Um für die Zukunft gerüstet zu sein, investierte die rheinländische Stadt Erkelenz rund 9,5Mio. Euro in den Neubau des ERKA-Bads. Es entstand ein modernes Sport- und Freizeitbad (Bild 1), das im März 2012 für den Badebetrieb eröffnet wurde. Mit sechs 25m-Bahnen, einem Lehrschwimmbecken sowie einem Sprungturm mit Ein- und Drei-Meter-Brett wird es nun allen schul- und vereinssportlichen Anforderungen gerecht. Strömungsbecken, Babybereich, Massagedüsen und eine rund 22m lange Röhrenrutsche sorgen für den notwendigen Spaß- und Wellnessfaktor. Eine Gebäudenutzfläche von knapp 3.100m² und mehr als 1.000m² Wasserfläche verlangen der eingesetzten Technik jedoch einiges ab. Schließlich muss die Anlage sicher, hygienisch einwandfrei und dabei wirtschaftlich laufen, zu Stoßzeiten ebenso wie bei eher geringen Besucherzahlen. Kein Wunder also, dass bei der Ausschreibung der MSR-Technik die Firma Tesla Automation das Rennen machte. Schließlich sind die Wertheimer Spezialisten schon mit zahlreichen Projekten aus dem Bereich der Badewassertechnik erfolgreich auf dem Markt vertreten. In Erkelenz realisierten sie im neuen Schwimmbad eine moderne Gebäudeautomation. Sie basiert auf zwei Siemens S7-Steuerungen und verbindet die Gewerke Badewasser, Heizung, Lüftung und Sanitär miteinander. Der so entstandene Automatisierungsverbund sorgt heute für einen effizienten, wirtschaftlichen und sicheren Betrieb des Sport- und Freizeitbades. Die hohe Komplexität der Anlage mit rund 700 unterschiedlichen Feldgeräten vom Temperaturfühler und Feuchtesensor bis hin zu Pumpen, Ventilen und Energie- oder Wasserzählern erfordert eine komplexe Prozessvisualisierung. Diese sollte aber nicht nur den funktionellen Anforderungen der unterschiedlichen Gewerke gerecht werden, sondern gleichzeitig auch komfortabel, übersichtlich und einfach zu handhaben sein. Außerdem stellte die Gemeinde hohe Anforderungen an die Anlagenverfügbarkeit, die Parametriermöglichkeiten sowie an die Erfassung und Verwaltung der Betriebsdaten. Nicht nur vor Ort, sondern auch aus der Ferne Tesla Automation setzte hier auf die Prozessvisualisierungssoftware Webfactory 2010. Die auf allen Microsoft-Plattformen durchgängig einsetzbare Scada/HMI-Software-Suite zur webbasierten Visualisierung, Steuerung und Überwachung von Maschinen und Anlagen lässt sich durch ihre modulare Struktur und den durchgängigen Einsatz von Standardkomponenten sehr einfach für unterschiedliche Projekte konfigurieren. \“Mit Webfactory arbeiten wir schon seit Längerem erfolgreich zusammen\“, erläutert Frank Weiß, Geschäftsführer bei Tesla Automation, \“und auch im Sport- und Freizeitbad Erkelenz konnte die Prozessvisualisierungs- und Bedienungssoftware wieder einmal ihre Leistungsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit beweisen.\“ Das Herz eines jeden Schwimmbads ist die Wasseraufbereitungsanlage, der so genannte Schwimmbadfilter. Damit einerseits jederzeit höchste Hygienestandards erfüllt werden, auf der anderen Seite jedoch energie- und wassersparend gewirtschaftet werden kann, muss das Schwimmbadpersonal stets über alle Daten der Wasseraufbereitungsanlage in Echtzeit informiert sein. Hier spielt die Visualisierungssoftware eine ihrer Stärken aus. Über die Bedienstellen im Technikraum, bei der Schwimmbadaufsicht und im Verwaltungsbereich des Schwimmbads kann der komplette Betrieb überwacht und gesteuert werden. So können sich alle Berechtigten jederzeit über den Zustand der Anlage informieren. Sie haben immer alle relevanten Informationen und können bei Bedarf ins Geschehen eingreifen. Außerdem ist jederzeit ein Fernzugriff übers Internet möglich. \“Für den Service klinken wir uns über VPN in die Anlage ein und auch das Bauaufsichts- und Hochbauamt im Rathaus kann für seine Überwachungs- und Optimierungsaufgaben den Fernzugriff nutzen\“, ergänzt Weiß. Dank vollständig vektorbasierter Grafiken auf Basis von Microsoft Silverlight, lässt sich die Visualisierung verlustfrei an jede Bildschirmgröße anpassen. Die Verwendung solcher offener Standards in Kombination mit modernen und verbreiteten Programmiersprachen in der Entwicklungsumgebung leistet einen großen Beitrag, um das Engineering so effizient wie möglich zu gestalten. \“Für zusätzliche Bildschirmplätze sind außerdem keine weiteren Lizenzen erforderlich, was natürlich die Kosten überschaubar hält. Es muss keine Software angeschafft und \’upgedatet\‘ werden, ein normaler Browser genügt,\“ fügt Weiß dem noch hinzu. Die Transparenz, die durch die Visualisierung aller Messpunkte entsteht, macht Einsparpotenziale sichtbar und hilft, langfristig die Energiekosten zu reduzieren: Bei wenig Besuch kann beispielsweise die Wasseraufbereitung in Teillast laufen und so Energie sparen, bei vielen Besuchern wird die Pumpenleistung wieder umgestellt, sodass auch dann die optimale Hygiene gewährleistet ist. Auch die Wasser- und Lufttemperatur lässt sich vollautomatisch regeln. Mit Hilfe der Visualisierung sind Soll- und Ist-Werte im Browser durch die übersichtliche Darstellung einfach zu vergleichen und können gegebenenfalls angeglichen werden. Auf Abweichungen oder Fehler können die Mitarbeiter dann schnell und kompetent reagieren, ohne den Betrieb zu beeinträchtigen. Die verantwortliche Person wird einfach über Email oder SMS informiert. Reporting-Funktion und native Schnittstellen
Sicherheit und Hygiene im Schwimmbad Leistungsfähige Prozessvisualisierung im Freizeitbad
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