Ein Ziel der Studie, die von der Karl-Heinz Sauter Services und Consulting GmbH mit Unterstützung von Siemens durchgeführt wurde, war die Erfassung von Status und Trends bei Remote Services. Dabei standen sowohl die Technologie als auch das Servicegeschäft im Fokus. Teilgenommen haben Unternehmen in der Größe ab 100 Mitarbeiter bis zu über 100.000 Mitarbeiter bei in etwa gleicher Verteilung. Mit über 50% kamen die befragten Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, die restlichen Teilnehmer aus den Bereichen Medizintechnik, Haustechnik und anderen Branchen. Der Wert der Lieferpreise der Geräte und Maschinen reichte von einigen 1.000,- Euro bis in den zweistelligen Millionenbereich. Kurz nach dem Start der Befragung konnten vier Reifegradstufen identifiziert werden, die leicht zu erkennen sind. Sie erlauben den Level des Remote Service in den Firmen einzuschätzen. Die vier Reifegradstufen sind: 1. Starter: Unternehmen die Remote Service mit wenigen Maschinen betreiben oder Remote Service gelegentlich nutzen. 2. Kostenoptimierer: Unternehmen die systematisch mit Remote Servicekosten bei der Gewährleistung und Kulanz sparen. 3. Serviceverkäufer: Unternehmen die ein Preismodell haben und Remote Serviceverträge wo möglich in geringeren Stückzahlen verkaufen. 4. Serviceoptimierer: Unternehmen die deckungsbeitragsstarke Remote Serviceprodukte haben und mit Vertragsquoten über 30% den Remote Service aktiv verkaufen. Obwohl die Stufen leicht erkannt und den Unternehmen zugeordnet werden können, tun sich Unternehmen mit niedrigem Reifegrad schwer, die höheren Stufen als notwendige Entwicklung anzusehen. Im krassen Gegensatz dazu kennen Unternehmen mit Reifegrad 4 \’Serviceoptimierer\‘ alle typischen Best-practice Beispiele, Widerstände und die häufigsten Technologievarianten. Trotzdem sind diese Unternehmen bereit in die Aus- und Weiterbildung zur Verbesserung des Reifegrades zu investieren, vor allem bei ihren Verkäufern. Remotetechnologie wird in Stufen realisiert Bei der Remotetechnologie konnten zeitliche Stufen ermittelt werden, die häufig in der ermittelten Reihenfolge auftreten, in manchen Unternehmen aber mit abweichender Reihenfolge eingeführt werden – abhängig davon ob Technologie oder Servicebusiness die Treiber sind. Die typische Stufenreihenfolge: 1. Fernzugriff über Direktverbindung häufig über Modem oder VPN realisiert 2. Fernzugriff + weitere Technologien über Remoteserviceplattformen Remote Serviceplattformen werden von mehreren Unternehmen angeboten mit einer Vielzahl von Funktionen. 3. Condition Monitoring Maschinenzustände werden über die Steuerung oder spezielle Hardware erfasst. 4. Videotechnologien dazu gehören Videoheadsets, die Servicetechniker vor Ort zur Unterstützung nutzen und sogenannte Utility Filme. 5. Data Mining für Predictive Maintenance werden Maschinendaten mit speziellen mathematischen Verfahren ausgewertet um Ausfälle vorherzusagen. Führend ist der Medizinbereich, aber der Maschinenbau hat ebenfalls Erfahrung. Neue Technologien kommen langsam Den Status der Technologieeinsätze ist in Bild 1 dargestellt. 90% der Unternehmen arbeiten mit einer Direktverbindung oder einer eigenen Plattform. Die überlappende Ablösung durch Remote Serviceplattformen ist je nach Branche schon erstaunlich weit fortgeschritten. Aber auch die weiteren Technologien werden heute schon in Servicekonzepte integriert. Moderne Remote Lösungen sind ein Mix aus unterschiedlichen Technologien, die zu Serviceangeboten gebündelt werden. Besonders hohe Zuwachsraten werden im Bereich Data Mining in den nächsten Jahren erwartet. Neue Technologien wie Video (z.B. i-boro-Technologie) werden erst langsam angenommen wie Bild 6 zeigt. Heute ist der Einsatz noch zurückhaltend. Wie Bild 6 zeigt, wird diese Technik aber bereits stark beobachtet. Verkauft wird mehr als erwartet Für die Stufe 4 \’Serviceoptimierer\‘ steht die Ampel bei vielen Unternehmen noch auf Rot, obwohl hier bei anderen Unternehmen schon Millionen verdient werden. Entscheidend, das hat auch das RemoteServiceForum im Februar 2010 gezeigt, ist, wie lange ich brauche um eine interessante Anzahl von Verträgen und damit verbundene Dauereinnahmen zu generieren. Grundsätzlich gewandelt hat sich die Einschätzung ob Remote Service verkaufbar ist. Bild 3 zeigt die aktuelle Einschätzung der Teilnehmer. Weniger als 1/6 der Teilnehmer lehnen die Verkaufbarkeit ab. Ingesamt mehr als 50% der Unternehmen sind aktuell in Reifestufe 3 \’Serviceverkäufer\‘ und 4 \’Serviceoptimierer\‘ mit schnell steigender Anzahl. Viele Teilnehmer der Studie haben neue Projekte in Planung oder Vorbereitung um einen höheren Reifegrad zu erreichen. Erst 10% der Befragten sind in Reifestufe 4. In Abbildung 2 wird dargestellt, wie viele der befragten Unternehmen 2010 in die jeweils höhere Reifestufe aufsteigen werden. Das bedeutet, dass 2010 in die Entwicklung von Technologie und Organisation investiert wird. Zum Beispiel wollen 40% der Teilnehmer die Stufe \’Serviceverkäufer\‘ erreichen. Das zeigt, wie wichtig die Auseinandersetzung mit Trends auch bei den über 50% Maschinenbauteilnehmern ist. Interessant ist auch die Anzahl der Maschinen die Remote Service fähig sind. Wie Bild 4 zeigt, haben 50% der teilnehmenden Unternehmen bis zu 500 Maschinen mit Remote Serviceanschluss. Die anderen 50% haben bis zu über 100.000 Maschinen/Geräte die Remote erreichbar sind. Viel Potential für Remote Serviceverträge. Wird die Anzahl der Maschinen bei den Teilnehmern mit den typischen Flatrates und Aufwandsberechnungen bewertet, ergibt sich bei den hundert befragten Unternehmen 2010 ein Gesamtumsatzpotential von 250 Mio. Euro, das jährlich wiederkehrt. Projektbegleitende Weiterbildung am eigenem Projekt Erfreulich ist die Entwicklung bei der Weiterbildungssituation um schnell höhere Reifegrade zu erreichen. Wurde das vom Autor entwickelte Einführungsverfahren LIFE für vermarktbaren Remote Service 2009 noch von weniger als 20% der Teilnehmer genutzt, werden in den nächsten Jahren Einführungsverfahren und Innovationsverkauftechniken zu über 50% bei Projekten als Verkaufsbeschleuniger genutzt, wie Bild 5 zeigt. Life steht für: L Low Invest I Improved Profit F Fast ROI E Express Projects Auch die technischen Inhalte werden verstärkt über Schulungen vermittelt. Für Unternehmen der Reifestufe 4 \’Serviceoptimierer\‘ war dies schon in der Vergangenheit normal. Einführungswiderstand Zugangssicherheit Nach wie vor ist das Sicherheitsbedürfnis der Anwender der Hauptwiderstand. Der Grund warum Firmen mit Reifegrad 4 \’Serviceoptimierer\‘ weniger Probleme haben, liegt im Konzept und dem inzwischen erfolgten \’Überzeugungsrollout\‘ der Mitarbeiter. Ein Beispiel aus einem persönlichen Interview zeigte dies deutlich. Zitat eines Reifegrad 1 Teilnehmers: \“Krankenhäuser lassen keinen Remote Service zu.\“ Status: Mehr als 60.000 Geräte sind von den Firmen Siemens und Philips in Krankenhäusern unter Remote Service. Ähnliche Aussagen gibt es auch im Maschinenbau und anderen Branchen, auch wenn dort pro Unternehmen weniger Maschinen stehen. Welchen Aufwand z.B. Philips für die Sicherheit betreibt, war für die Teilnehmer des RemoteServiceForum im Februar erkennbar. So werden z.B. alle Mitarbeiter für Remote Service speziell verpflichtet, die Hotlineräume werden nur von autorisierten Personen betreten, zudem wird sorgfältig dokumentiert, von wem, wo und wann ein Remote Service-Zugriff erfolgt ist. Erst wenn Sicherheit mehr ist als IT-Sicherheit, bekommen die Kunden das notwendige Vertrauen. Hier zeigte sich, dass die Branchen voneinander lernen. Fazit Remote Service ist ein komplexes Thema mit individuellen Angeboten. Einzelne Branchen und Unternehmen sind früher oder später in der Lage, ihren Kunden die Lifecyle Kosten zu senken. Auf Grund der Komplexität sind viele Konzeptmöglichkeiten (Best-practice) und Technologien nicht ausreichend bekannt. In der Studie wurden deshalb neben den Abbildungen für alle wichtigen Technologien und Konzepte Basisinformationen und Praxisbeispiele zur Erläuterung hinzugefügt. Damit gibt die Studie nicht nur Auskunft über den Stand und Planung von Remote Service, sondern ist auch für Manager und Projektleiter eine lesbare Leitlinie zur Steuerung von Weiterentwicklungsaktivitäten. (Kasten1) Untersuchungsmethodik Als Grundlage für die Untersuchung wurde das im BMBF-PROSERV (Produktdaten online für den Service) entwickelte 7-Schichtenmodell (Bild 7) verwendet. Der Schlussbericht zu diesem Bericht wurde im VDMA Verlag veröffentlicht. Auf der Basis dieses Modells wurde in den letzten Jahren das Einführungsverfahren LIFE geschaffen, welches bezahlten Remote Service beschleunigt einführt. Die Projekte werden in den Schritten Grobkonzeot, Servicegestaltung, Kundenworkshop und Verkaufstraining durchgeführt. Durch die workshoporientierte Vorgehensweise wird eine jeweils höhere Reifegradstufe erreicht, also z.B. vom #Serviceverkäufer# zum #Serviceoptimierer#. Reifegrad 1 und 2 Unternehmen nutzen das Verfahren um mit wenigen Tagen Aufwand in den Verkauf einzusteigen. Durch die wesentlich höheren Umsätze bezahlen sich diese spezielle Art projektbegleitender Weiterbildung in weniger als einem Jahr selbst. Auf Grund der Projekterfahrungen und den Diskussionen im RemoteServiceForum wurden die Fragen und die Marktstudie so aufgebaut, das wichtige Erfolgsfaktoren, Technologien und Servicekomponenten sichtbar werden, auch wenn sie der Interviewte bzw. der Leser der Marktstudie bisher nicht kannte. Durch die Einführung von leicht identifizierbaren Reifestufen konnten die Unterschiede im Umgang mit Remote Service leichter zugeordnet werden. Die Reifestufen zeigen daher auch Unternehmen die in Wartestellung sind, welche Schritte Sie noch zu gehen haben. Damit gewinnt die Diskussion um projektbegleitende Weiterbildung neue Bedeutung. Auch nach Abschluss der Untersuchung ist es möglich mit dem Remote Servicespezialisten Karl-Heinz Sauter ein Analysegespräch zu führen um Umsatz und Ertragspotential für die nächsten Jahre individuell für das jeweilige Unternehmen einzuschätzen. Nähere Informationen unter www.remoteserviceforum.de. (Kasten 1 Ende) (Kasten 2)RemoteServiceForum – Vorträge von Anwendern und Herstellern zu Technologien und Remote Geschäft – Remote für Serviceleiter und Projektleiter 29.06.2010 in Karlsruhe – Remote für Manager in Kooperation mit der ISS International Business School of Service Management vom 27. – 28. Oktober in Hamburg – Tagungs- und Themenbände auf Anfrage oder unter www.remoteserviceforum.de
Reifegrad entscheidet über Remote Service Erfolg
-
Erfolgreiches Omlox-Plugfest
Auf dem Omlox-Plugfest prüften 21 Experten aus neun Unternehmen zwölf verschiedene Omlox-Komponenten, darunter UWB-Infrastruktur, Ortungstags, ergänzende Positionierungstechnologien, Omlox-Hubs und industrielle Softwareanwendungen.
-
Energy-Monitoring für nachhaltige Umgebungen
Plug&Play-Energieüberwachung
Facility-Management-Systeme (FMS) ermöglichen die Echtzeitmessung/-überwachung des Energieverbrauchs für die Kostenoptimierung. Sie unterstützen erweiterte Diagnosen und ermöglichen schnelle Reaktionen auf Änderungen und betriebliche Anforderungen. Aber: Bestehende FMS-Lösungen sind nicht…
-
Philip Harting verstärkt VDMA-Hauptvorstand
Der VDMA hat Philip Harting in den Hauptvorstand aufgenommen.
-
Schwere Industriesteckverbinder bei der Montage und Inbetriebnahme
Schneller verbunden, schneller produktiv
Mit welchen Herausforderungen sieht sich der Maschinen und Anlagenbau konfrontiert und welchen Beitrag können Steckverbinder bei der Lösung leisten? Einfache, standardisierte und möglichst automatisierbare Verbindungsprozesse werden zum entscheidenden…
-
Antriebstechnik
Hybridleitungen reduzieren Aufwand, Kosten und Störanfälligkeit
Antriebssysteme sollen heute kompakt, leistungsfähig und zuverlässig sein. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Verkabelung, Montage und Betriebssicherheit. Hybridleitungen bündeln Energie- und Datenübertragung in einem Kabel, reduzieren den Aufwand…
-
DataTec verzeichnet 9% mehr Aufträge
DataTec hat das Geschäftsjahr 2025/2026 in einem angespannten wirtschaftlichen Umfeld erfolgreich abgeschlossen.
-
NIS-2 in fünf Schritten strukturiert und pragmatisch umsetzen
So gelingt das Setup
Cyberangriffe auf industrielle Systeme sind längst keine Ausnahme mehr. Produktionsanlagen, Steuerungen und vernetzte…
-
Design, Produktsuche und Beschaffung auf einer Plattform
Nachschlagewerk für Automatisierer
Wer als Maschinen- oder Anlagenbauer schnell die richtigen Komponenten finden, Schaltpläne skizzieren und…
-
Elektroexporte wachsen etwas langsamer
Mit Warenlieferungen im Wert von 20,7Mrd.€ verzeichnete die deutsche Elektro- und Digitalindustrie auch…
-
Virtuelle SPS: Reif für die Praxis?
Lange galt die virtuelle SPS als Zukunftsvision. Inzwischen sehen viele Hersteller sie als…
-
IIoT und Cloud-Visualisierung
Sensordaten sicher erfassen und weltweit visualisieren
Edge Computing und Cloud-Technologien verändern den Umgang mit Produktionsdaten. Maschinen- und Sensordaten lassen…
-
Interview auf dem Eplan Next26
Wie KI, Daten und Plattformen die Elektrokonstruktion verändern
Auf dem Event Eplan Next26 in München standen die Zukunft des Engineerings, künstliche…
-
Stromversorgung außerhalb des Schaltschranks
Netzteilreihe mit Schutzart IP67
Mit der neuen Netzteilreihe S8NR bringt Omron robuste Netzteile mit Schutzart IP67 auf…
-
Prof. Dr.-Ing. Volker Stich ins VDI-Präsidium gewählt
Prof. Dr.-Ing. Volker Stich wurde mit Wirkung zum 1. Juli in das Präsidium…
-
Intelligentes Transportsystem sorgt für mehr Flexibilität beim Labeling
Digitaldruck in sechs Freiheitsgraden
Herkömmliche Druckverfahren mit Kunststoff- und Papieretiketten sind mit langen Rüstzeiten, häufigen manuellen Eingriffen…
-
Ansatz für nachhaltige Produktentwicklung
Neue Kategorie der Weltdarstellung
Die 3D Univ+rses sind eine neue Kategorie der Weltdarstellung, entwickelt von Dassault Systèmes.…
-
Hochmanövrierfähige Fahrzeugplattform mit Hebeeinrichtung
Omnidirektional
Weiterentwicklungen in der Handhabungs- und Montagetechnik steigern den Grad der automatisierten Produktion. Effiziente…
-
Schwarz Digits eröffnet neuen Campus
Schwarz Digits, die IT- und Digitalsparte der Schwarz Gruppe, hat ihren neuen Campus…
-
Update-Management für vernetzte Maschinen
Aus Pflicht wird Potenzial
Vernetzte Maschinen müssen über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg aktualisiert werden und Hersteller müssen…
-
Geräteschutz und digitale Transparenz verbinden
IIoT-Framework
Mit dem IIoT-Framework Caparoc erweitert Phoenix Contact die Kommunikationsmöglichkeiten des gleichnamigen Geräteschutzschalter-Systems um…
-
Für den Maschinen- und Anlagenbau
Robuste Wellschläuche
In der automatisierten Fertigung müssen Kabelschutzschläuche von Maschinen, Bearbeitungszentren und CNC-Anlagen vielfach hohe…
-
Für effizienteres Kabelmanagement Mehrfachdurchführungen
Mit den robusten Kabeldurchführungen der Serie MCE Pro und dem modularen System MCE…
-
Cybus beruft Stefan Schwab zum Co-CEO
Cybus hat Stefan Schwab mit Wirkung zum 1. Juli zum Co-CEO berufen.
-
Spatenstich für Hummel-Werkserweiterung
Mit einem symbolischen Spatenstich hat Hummel das offizielle Startsignal für die geplante Werkserweiterung…
-
Mit 3 Metern Reichweite
Kompakte Ultraschallsensoren
Mit den Ultraschallsensoren U1KM in Miniaturbauform erweitert Wenglor sein Portfolio um eine Lösung…
das könnte sie auch interessieren
-
-
-
Edge, Cloud und Cybersecurity in der Praxis
IIoT im Realitätscheck: Warum Vernetzung heute anders gedacht wird als 2020
-
Funktionale Sicherheit
SIL3 auf dem Touchscreen: Wie sichere HMIs die Bedienung neu denken
















