
Eine der größten Herausforderungen für Harris RCS war deshalb das Management dieser häufigen Umrüstungen – oft bis zu dreimal täglich an einer einzelnen Maschine. Zusätzlich erschwerte die starke Varianz der Losgrößen, von nur fünf bis hin zu 2.000 Einheiten, die Umsetzung klassischer Automatisierungslösungen.

Die Lösung
Gemeinsam mit Partnern wollte das Unternehmen erkunden, wie der Einsatz von Robotik die Flexibilität und Effizienz der Fertigung steigern und gleichzeitig die eigenen Fachkräfte für das Thema Robotik gewonnen werden können. Im ersten Schritt wurde mit den Forschungseinrichtungen Manufacturing Technology Centre (MTC) und Warwick Manufacturing Group (WMG) mögliche Lösungsansätze identifiziert und bewertet. Das Ergebnis: Eine herkömmliche Roboterlösung hätte Harris RCS kaum Vorteile gebracht. Starre Automatisierungslösungen stoßen bei wechselnden Losgrößen und einer großen Produktvielfalt schnell an ihre Grenzen, da sie meist nur für gleichbleibende Abläufe und große Serien wirtschaftlich sind.
In einem Umfeld bei dem Flexibilität und Anpassungsfähigkeit an der Tagesordnung stehen, ist eine fest installierte Roboterlösung schlicht nicht sinnvoll. Aus diesem Grund entschied sich das Unternehmen für die Entwicklung einer mobilen Cobot-Zelle. Der Roboterarm ist dabei nicht fest an eine bestimmte Maschine gebunden, sondern flexibel und schnell an verschiedenen Maschinen einsetzbar. So kann ein einziger Cobot – je nach Produktionsbedarf – unterschiedliche Aufgaben an unterschiedlichen Arbeitsplätzen übernehmen. Dadurch verbessert sich die Auslastung des Roboters, und die Investition rechnet sich deutlich schneller, als es bei herkömmlichen Automatisierungslösungen der Fall wäre. In der Intralogistik ist die Maximierung der Lagerkapazität entscheidend. Kompakte Sensoren spielen dabei eine Schlüsselrolle: Höchste Leistung in kompakter Bauform schafft mehr Platz für die Ware, denn die Technik macht sich klein. ‣ weiterlesen
Intralogistik: Neue Baumer ToF-Sensoren machen sich klein
Das Projekt
Für Harris RCS stand fest, dass es einen Automatisierungspartner benötigte, der Flexibilität, modulares Design und eine intuitive Plattform bietet, um schnell und flexibel zu automatisieren. Die Wahl fiel auf den Technologieanbieter Vention, der mit seiner Cloud-Plattform weltweit über 4.000 Kunden bei der Automatisierung der Fertigung unterstützt.
Die Idee hinter der Plattform ist, dass Kunden automatisierte Maschinen und Anlagen am Bildschirm entwerfen, testen und bestellen können, um sie vor Ort selbst in Betrieb zu nehmen. Dabei können sie die Roboterkomponenten aus einem großen Angebot von namhaften Herstellern wie Fanuc oder Universal Robots auswählen. Darüber hinaus haben sie die Möglichkeit auf vielfältige, vorgefertigte Designs zurückzugreifen. Diese Vorgehensweise vermeidet nicht nur Fehler in der Planung und Gestaltung, sondern spart auch Zeit und Kosten. Darüber hinaus werden die eigenen Mitarbeiter von Beginn an in das Automatisierungsprojekt einbezogen. Bei Bedarf übernehmen die Experten von Vention die Umsetzung einzelner Projektschritte.
Vention unterstützte Harris RCS nicht nur bei der Konzeption, sondern auch beim Bau der mobilen Cobot-Zelle. Besonders innovativ ist das automatische Schubladensystem, das fest in die Zelle integriert ist. Es stellt die zu bearbeitenden Teile selbstständig und in der richtigen Reihenfolge bereit. Das bedeutet: Der Roboterarm kann eigenständig Bauteile entnehmen, bearbeiten und nach getaner Arbeit wieder ablegen – ganz ohne manuelles Eingreifen. Dadurch werden die Prozessabläufe effizienter und die Maschinenlaufzeiten maximiert. Digitale Souveränität in der Automation: Fraunhofer IOSB-INA entwickelt einen KI-Assistenten für die SPS-Programmierung. ‣ weiterlesen
Automatisierung neu gedacht
Der Ablauf
Das Automatisierungsprojekt folgte einem klar strukturierten, zweistufigen Ansatz. Zunächst wurden die Vention-Komponenten auf der Produktionsfläche implementiert. Nachdem diese erfolgreich eingerichtet waren, folgte die Integration der Robotik in die bestehende Infrastruktur. Die Inbetriebnahme der gesamten Lösung konnte Harris RCS eigenständig umsetzen. Das interne Team arbeitete erfolgreich mit dem MachineBuilder von Vention. Mit dem intuitiven, browserbasierten 3D-Konstruktionswerkzeug, können Anwender automatisierte Maschinen Anlagen oder Roboterzellen ohne tiefgehende CAD-Kenntnisse direkt am Bildschirm entwerfen. Mehrere Design-Reviews sorgten dafür, dass das System exakt auf die unternehmensspezifischen Anforderungen zugeschnitten werden konnte.



















