Wenn der Marktführer für Automatisierungstechnik in den USA zur Kundenveranstaltung einlädt, kommen üblicherweise tausende Automatisierer. Auch die diesjährige Veranstaltung machte da keine Ausnahme. Die Rockwell Automation Fair zeigte sämtliche Produkte, die das Unternehmen zu bieten hat, von der Sensorik über die Steuerungstechnik bis in die MES-Ebene. Mit seiner Integrated-Architecture will das Unternehmen die industriellen Abläufe integrieren und damit transparenter machen. Die Hardwareprodukte von Rockwell werden weltweit unter dem Markennamen Allen-Bradley vertrieben. Unter den Exponaten waren zahlreiche neue Produkte, die Rockwell Automation auch auf der SPS/IPC/Drives zeigen wird. Darüber hinaus waren zahlreiche Partner- und Drittfirmen vor Ort, die ihre Produkte und ihre Anbindung an das Rockwell-Portfolio präsentierten. Darunter waren viele auch auf dem deutschen und europäischen Markt bekannte Namen wie Endress+Hauser, Eplan, Fluke, Pepperl+Fuchs oder Wittenstein, um nur einige zu nennen. Die Veranstaltung begann am Dienstag, dem 2. November mit dem traditionellen Medientag und war von Mittwoch bis Donnerstag für das Publikum geöffnet. Neben der reinen Ausstellung bot die Show den Besuchern zahlreiche Sonderforen, neben verschiedenen Industry-Focus-Foren für spezielle Branchen waren dies zahlreiche Sessions, Workshops, Hands-On-Labs und Demos. Schwerpunkte der Ausstellung lagen u.a. im Bereich Safety (Rockwell verfügt über eines der größten skalierbaren Safety-Portfolios), Motion Control über Ethernet sowie Software für die Produktionssteuerung. Produktneuheiten Produktneuheiten zeigte Rockwell Automation unter anderem im Bereich der SPSen mit der Micro800 Familie. Dabei handelt es sich um eine neue Generation von modularen Kleinsteuerungen, die jedoch flexibel an die Anforderungen der Anwendung angepasst werden kann. Die gesamte Produktfamilie hat einen gemeinsamen Formfaktor, der mit unterschiedlichen Plug-In-Modulen ausgestattet werden kann. Die Steuerungsfamilie zielt insbesondere auf kleine Maschinen. Die Programmierung erfolgt mit der neuen Allen-Bradley Connected Components Workbench-Software, die die Einbindung der Kleinsteuerungen in größere Lösungsverbunde ermöglicht. Im Bereich der Antriebstechnik zeigte Rockwell Automation als Neuheit einen kleinen Servoumrichter namens Kinetix 3. Er ist für kleine kostensensitive Anwendungen konzipiert, die mit 50W oder weniger auskommen. Funktionell wurde das Gerät auf das Wesentliche reduziert, dennoch sind Features wie Autotuning oder Vibrationsunterdrückung vorhanden. Die Konfiguration erfolgt via UltraWare, einem kostenlosen Softwaretool für Design und Diagnose. Ein Allen-Bradley-Motor der TL, LDL oder LDC-Serie wird automatisch erkannt und parametriert. Strategische Ziele Die Bereiche Prozessindustrie und OEM-Maschinenbau sollen international weiter ausgebaut werden. Insbesondere für den deutschen und europäischen Markt hat man sich ehrgeizige Ziele gesetzt. So soll in Europa 30% des Umsatzes erzielt werden, derzeit liegt der Umsatzanteil hier schätzungsweise bei 22%. In Deutschland will man in bestimmten Segmenten (z.B. CompactLogix) die Verkaufszahlen bis 2013 verdreifachen. Dazu sollen die Vertriebs- und Marketingaktivitäten ausgebaut werden. Die am 31. Oktober gesenkten Listenpreise in Deutsch land dürften bei dieser Entwicklung hilfreich sein. Fazit Unser Besuch in Orlando hat einmal mehr gezeigt: Die Rockwell Automation Fair ist eine Veranstaltung, zu der es keine geeigneten Vergleichsparameter gibt, schon gar nicht in Europa. Kein anderer Automatisierungsanbieter bringt über zehntausend seiner Kunden zusammen an einen Ort, schon das ist beeindruckend. Viel wichtiger aus Anwendersicht wiegt jedoch die Tatsache, dass die Unterschiede zwischen europäischer und amerikanischer Automatisierung immer kleiner werden. Damit hat Rockwell Automation auch für deutsche Automatisierer eine interessante Produktpallette und mit Integrated Achetecture einen veritablen Lösungsbaukasten. (kbn)
Rockwell Automation Fair lockt über 11.500 Besucher nach Orlando
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