Die laufenden Kosten zu reduzieren ist heute das Ziel aller produzierenden Unternehmen. Außerdem tragen Fernwartungslösungen dazu bei, Arbeitsplätze vor Ort zu sichern. In regional arbeitenden Unternehmen sehen zahlreiche im Service-Bereich beschäftigte Mitarbeiter in der Fernwartung von Maschinen und Anlagen jedoch selbst heute noch eine indirekte Bedrohung. Sie haben Angst, dass ihre Arbeitsplätze durch diese Dienstleistung wegrationalisiert werden. Doch speziell in einem Hochlohnland wie Deutschland ist meist das Gegenteil der Fall. Die eingesparte Arbeitszeit, bei der es sich oftmals um die Dauer der An- und Rückreise handelt, kann der Mitarbeiter nun für andere Tätigkeiten nutzen. Er wird somit produktiver, was seine Arbeitskraft wirtschaftlicher und seinen Arbeitsplatz folglich sicherer macht. Weniger Reisekosten und schnellere Fehlerbehebung Wo liegen also die Einsparpotentiale, die sich aus der Fernwartung ergeben? Wie bereits erwähnt, erweist sich die Reise zur zu wartenden Maschine oder Anlage als großer Kostenfaktor. Dabei ist es egal, ob ein gut qualifizierter Mitarbeiter alle ein bis zwei Wochen weltweit unterwegs ist oder ob er die regionalen Unterstationen jeden Tag mit dem Auto abfahren muss. Während der Hin- und Rückfahrt ist er genauso teuer, aber weniger produktiv als am Einsatzort. Durch die Verwendung von Fernwartungs-Komponenten lässt sich die Anzahl der Reisen deutlich reduzieren. Jedes Unternehmen kann selbst überschlagen, wie viele Stunden an Reisezeit so eingespart werden können. Multipliziert mit dem Stundenlohn des Mitarbeiters errechnet sich meist ein erheblicher Betrag (Bild 1). Als weiterer Vorteil des Teleservice zeigt sich das frühzeitige Alarmieren des Wartungspersonals im Fehlerfall. Werden entsprechende Module wie das SMS-Relay von Phoenix Contact genutzt, kann die Maschine oder Anlage den Mitarbeiter direkt per SMS-Nachricht an sein Mobiltelefon über die Störung informieren. Die Kommunikationskette verkürzt sich, sodass sich auch die Störungsdauer senkt. Ein anderer klassischer Nutzen der Fernwartung ist die Optimierung von Inspektionsintervallen. Statt alle Maschinen und Anlagen regelmäßig nach einer festgelegten Zeitdauer zu warten, findet nur dann ein Service-Einsatz statt, wenn die Anwendung tatsächlich Bedarf hat. Dazu meldet sie sich automatisch beim Service-Dienstleister, falls beispielsweise eine definierte Zahl an Betriebsstunden erreicht ist. Die Kostenersparnis lässt sich auch in diesen Fällen einfach beziffern. Hinzu kommen die Einnahmen, die durch eine verbesserte Service-Leistung generiert werden (Bild 2). Kürzere Inbetriebnahmezeit und intensiverer Kundenkontakt Selbst wenn Maschinen- und Anlagenbauer keine entsprechende Dienstleistung anbieten können, gibt es interne Gründe, die für die Verwendung der Fernwartung sprechen. Dazu gehört die schnellere Erstinbetriebnahme von Maschinen und Anlagen. Denn benötigt der Monteur vor Ort Unterstützung bei einem spezifischen Problem, schließt er einfach einen mitgebrachten Mobilfunk-Router, wie den 3G-Router von Phoenix Contact, an die aufzubauende Anwendung an. Der Spezialist in der Zentrale kann nun über die Mobilfunk-Strecke auf die Maschine oder Anlage zugreifen und dem Kollegen vor Ort mit wertvollen Tipps helfen respektive parallel mit ihm an der Aufgabenstellung arbeiten (Bild 3). Typischerweise ist das der Fall, sofern die Software-Konfiguration angepasst werden soll. Der Einsatz einer vorkonfigurierten Mobilfunk-Komponente macht die Beantragung eines Internet-Zugangs über die IT-Abteilung des Endkunden überflüssig, was die Erstinbetriebnahme verkürzt. Eine solche Zeitersparnis muss nicht immer dazu genutzt werden, die Hotelübernachtung zu sparen oder schnell zum Aufbau der nächsten Applikation zu hetzen. Der Mitarbeiter des Maschinen- und Anlagenbauers kann vielmehr den Kundenkontakt intensivieren, neue Anforderungen aufnehmen und passende Lösungen aus dem eigenen Unternehmen vorstellen. Längere Verfügbarkeit und industriegerechtes Design Nachdem viele Unternehmen die Vorteile von Mobilfunk-Komponenten bei der Erstinbetriebnahme erlebt haben, möchten sie die Geräte serienmäßig in die eigenen Maschinen und Anlagen einbauen. Insbesondere in hochpreisige Applikationen sollte allerdings ein Telekommunikations-Modul installiert werden, das den Anforderungen der rauen Industrieumgebung entspricht. Hierzu zählen beispielsweise ein erweiterter Temperaturbereich, eine bessere elektromagnetische Verträglichkeit, die 24V-Versorgungsspannung sowie eine einfach durchführbare Montage auf der Hutschiene. Beim Einkauf der Geräte wird leider oftmals nur der Verkaufspreis verglichen, der spätere Produktlebenszyklus jedoch nicht in Betracht gezogen. Die Erfahrung zeigt, dass eine etwas teurere Komponente häufig länger lieferbar ist als das günstigere Vergleichsprodukt. Dies ist besonders in großen Unternehmen zu berücksichtigen, wo jedes Gerät vor der ersten Verwendung umfassend durch eigene Prüflabore getestet wird. Das kostet Zeit und Geld. Außerdem lässt sich die Lagerhaltung optimieren, weil weniger Varianten einer Mobilfunk-Komponente vorgehalten werden müssen. Ferner sollten die Einsparungen bei der Dokumentenpflege sowie der Einarbeitungszeit der Mitarbeiter in das neue Gerät in die Kosten-/Nutzenrechnung einfließen. Als Beispiel für ein langfristig verfügbares Produkt sei das analoge Data/Fax-Modem von Phoenix Contact genannt, das seit fast zehn Jahren erhältlich ist. Keine Roaming-Kosten und hohe Zugriffssicherheit Laut VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) belief sich der Export deutscher Maschinen im ersten Quartal 2012 auf 36,5Milliarden Euro. Die fünf größten Absatzmärkte waren China, die USA, Frankreich, Russland und Großbritannien. Selbst wenn analoge Modems weltweit nahezu problemlos eingesetzt werden können, geht der Trend zu breitbandigen Anschlüssen. Um einen entsprechenden Router in den eigenen Maschinen und Anlagen verbauen zu können, benötigen die Unternehmen eine SIM-Karte, die an einen Mobilfunk-Vertrag geknüpft ist. Wird der serienmäßig installierte breitbandige Mobilfunk-Router lediglich zu Wartungszwecken genutzt, sollten die laufenden Kosten des Mobilfunk-Vertrags möglichst gering sein. Das trifft auch auf die Roaming-Kosten zu, die bei internationalen Anwendungen entstehen können. Ideal wäre eine SIM-Karte, die speziell für die Machine-to-Machine-Kommunikation entwickelt worden ist und keine Roaming-Kosten erzeugt. Darüber hinaus sollte sie nicht an ein bestimmtes Mobilfunk-Netz gebunden sein, also nahezu weltweit verwendet werden können, eine hohe Kommunikationssicherheit bieten sowie den Anwender bei Erreichen eines gewissen Datenlimits warnen. Auf der Hannover Messe 2012 haben Phoenix Contact und das Bielefelder Mobilfunk-Unternehmen Marcant eine solche SIM-Karte vorgestellt, die die genannten Anforderungen erfüllt. Weitere Details zur Global SIM finden sich auf der Marcant-Webseite unter www.global-m2m.com. Fazit
Regionale und globale Fernwartungslösungen Wirtschaftlichkeit steigern durch Remote Service
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