Die Nölken Hygiene Products GmbH beschreibt ihre Fertigung wie folgt: \’Qualität ist die Übereinstimmung von Leistungen des Herstellers mit den Ansprüchen seiner Kunden.\‘ Michael Adamiok, kaufmännischer Betriebsleiter bei Nölken, erklärt hierzu: \’Aufgrund der Qualität unserer Produkte und dem stetig wachsenden Konsum der Verbraucher von Pflege- und Hygieneartikeln sind wir in den vergangenen Jahren schnell gewachsen. Da wir nur schwer vorhersagen können, wie sich unser Produktangebot und die Fertigungsgrößen in Zukunft entwickeln werden, müssen unsere Anlagen für mögliche Veränderungen ausgelegt sein.\‘ Im Stammwerk Windhagen produziert Nölken Feuchttücher für unterschiedliche Anwendungen – für Säuglinge bis hin zu Erwachsenen. Aufgrund des Wachstums wurden in den vergangenen Jahren sowohl bisherige Hallen umgebaut als auch neue gebaut und weiteres Personal eingestellt. \’Die bisherigen Um- und Ausbauten verdeutlichten, dass wir eine neue Fördereinrichtung benötigten. Da-bei war deren Flexibilität das wichtigste Auswahlkriterium\‘, fasst Adamiok zusammen. Aufbau mit Anpassung Die produzierenden Maschinen bestimmen die Taktzeit der Anlage, die für 300.000 Einzelverpackungen pro Tag, also 100.000 pro Schicht, ausgelegt ist. Das Kettenfördersystem wurde vom Automatisierungsanbieter PTS Marquardt zeitgleich mit dem Umbau der Fertigungshalle konzipiert und montiert, sodass es immer wieder zu leichten Veränderungen kam und das modular aufgebaute System seine Vorteile hinsichtlich Flexibilität unter Beweis stellen konnte. Anhand von unterschiedlichen Verpackungsmustern erstellte der Anlagenbauer innerhalb der Liefer- und Montagezeit von nur sechs Wochen vormontierte Teilstücke zur Abnahme durch Nölken und baute schließlich die Gesamtförderstrecke im Werk Windhagen auf. \’An einem Wochenende wurde die Anlage in unserem Werk angepasst. Gleichzeitig wurden die erforderlichen Übergänge an vorhandene Bänder und Stationen geschaffen, weshalb wir keinen Produktionsstillstand hatten\‘, berichtet Adamiok. Nölken produziert und verpackt Feuchttücher auf fünf Anlagen in Reinräumen. Von hier aus transportiert das VarioFlow S die Einzelverpackungen in den Verpackungsbereich des Werks, wo sie an manuellen Arbeitsplätzen kontrolliert und kundenspezifisch, beispielsweise zu Doppelpaketen, zusammengestellt sowie mittels Robotern palettiert werden. Aus Hygienegründen entschied sich Nölken für den durchgängigen Einsatz der Edelstahl-Ausführung des VarioFlow S. Lange Transportstrecken Das neue System knüpft an ein bereits bestehendes Transportband im Reinraum an, dessen Geschwindigkeit bei 15 bis 18m/min liegt. Mit konstanten 30m/min läuft das neue Transportsystem deutlich schneller, sodass dicht liegende Produkte nach der Übergabe an das Kettenfördersystem auseinander gezogen und somit leichter vereinzelt werden können. Auf einer Teilstrecke von rund 23m sind die von den Produktionsmaschinen kommenden fünf Förderbänder übereinander angebracht. Das spart Platz, und die Arbeitsplätze können parallel an den Bändern angeordnet werden. Über Ausschleusungen und Rutschen kommen die Einzelverpackungen von der Förderkette auf den Arbeitstisch. Die Rutschen setzen sich aus Bauteilen des Rexroth-Aluminium-Profilbaukastens zusammen und können bei Bedarf von jedem Mitarbeiter an der Ausschleusung des Förderbands eingehängt werden. \’Der platzsparende Aufbau mit den übereinander angeordneten Förderbändern ist durch die einheitliche Kettenbreite von 160mm möglich, die wir für alle Verpackungsgrößen einsetzen. So können die fünf Linien parallel geführt werden, und wir profitieren gleichzeitig von dem geringeren Ersatzteilbedarf und den reduzierten Lagerhaltungskosten\‘, bestätigt Adamiok. Er fügt hinzu: \’Die Produktionsmaschinen sind für Produkte in unterschiedlichen Breiten ausgelegt. Die hier installierte Kettenbreite unterstützt die jederzeit möglichen Produktionsänderungen auf den Maschinen. Falls wir die Gesamtanlage dennoch einmal ganz um- oder ausbauen müssen, brauchen wir dazu kein Spezialwerkzeug, da sich die Kettenglieder leicht und schnell zusammenstecken lassen.\‘ Die Gesamtlänge des eingesetzten Kettenfördersystems beträgt 170m und ist in sechs unterschiedlich lange Teilstücke untergliedert. Das längste Stück misst 38m und enthält zwei 90°-Kurven sowie eine Steigungsstrecke mit 5°. Die Kurventechnik mit der auf Kugeln gelagerten Kette hat in diesem Layout einen geringen Biegeradius. \’Die Strecke passt sich optimal an unsere momentanen Platzverhältnisse an. Zudem wäre eine fast 40m lange Strecke mit einem Gurtband nicht realisierbar\‘, bestätigt der kaufmännische Betriebsleiter. Hoch hinaus mit Haftreibung Für die mit 30° größte Steigungsstrecke dieser Anlage setzt Nölken eine Haftreibungskette ein. Die 30°-Steigung wurde aufgrund der Raumverhältnisse notwendig. Das direkt unterhalb der Hallendecke angebrachte Teilstück der Anlage sorgt für Bodenfreiheit. Entsprechend der Kettenzugkraft ist der rund 60m lange Abschnitt auf zwei Bänder mit jeweils einem Antriebsmotor aufgeteilt. Dadurch werden die Motoren und die Ketten trotz Kurven- und Steigungselementen gleichmäßig belastet. Adamiok verrät: \’Eine 30°-Steigung erschien uns zunächst sehr viel, aber wir haben uns bereits während des Testlaufs mit unseren Produkten beim Anlagenbauer von der Zuverlässigkeit überzeugen können und verzeichnen im monatelangen alltäglichen Einsatz keine Probleme damit.\‘ Michael Adamiok verweist gleich auf zukünftige Einsatzmöglichkeiten: \’Selbst wenn wir aufgrund steigender und veränderter Nachfrage unsere Produktion abermals ändern müssen, kann ich die eingesetzten Ketten durch Kürzen oder Verlängern wiederverwenden und gemeinsam mit anderen Standardbauteilen des Kettenfördersystems zu einer neuen Lösung zusammenstellen. Damit entspricht das VarioFlow S genau unseren Vorstellungen von einem mitwachsenden System.\‘
VarioFlow S in der Kosmetikverpackung: Fördersystem sorgt für Bewegung
-
Neue Vorstandsvorsitzende der ABB in Deutschland
Der ABB-Aufsichtsrat hat Rosa Meckseper (Bild) zur neuen Vorstandsvorsitzenden der ABB AG bestellt.
-
Elektroexporte: Deutlicher Anstieg im ersten Quartal um 10,3%
Die Exporte der deutschen Elektro- und Digitalindustrie sind im März erneut gestiegen: Mit 24,2Mrd.€ erzielten sie ein Plus von 10,3% gegenüber Vorjahr.
-
Wie ein Copilot die Wartung von S5- und S7-Steuerungen vereinfacht
KI für Bestandsanlagen
In vielen Fabriken laufen ältere Maschinen mit S5- oder klassischen S7-Steuerungen nach wie vor zuverlässig. Das Problem liegt oft nicht in der Technik, sondern im fehlenden Knowhow: Dokumentationen…
-
Auftragseingang im Maschinen- und Anlagenbau im Inland schwach
Für den Maschinen- und Anlagenbau aus Deutschland war der April ein Monat mit gemischter Botschaft.
-
Mehr Speed mit IO-Link: 5 Praxistipps für Ingenieure
Wie Anwender das volle Potenzial smarter Sensoren ausschöpfen
IO-Link hat deutlich mehr zu bieten als die bekannten Vorzüge. Dieser Fachartikel zeigt mit Beispielen aus der Praxis, wie Anwender sämtliche Vorteile der digitalen Schnittstelle nutzen. Das funktioniert…
-
Erfolgreiche Premiere von Eplan Next2026
Eplan Next2026 – das waren zwei Tage geballter Informationen rund um das Thema…
-
Anzeige
Mehr Speed mit IO-Link: 5 Praxistipps für IngenieureWie Anwender das volle Potenzial smarter Sensoren ausschöpfen
IO-Link hat deutlich mehr zu bieten als die bekannten Vorzüge. Dieser Fachartikel zeigt…
-
Energieführung für Industrieroboter
Freitragende Energiekette für 600°-Robotikbewegungen
Mit einer neuen freitragenden Variante der Twisterchain präsentiert Igus eine Energieführung für kompakte…
-
Philip Harting erneut in engeren ZVEI-Vorstand gewählt
Philip Harting bleibt Teil des engeren Vorstands des ZVEI.
-
Künstliche Intelligenz
KI-Agent unterstützt weltweiten technischen Service
Mit dem KI-Agenten ‚Karl‘ erweitert Neugart sein digitales Serviceangebot um einen weltweit verfügbaren…
-
Zentrale Überwachung von Profibus- und Profinet-Netzwerken in einer einzigen Anwendung
Monitoringlösung unterstützt jetzt auch Profinet
Mit PlantPerfect Monitor 2.00 erweitert Softing Industrial Automation seine Monitoringlösung um Profinet-Unterstützung.
-
Eplan
Smart Sourcing verbindet Elektrokonstruktion und Beschaffung
Mit Eplan Smart Sourcing stellt Eplan eine neue Software zur intelligenten Verknüpfung von…
-
Messtechnikzubehör
DataTec erweitert Portfolio um Signalzugriffs- und Verbindungslösungen
DataTec baut sein Angebot im Bereich Messtechnikzubehör aus und vertreibt künftig im DACH-Raum…
-
Führungswechsel bei der OI4 Alliance
Die Open Industry 4.0 Alliance stellt seine Führung um: Ab Juli übernimmt Michael…
-
Produktion in den energieintensiven Industriezweigen um 1,2% gestiegen
Die reale (preisbereinigte) Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen…
-
Jedes zwölfte Unternehmen sieht wirtschaftliche Existenz bedroht
8,1% der Unternehmen in Deutschland sehen den eigenen Fortbestand gefährdet.
-
Messgerät
Kalibrator und Präzisionsmultimeter in einem Gerät
Mit der neuen Metracal CM Serie kombiniert Gossen Metrawatt Kalibrator und Präzisionsmultimeter in…
-
Sensorbasierte Echtzeitüberwachung des Schmierungszustands
Das Lager wird zum Sensor
Lagerschäden werden mit klassischer Sensortechnologie typischerweise erst in einem bereits fortgeschrittenen Stadium erkannt,…
-
Maschinenverordnung 2027: Die Zeit läuft
Der Countdown läuft: Am 20. Januar 2027 wird die EU-Maschinenverordnung 2023/1230 verbindlich. Doch…
-
Platzsparende Antriebstechnik für die Verpackungsindustrie
Effizient, robust und kompakt
In der Lebensmittel- und Getränkeproduktion ist der Platz meist begrenzt. Daher ist bei…
-
Workshop ebnet produzierenden Unternehmen den Weg zur Smart Factory
KI in der Praxis
Smart Manufacturing verlangt nach konkreten Projekten. Ein Workshop zeigt praxisnahe Wege zur Smart…
-
Bomag standardisiert die Elektrokonstruktion von mobilen Arbeitsmaschinen
Der Kabelbaum als digitaler Zwilling
Kabelbäume zählen zu den aufwendigsten Baugruppen mobiler Maschinen – und entstehen in vielen…
-
Modulare I/O-Systeme werden zur Architektur hinter moderner Produktion
Vom Anschlusspunkt zur Dateninfrastruktur
Industrielle Steuerungssysteme werden nicht mehr durch zentralisierte Logik und starre Architekturen bestimmt, sondern…
das könnte sie auch interessieren
-
Rovema macht mit ctrlX Automation seine Maschinen zukunftssicher
Technologisch flexibel und strategisch unabhängig
-
Kompakte S7-Steuerung mit Touchpanel
Die Jedermanns-SPS
-
Webbasiertes Engineering-Tool als Designer für die schaltschranklose Automatisierung
„Wir vereinfachen die Umsetzung drastisch“
-
Integrierte Kompaktantriebe ermöglichen schaltschranklose Maschinen
Es geht auch ohne Einspeisemodul
















