Poti am Band

 Die Bandabzüge von Graewe verarbeiten Kunststoffrohre und -profile, die vom Extruder aufgenommen und zur Aufwicklung weitertransportiert werden.
Die Bandabzüge von Graewe verarbeiten Kunststoffrohre und -profile, die vom Extruder aufgenommen und zur Aufwicklung weitertransportiert werden.Bild: Graewe GmbH

Extruder sind in der kunststoffverarbeitenden Industrie weit verbreitet, da sie eine effiziente Serienproduktion und die Herstellung komplexer Qualitätsteile ermöglichen. Zu den Produkten, die mit Extrudern hergestellt werden, gehören u.a. PVC-Rohre und -Profile in verschiedenen Größen und Durchmessern. Nach dem Fertigungsvorgang werden sie von sogenannten Abzügen zu einer Trennvorrichtung transportiert, die sie in verkaufsfähige Einheiten aufteilt. Darüber hinaus gibt es Abzüge, die über eine integrierte Schneidvorrichtung verfügen und den Zuschnitt selbst vornehmen können. Solche Anlagen entwickelt und konstruiert das Unternehmen Graewe aus Baden-Württemberg.

Kundenspezifische Konstruktion

Neben Abzügen liefert Graewe in Zusammenarbeit mit Partnern z.B. Profil-, Rohr- und Plattenextruder sowie Anlagen zur Vakuumkalibrierung, Rohr- und Profilwickler, Trenneinrichtungen und Muffenmaschinen. „Die Kunden schätzen unsere individuellen, anwenderorientierten Lösungen“, berichten die Geschäftsführer Michael und Stefan Graewe. „Wir sind eines der wenigen Unternehmen der Branche, das individuelle Maschinen für die Kunststoffindustrie liefert. Unsere Anlagen können an die Bedürfnisse des Anwenders angepasst werden und bieten hohe Ausstoßleistungen bei geringen Unterhalts- und Servicekosten.“

 Wickler übernehmen die Kunststoffrohre von den Abzügen und verarbeiten sie zu transportfähigen Einheiten.
Wickler übernehmen die Kunststoffrohre von den Abzügen und verarbeiten sie zu transportfähigen Einheiten.Bild: Graewe GmbH

Hohe Bedienerfreundlichkeit

Der Antrieb der Abzüge erfolgt über einen oder mehrere wartungsfreie AC-Servoantriebe. Sowohl die Band- als auch die Raupenträger sind mechanisch oder pneumatisch höhenverstellbar. Für die Verarbeitung empfindlicher Profile verfügen die Abzüge über eine Druckausgleichssteuerung. Alle Anlagen sind robust gebaut, einfach zu regeln (Fernbedienung) und mit einer digitalen Geschwindigkeitsanzeige ausgestattet. Sie bieten zudem große Kontaktlängen, eine gute Übertragung der Abzugskräfte und ein Schnellwechselsystem für die Abzugsstollen.

Abzug erfolgt mit hoher Präzision

Mit einer Gleichlaufgenauigkeit von ±0,01% arbeiten die Graewe-Abzüge selbst bei hohen Produktionsgeschwindigkeiten sehr präzise. Dazu trägt auch das in den Anlagen verbaute Multiturn-Drahtpotentiometer AL17/19 von Megatron bei. Es ermöglicht die Feineinstellung von Bandgeschwindigkeit und Drehmoment. Das Potentiometer ist in verschiedenen Ausführungen mit 3-, 5- oder 10-Turn erhältlich, optional sind auch Varianten mit 1-, 2-, 4-, 6-, 7- oder 8-Turn lieferbar. Die feine Justierung der Bandgeschwindigkeit wird unter anderem durch den großen elektrischen Drehwinkel des Potentiometers ermöglicht, der bei der 10-Turn-Variante 3.600° (±5°) beträgt.

Kompaktheit ist ein großer Vorteil

Die hohe Genauigkeit ist aber nur einer der Gründe, warum sich Graewe für ein Potentiometer von Megatron entschieden hat. „Es gibt auf dem Markt kein anderes Potentiometer in der Qualität, das in die kleinen Schaltschränke passt, die wir für unsere Abzüge verwenden“, sagt Stefan Graewe. Die Gehäusetiefe des AL17/19 beträgt nur 19mm bei einem üblichen Gehäusedurchmesser von 22mm. Eine weitere Besonderheit ist die optionale, integrierte Rutschkupplung, die eine Überbeanspruchung bzw. eine mechanische Beschädigung der Endanschläge des Potentiometers verhindert und somit die Robustheit des Potentiometers erhöht. Denn ein unbeabsichtigtes Überfahren der Endanschläge kann zur Beschädigung des empfindlichen Edelmetallschleifers und in der Folge zu Spikes (elektrischen Ausschlägen) im Betrieb führen. Bei Anwendungen, bei denen höhere Kräfte auf die Welle wirken können, ist dieser zusätzliche Schutz daher sinnvoll.

Umstieg auf Steckervariante

Lange Zeit verbaute Graewe den AL17/19 in der Ausführung mit Lötfahnen. Der Einbau war für die Mitarbeiter in der Fertigung jedoch relativ aufwändig, da jeder der drei Ausgänge des Potentiometers mit den entsprechenden Anschlusskabeln verlötet werden musste – ein zeitaufwändiges und fehleranfälliges Verfahren. Megatron-Vertriebsmitarbeiter Klaus Maurmaier empfahl dem Unternehmen deshalb bei einem Besuch vor Ort eine Variante des Gerätes mit werkseitig vormontiertem Stecker. „Dieser Typ lässt sich schneller montieren und es besteht keine Verwechslungsgefahr beim Anschluss der Kabel an die Anwendung“, erklärt Maurmaier. Das Potentiometer ist nicht nur in den Ausführungen mit Lötfahnen oder Stecker erhältlich, sondern auch mit voll vergossenem Gehäuse in Schutzart IP67. Anwender können zwischen dem Standard-Wellendurchmessern 6,0mm (AL19) und 6,35mm (AL17) sowie zahlreichen Wellengeometrien wählen.

Vielfältige Anpassungen möglich

Neben der hohen Präzision und der kompakten Bauweise überzeugte Graewe vor allem die Robustheit des Potentiometers: „Es ist selten, dass man Potis in einer so hohen Qualität findet“, erzählt Geschäftsführer Stefan Graewe. Darüber hinaus bietet Megatron für seine Produkte bereits ab relativ kleinen Stückzahlen eine Vielzahl von Standardoptionen an, um die Anforderungen der jeweiligen Applikation zu erfüllen. Darüber hinaus sind weitere Modifikationen möglich, z.B. der Anbau von Getrieben oder Anpassungen beim elektrischen Anschluss.