersteller müssen…
-
Geräteschutz und digitale Transparenz verbinden
IIoT-Framework
Mit dem IIoT-Framework Caparoc erweitert Phoenix Contact die Kommunikationsmöglichkeiten des gleichnamigen Geräteschutzschalter-Systems um…
-
Für den Maschinen- und Anlagenbau
Robuste Wellschläuche
In der automatisierten Fertigung müssen Kabelschutzschläuche von Maschinen, Bearbeitungszentren und CNC-Anlagen vielfach hohe…
-
Für effizienteres Kabelmanagement Mehrfachdurchführungen
Mit den robusten Kabeldurchführungen der Serie MCE Pro und dem modularen System MCE…
-
Cybus beruft Stefan Schwab zum Co-CEO
Cybus hat Stefan Schwab mit Wirkung zum 1. Juli zum Co-CEO berufen.
-
Spatenstich für Hummel-Werkserweiterung
Mit einem symbolischen Spatenstich hat Hummel das offizielle Startsignal für die geplante Werkserweiterung…
-
Mit 3 Metern Reichweite
Kompakte Ultraschallsensoren
Mit den Ultraschallsensoren U1KM in Miniaturbauform erweitert Wenglor sein Portfolio um eine Lösung…
das könnte sie auch interessieren
-
-
-
Edge, Cloud und Cybersecurity in der Praxis
IIoT im Realitätscheck: Warum Vernetzung heute anders gedacht wird als 2020
-
Funktionale Sicherheit
SIL3 auf dem Touchscreen: Wie sichere HMIs die Bedienung neu denken
















