SPS: Vor zwei Jahren konnten Sie den 50. Geburtstag der Fritz Kübler GmbH feiern. Wie hat sich Ihr Unternehmen seitdem entwickelt? Gebhard F. Kübler: Damals waren wir mitten in unserem Krisenjahr, was für Kübler doch noch glimpflich ausging mit \’nur\‘ 17% Umsatzrückgang. Das lag daran, dass wir just zu diesem Zeitpunkt für uns wichtige und große Neukunden gefunden haben, u.a. im Wind- und im Aufzugbereich. Das waren die beiden starken Wachstumspfade, die wir teilweise durch neu entwickelte, neu spezifizierte und für diese Branchen angepasste Projekte und Produkte gegangen sind. Da gab es simple, aber ganz wichtige Fragen, was mechanische Beanspruchung bei diesen Projekten betrifft. Sie mussten über das hinausgehen, was heute so am Markt üblich oder machbar ist. Es waren meist Projekte von zwei bis drei Jahren Dauer. Das Jahr 2010 war dann für uns, für Kübler, das mit Abstand erfolgreichste Jahr unserer Unternehmensgeschichte. Wir hatten z.B. einen Zuwachs von über 50% im Umsatz, auch mit einem vernünftigen Zuwachs im Ertrag. Und dort haben viele Dinge eine Rolle gespielt: das allgemeine Wachstum, die Kunden haben mehr bestellt, die Neukunden haben besser gezogen. SPS: Verraten Sie uns eines der Kübler-Erfolgsrezepte? Gebhard F. Kübler: Wir haben u.a. auf eine Branche zugeschnittene Produkte entwickelt. Dazu haben wir in den vergangenen Jahren unser Branchenmanagement weiter ausgebaut. Das hat sich auf zwei Felder positiv ausgewirkt: Zum einen konnten wir unseren Kompetenzbeweis erhöhen, zum anderen setzen wir Prioritäten in der Entwicklung, sodass wir in vielen Fällen schon vorher wissen, was die Kunden in zwei, drei Jahren brauchen. SPS: Welche Branchen sind das und welchen Einfluss haben diese Zielbranchen auf Ihre Produkte? Gebhard F. Kübler: Wir adressieren heute neben der klassischen Antriebstechnik, die Kübler schon immer als Zielbranche hatte, vor allem die Mobile Automation, die Windenergie und erneuerbare Energien generell sowie im Bereich Stahl und Heavy Duty. Außerdem ist die Branche der Verpackungstechnik hinzugekommen, z.B. der Bereich der Übertragungstechnik für Schlauchbeutelverpackungstechnik, und in der Aufzugtechnik haben wir ebenfalls viele Großkunden. Beispielsweise im Bereich der erneuerbaren Energien gibt es interessante Details, die mit der Mobilen Automation korrelieren – also Anforderungen in Bezug auf die Robustheit der Geräte. Es gibt in diesem Bereich andere Qualitätsanforderungen als in den klassischen Maschinenbaubranchen. Diese haben wir in den vergangenen Jahren mit einer Menge Engineering realisiert. SPS: Wie entwickeln sich Ihre drei Geschäftsbereiche Weg- und Winkelsensorik, Übertragungstechnik sowie Zähl- und Prozesstechnik? Gebhard F. Kübler: Wir rechnen im Geschäftsbereich Weg- und Winkelsensorik 2012 mit einem Wachstum von guten zehn Prozent, wir werden sicherlich im Übertragungstechnikbereich überdurchschnittlich wachsen, weil es noch ein kleines Feld ist. In unserem klassischen Bereich Zähl- und Prozesstechnik möchte ich mich noch nicht festlegen. Wir planen ein wichtiges Brand Label Agreement, deshalb ist eine Prognose momentan schwierig. Heute macht Kübler über zwei Drittel des Umsatzes im Ausland direkt und über viele deutsche Kunden auch indirekt. Wir bauen in diesem Jahr sicherlich rund 300.000 Weg- und Winkelsensoren. SPS: Welche Rolle spielt das Thema Sicherheitstechnik für Ihr Unternehmen und für neue Produkte? Gebhard F. Kübler: In Teilen dieser Branchen spielt das Thema Safety eine wichtige Rolle. Deswegen haben wir 2009 als eines der ersten Unternehmen sicherheitsgerichtete SIL3-Drehgeber auf den Markt gebracht. Der nächste Schritt war es, auch kleinere Systeme und Komponenten in diesem Bereich anzubieten, die es gemeinsam ermöglichen, eine sichere Geschwindigkeitsüberwachung zu erzielen. Damit adressieren wir z.B. Anwender, die Achsen ohne Frequenzumrichter positionieren. Dazu müssen sichere Signale aufbereitet werden, um eine sichere Position zu realisieren, z.B. sicherer Stopp, Sichere begrenzte Geschwindigkeit und viele andere Sicherheitsfunktionen nach SIL3, also nach der Kat. 4. Mit den Sicherheits-Modulen können Anwender eine oder zwei Achsen überwachen. Ganz wichtig ist dabei: Der TÜV hat die Geräte baumusterzertifiziert. Wir bieten deshalb dedizierte Sicherheitsmodule Safety-M für sichere Antriebsüberwachung, die gemeinsam mit den Sendix SIL Drehgebern eine einfache Implementierung sicherer Antriebsüberwachung ermöglichen und alle Funktionen nach der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG umsetzen. SPS: Welche Ziele hat sich Ihr Unternehmen für 2012 gesetzt? Gebhard F. Kübler: Für 2011 haben wir das Budget in der Kübler Group auf das Ziel 45Mio.E definiert. Das werden wir erreichen, obwohl sich der Auftragseingang in den vergangenen drei Monaten deutlich reduziert hat. Der bremst den Umsatz in verschiedenen Branchen ganz erheblich ab, aufgrund dieser globalen wirtschaftlichen Unsicherheit. Nichtsdestotrotz planen wir mit einem zweistelligen Wachstum für 2012. Denn wir sind der Meinung, dass wir einiges durch Neukunden und neue Projekte kompensieren können. SPS: Wie definieren Sie Ihre mittel- oder langfristigen Unternehmensziele? Gebhard F. Kübler: In den nächsten zehn Jahren wollen wir unseren Umsatz verdreifachen – Grundlage ist der 2010er-Umsatz. Das Ziel wären dann deutlich über 100Mio.E. Kurz- und mittelfristig ist es unser Ziel, bis 2014 in der Gruppe etwa 60Mio.E zu erzielen. Dafür müssen wir uns anstrengen, vor allem neue Ideen realisieren. Im Moment bauen wir den Bereich der Neigungssensoren aus, hier werden Produktentwicklungen folgen. Wir haben eine strategische Partnerschaft mit der Firma Spezialantriebstechnik GmbH SPAT geschlossen und konnten schon die ersten Erfolge erzielen. Wir verfügen heute über integrierte Antriebstechnik, also Encoder, Steuerung, Antrieb und Feldbus-Interface in einer Einheit u.a. für klassische Anwendungs- und Formatvorstellungen in der Holzbearbeitung. Darüber hinaus haben wir jetzt sicherheitsgerichtete Drehgeber mit Atex-Gehäuse, die wir u.a. für die Öl- und Gasindustrie sowie für den klassischen Atex-Anwendungsbereich vorstellen. Kübler setzt sich also zunehmend mit härteren Anforderungen auseinander, die neue Anforderungen bezogen auf die Qualität des mechanischen Aufbaus beinhalten. Ein Beispiel hierfür ist die Stahl- und die Kranindustrie, für die wir auch diese Heavy-Duty-Lösungen anbieten. Im Frühjahr wird hier ein weiteres neues Gerät auf den Markt kommen. (afs) Das Interview führten wir im November 2011.
Im Interview: Gebhard F. Kübler, Kübler Group Robuste Sensorik ermöglicht stabiles Umsatzwachstum
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