Wer bekommt die Geliebte?

Die Erfahrungen, die Blome in den vergangenen Jahren in vielen Projekten gewonnen hat, sprechen eine klare Sprache, erzählt er: „Bis auf wenige Ausnahmen denken die Unternehmen immer noch wie gewohnt weiter von innen nach außen – also vom Produkt zur Anwendung, auch wenn die Marketing-Botschaft was anderes signalisiert. Stattdessen wäre eine Denkweise von außen nach innen notwendig – also vom Endkunden bzw. Betreiber über den Prozess bis zum Produkt. Viele Unternehmen sind in ihren Innovationsbemühungen oft Gefangene der bestehenden Kundschaft“, erklärt der Unternehmensberater. „Was ebenfalls auffällt ist, dass die eigenen Produkte häufig nicht aus der Sicht der Wirkung (Anwender Nutzen), sondern aus der Sicht der aktuellen Stärke der Wettbewerbsfähigkeit betrachtet werden. Und man macht momentan mit aktuellen Produkten einfach noch zu viel Geld.“ Bedeutet dies nun, um in der Sprache des Theaters zu bleiben: ‚Da steh‘ ich nun, ich armer Tor, Und bin so klug als wie zuvor!‘? „Sicher nicht“, sagt der Unternehmensberater: „Die Digitalisierung wird unbewusst vom Endkunden, dem Konsumenten, vorangetrieben. Produzenten, Maschinenbauer und Automatisierungsunternehmen müssen daher Prozesse in Gang setzen, die ihre Zukunftsfähigkeit sichern.“ Wie aber sollten Unternehmen die Digitalisierung gestalten, frage ich den Unternehmensberater: „Dafür verwenden wir die Methode des ‚Digitalen Wirkungsmanagements’“, erläutert er. „Sie setzt auf der Ebene des Geschäftsmodells an und besteht aus sechs Schritten (siehe Grafik). Das ‚Digitale Wirkungsmanagement‘ gibt eine konkrete und pragmatische Anleitung zur Umsetzung und Transformation für die Digitalisierung der Produkte eines Unternehmens und für die Digitalisierung der Produkt-Herstellungsprozesse. Als ‚Digitale Berater‘ behalten wir bei der Umsetzung die Kernaufgabe der Digitalisierung, neue Services aus der Cloud zu generieren, immer im Fokus und nehmen dabei die Perspektive von OEM und Endkunde ein. Das ‚Wirkungsmanagement‘ lässt sich im übrigen nicht nur für die neuen Produkte und Lösungen, sondern auch für die Digitalisierung der internen Prozesse verwenden“, erklärt Blome. Digitalisierung hat wie eingangs erläutert viele Facetten im Unternehmen. Woher wissen die Verantwortlichen, an welcher Stelle sie beginnen sollen? Blome hat darauf eine klare Antwort: „Es beginnt meiner Meinung nach immer mit der Definition des Geschäftsmodells und einer neuen Value Proposition. Der Weg in die Digitalisierung sollte also mit der Frage beginnen: „Was können wir aus den neuen Möglichkeiten der Digitalisierung, des Cloud Computing, KI, AR usw. für unsere Kunden erdenken, was diese heute noch nicht tun? Die Antwort auf diese Frage bildet die Grundlage für weitere Managemententscheidungen, die die Weichenstellung ins digitale Zeitalter bilden. Als Digitalberater nutzen wir unsere Kompetenz und Anwendungserfahrung aus der Praxis zur Digitalisierung und Transformation und können Unternehmen daher helfen, die üblichen Fehler zu vermeiden. Die Neudefinition der Value Proposition führt erfahrungsgemäß zur Nutzung eines neuen Cloud-Ökosystems im Unternehmen, das direkt dem Kunden zur Verfügung steht. Jetzt fehlt noch der digitale Zwilling. Er ist der eigentliche Kern der Digitalisierung. Wenn das Cloud-Ökosystem mit seinen Services und Dienstleistungsprodukten direkt dem Nutzer (z.B. Endkunden) zur Verfügung steht, verändert der digitale Zwilling grundlegend die interne Wertschöpfungskette. Als virtuelles Abbild von Produkt, Produktion und Performance verbessert er die Flexibilität und erhöht das neue OEE. Zusammen sind Cloud Ökosystem und digitaler Zwilling die Basis für das neue digitale Geschäftsmodell und schaffen die Voraussetzung für die Entwicklung der Zukunfts-Value Proposition eines Unternehmens. (kbn)

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