Parallel dazu bringt die neue DIN EN IEC60079-14 (Edition 6) frischen Wind in die praktische Umsetzung elektrischer Anlagen in Ex-Bereichen. Die überarbeitete Norm setzt stärker auf Struktur, Klarheit und Flexibilität: Zahlreiche kleinere Änderungen sowie Erweiterungen verbessern die Anwendbarkeit – etwa bei der Kabelwahl, der Behandlung eigensicherer Stromkreise und dem Umgang mit Ex d-Durchführungen. Neu ist auch, dass dokumentierte Herstellerangaben bei der Zündschutzart i Vorrang vor bisherigen Standardregeln haben.
Wie wichtig die korrekte Einhaltung von Normen und entsprechende Sicherheitsmaßnahmen sind, wurde im Vortrag von Axel Heuwinkel deutlich. Er veranschaulichte, wie eine Verkettung unglücklicher Umstände zu einem verheerenden Brand in einer Dissolver-Anlage führte. Ein nachträglich verlegter Fliesenboden hatte den Abstand zwischen einem Kessel und einem Rührwerk verringert, was zu einem mechanischen Schaden, Überhitzung und schließlich zur Entzündung des Mischguts führte. Auch wenn es keine Verletzten gab – die Sachschäden waren erheblich. In der Folge wurden umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen eingeführt und eine lückenlose Dokumentation aller Anlagenänderungen etabliert.
Der Digitale Produktpass wird Pflicht
Roland Dunker, Head of Digital Services bei R. Stahl, informierte die Teilnehmer des Expertenforums über die EU-Verordnung zum Digitalen Produktpass (DPP), welche Teil des EU-Programms zur Kreislaufwirtschaft ist. Ziel ist es, Produkte umweltfreundlicher und transparenter zu machen, indem Unternehmen detaillierte Informationen zu Materialzusammensetzung, Umweltwirkungen und Recycling bereitstellen müssen – in einem digitalen, barrierefreien Format. Er appellierte an die Zuhörer sich frühzeitig auf die Umsetzung vorzubereiten, da die Nichteinhaltung zu Verkaufsverboten führen kann. In der Intralogistik ist die Maximierung der Lagerkapazität entscheidend. Kompakte Sensoren spielen dabei eine Schlüsselrolle: Höchste Leistung in kompakter Bauform schafft mehr Platz für die Ware, denn die Technik macht sich klein. ‣ weiterlesen
Intralogistik: Neue Baumer ToF-Sensoren machen sich klein
Ein zentrales Element des DPP ist das digitale Typenschild, das über QR- oder Data-Matrix-Codes Produktdaten bereitstellt. Es ermöglicht die einfache Identifikation, Nachverfolgbarkeit und einen besseren Informationsfluss entlang der Wertschöpfungskette. Die Datenstruktur basiert auf dem Standard IEC63278/1 (Verwaltungsschale) für Industrie 4.0. Digitale Souveränität in der Automation: Fraunhofer IOSB-INA entwickelt einen KI-Assistenten für die SPS-Programmierung. ‣ weiterlesen
Automatisierung neu gedacht
Weitere Vorteile sind:
- Integration von Firmware-Updates.
- Automatisierung von Wartungs- und Rücksendeprozessen.
- Langfristige Verfügbarkeit der Daten durch Backups.
- Insgesamt unterstützt der DPP Unternehmen bei der Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Effizienzsteigerung.
Florian Güldner von der ARC Advisory Group beleuchtete die Herausforderungen bei der Einführung von künstlicher Intelligenz (KI) in der Industrie, insbesondere in der Produktion und Fertigung. Dabei betont er, dass KI nur ein Teilaspekt eines komplexen technischen Gesamtsystems ist. Voraussetzung für ihren sinnvollen Einsatz sind eine geeignete Dateninfrastruktur, Softwaremodelle und umfassende Prozesskenntnisse.



















