Wann wird dieser Standard für sicherheitsgerichtete Kommunikation im Maschinenbau denn durchgängig nutzbar sein?

Das wird meines Erachtens innerhalb der nächsten fünf Jahre passieren. Mit der Spezifikation von OPC UA Safety wurde jetzt die Grundvoraussetzung erfüllt, um sich als Automatisierungsanbieter mit der Technologie intensiv beschäftigen zu können. Im nächsten Schritt müssen die Steuerungsanbieter sie in ihr Hard- und Softwareportfolio integrieren – gefolgt von den Komponentenherstellern. Sie hatten in der Vergangenheit mit der Integration der unterschiedlichen Kommunikationsstandards alle Hände voll zu tun. Eine zusätzliche Berücksichtigung vieler verschiedener Safety-Protokolle wie CIP Safety, Profisafe und Open Safety wäre wirtschaftlich immer weniger umsetzbar. OPC UA läutet also einen Wandel ein. Doch es wird sicherlich noch viele Jahre dauern, bis die proprietären Safety-Protokolle wirklich vom Markt verschwinden.

Wie schnell will man bei Sigmatek den neuen Safety-Standard in sein Angebot aufnehmen?

Wir haben mit der Integration von OPC UA Pub/Sub den Grundstein gelegt, um künftig auch den neuen Safety-Part zu unterstützen. Wir evaluieren gerade, wie lange es dauert, den Safety-Standard, der für die Kunden Mehrwert schafft, in der Sicherheitstechnik von Sigmatek – also in Hard- und Software – konkret nutzbar zu machen. Ich rechne damit, dass wir diese Fragen zeitnah beantworten können, und dass wir mit der jetzigen Generation unserer Sicherheitssteuerungen schon gut für diese Weiterentwicklung vorbereitet sind.

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Im gleichen Atemzug mit OPC UA wird ja gerne Ethernet TSN als neuer Kommunikationsstandard für die Branche genannt. Sehen Sie darin eine mögliche Ablöse für den Varan-Bus?

TSN wird sicherlich in der Anlagenverkettung seinen Platz finden und dort attraktive Möglichkeiten eröffnen. Dass der Standard wirklich tiefgehend in Maschinen integriert werden wird, als Konkurrenz für Varan, glaube ich aber nicht. Denn das von Sigmatek initiierte Industrial-Ethernet-Protokoll bietet einzigartige Eigenschaften und steht bei seinen Nutzern und den Mitgliedern der VNO bis heute hoch im Kurs. Die wollen den Standard gar nicht wechseln.

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