SPS: Herr Wimmer, was ist da eigentlich passiert? Herr Wimmer: Mit dem Inkrafttreten der neuen Maschinenrichtlinie 2006/42/EG am 29.12.2009 sollte auch die EN954-1 nach dreijähriger Übergangsfrist durch die neue Norm EN ISO13849-1 abgelöst werden. Die EU-Kommission hatte auf Anfrage des Europäischen Komitees für Normung (CEN) entschieden, die Konformitätsvermutung für die EN954-1 um zwei Jahre bis zum 31.12.2011 zu verlängern. Das bedeutet, dass Hersteller und Betreiber von Maschinen bis zu diesem Datum EN954-1:1996 und EN ISO13849-1:2008 parallel anwenden können, um die Vermutungswirkung nach der neuen Maschinenrichtlinie 2006/42/EG zu erlangen. SPS: Wie sollen sich Maschinen- und Anlagenbauer verhalten? Herr Wimmer: Maschinen- und Anlagenbauer sollten aus verschiedenen Gründen, falls noch nicht geschehen, möglichst frühzeitig auf die neue Norm umsteigen. Zunächst einmal ist fraglich, inwieweit die EN954-1 den heute möglichen Stand der Technik im Bereich des Sicherheitsdesigns von Maschinen abbilden kann. Denn mit der neuen Norm hat auch ein neuer Ansatz in die Entwicklung von Sicherheitsfunktionen Einzug gehalten. Die deterministische Betrachtung von Fehlerszenarien ist nicht mehr alleinige Grundlage für die Bewertungen von Sicherheitsfunktionen, vielmehr gilt es jetzt auch wahrscheinlichkeitsbehaftete Größen zu berücksichtigen. Das trägt dem Alterungsprozess von Steuerungskomponenten Rechnung und hat zur Folge, dass ihre Ausfallwahrscheinlichkeit irgendwann über ein akzeptables Maß hinausgehen kann. Weiterhin verweisen bereits viele der unter der aktuellen Maschinenrichtlinie gelisteten C-Normen auf EN ISO13849-1 bzw. EN/IEC62061. Für diese würde dann die Anwendung der EN954-1 keine unmittelbare Konformitätsvermutung mehr auslösen, sodass Maschinenhersteller, die sich strikt an C-Normen orientieren möchten, die EN ISO13849-1 anwenden müssen. Auch besteht die Möglichkeit, dass Betreiber von Maschinen aus Gründen der Zukunftssicherheit im Lastenheft die Anwendung der neuen Normen einfordern. Insbesondere international agierende Maschinenhersteller sollten beachten, dass die EN954-1, wenn auch weltweit bekannt, einen kleineren Bekanntheitsgrad als die DIN EN ISO13849 besitzt. SPS: Wie bewerten Sie die verlängerte Übergangsregelung? Herr Wimmer: Auf der einen Seite bringt die Umstellung auf die neuen Normen für Hersteller wie Betreiber von Maschinen sicherlich einen gewissen Aufwand mit sich. Auf der anderen Seite sind die Normen, gesamthaft betrachtet, jedoch sehr nützlich. Sie erfassen alle neuen Technologien und programmierbaren Systeme sowie deren Software und ermöglichen so flexible, modulare Systeme. Hinzu kommt die Berücksichtigung der Tatsache, dass Komponenten altern und irgendwann alterungsbedingt ausfallen können. Chancen eröffnen sich denjenigen Konstrukteuren, die sich mit den neuen Normen und den Anforderungen auseinandersetzen. So können sie die größeren gestalterischen Möglichkeiten bei der Konstruktion nutzen und haben damit gegebenenfalls auch einen Wettbewerbsvorteil. Zu beachten ist auch, dass Endanwender aufgrund ihrer Vorsorgepflicht ihren Mitarbeitern auch in ferner Zukunft einen sicheren Arbeitsplatz garantieren müssen und damit oft Maschinen bevorzugen, die nach der neuen Norm konstruiert sind. Den etwaigen höheren Kosten steht also ein großer Nutzeffekt entgegen. (kbn)
\“Trotzdem möglichst früh umsteigen\“ Neue Maschinenrichtlinie: Statement zur Verlängerung der Übergangsfrist
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