
Die Entwicklung, das Testen und die Inbetriebnahme von CANopen-Geräten erfordern geeignete Diagnose- und Konfigurationswerkzeuge. Viele der am Markt verfügbaren Lösungen sind kommerziell geprägt, häufig an bestimmte Hardware gebunden oder an Lizenzmodelle geknüpft. CANopenTerm (canopenterm.de) nimmt hier eine besondere Position ein: Es handelt sich um ein eigenständiges, praxisorientiertes Werkzeug, das gezielt die typischen Herausforderungen bei der Arbeit mit CANopen-Netzwerken adressiert. Entwickelt für den täglichen Einsatz im Entwickleralltag, ermöglicht es eine schlanke, flexible und unkomplizierte Handhabung, ohne an kommerzielle Einschränkungen gebunden zu sein. Das Werkzeug ist kostenfrei und quelloffen, unterstützt verschiedene Hardwareplattformen und Betriebssysteme und bietet damit eine echte Alternative zu den marktüblichen, proprietären Lösungen. Besonders kleinere Unternehmen und Studierende profitieren: Sie erhalten ein leistungsfähiges Werkzeug, das den Einstieg in CANopen erleichtert, ohne dass teure Lizenzkosten oder die Abhängigkeit von spezifischer Hardware entstehen.
Open Source für professionelle Anwender
Open Source ist in vielen Bereichen der IT und Softwareentwicklung heute selbstverständlich, in der Automatisierungstechnik und im Automotive-Sektor jedoch noch immer eher die Ausnahme. CANopenTerm zeigt, dass auch professionelle Anwender in der Industrie von offenen Werkzeugen profitieren können – durch mehr Flexibilität, Transparenz und die Möglichkeit, eigene Erweiterungen einzubringen, um den konkreten Anforderungen ihrer Projekte gerecht zu werden.
Eine prägende Erfahrung war der langfristige Einsatz einer Demoversion des kommerziellen Tools CANopen Magic der Embedded Systems Academy. Zwar erfüllte sie die grundlegenden Aufgaben, war jedoch funktional eingeschränkt. In meinem beruflichen Umfeld wurde daraufhin ein internes Hilfswerkzeug entwickelt, das die Arbeit deutlich erleichterte. Um eine solche Lösung auch einer breiteren Entwicklergemeinschaft zugänglich zu machen, entstand der Wunsch, CANopenTerm von Grund auf neu zu entwickeln und als Open-Source-Projekt bereitzustellen.

Portabel und plattformübergreifend
Zwar entstand die erste Version von CANopenTerm aus einem konkreten Bedarf in der Embedded-Softwareentwicklung, doch inzwischen deckt das Tool ein deutlich breiteres Funktionsspektrum ab: Es ermöglicht die Beobachtung und Analyse von Netzwerken, den Zugriff auf Konfigurationsdaten sowie die Automatisierung über integrierte Skript-Interpreter für Python und Lua. Zudem können JUnit-XML-Reports erzeugt werden, um die Software nahtlos in CI-Systeme einzubinden. Für die Visualisierung von CAN-Daten stehen grafische Widgets zur Echtzeitvisualisierung bereit, und CANopenTerm unterstützt das Aufzeichnen und Abspielen von CAN-Traces, wobei CANopen-Profile herangezogen werden, um die Nachrichten zu kontextualisieren – dies erleichtert Debugging und Testabläufe deutlich.
CANopenTerm ist zudem portabel und plattformübergreifend einsetzbar. Es steht sowohl für Windows als auch für Linux zur Verfügung und kann darüber hinaus über OpenEmbedded (Yocto Project) in Embedded-Systeme integriert werden, was den Einsatz in vielfältigen Entwicklungsumgebungen erleichtert.
Ausblick: Ausbau des CANopenTermÖkosystems
Aufbauend auf den Kernfunktionen von CANopenTerm richtet sich das Projekt nun auf die Erweiterung seines Ökosystems. Eine zentrale geplante Komponente ist CANvenient, eine C-Bibliothek, die eine einheitliche Schnittstelle zu verschiedenen herstellerspezifischen CAN-Treibern unter Windows bereitstellen soll. Dabei soll sich die API an der etablierten Libsocketcan-API von Pengutronix orientieren, um den Zugang zu CAN-Hardware konsistent und standardisiert zu gestalten.
Ziel dieser offenen Bibliothek ist es, die Fragmentierung zu reduzieren, die durch proprietäre Treiber und APIs entsteht, und den Zugriff auf CAN-Hardware deutlich zu vereinfachen. CANvenient soll nicht nur die Funktionalität von CANopenTerm erweitern – das unter Windows derzeit lediglich CAN-Adapter von Peak-System Technik unterstützt -, sondern auch als Grundlage für weitere aktuelle und zukünftige CAN-Softwareprojekte dienen.
Durch die Bereitstellung einer standardisierten Schnittstelle wird die Integration verschiedener CAN-Hardwarelösungen erleichtert. Entwicklerinnen und Entwickler sollen neue CAN-Adapter schneller einbinden, Diagnosen automatisieren und Testabläufe standardisiert gestalten können, ohne auf proprietäre Treiber oder herstellerspezifische Tools angewiesen zu sein.
Auch wenn CANvenient derzeit noch in der Entwicklungsphase ist, zeigt die Initiative, wie das Ökosystem um CANopenTerm künftig wachsen soll. Die Weiterentwicklung lebt vom Austausch mit den Anwendern: Feedback, Ideen und Beiträge aus der Praxis sind ausdrücklich willkommen, um die Werkzeuge praxisnah, leistungsfähig und universell einsetzbar zu gestalten. So entsteht ein flexibles, offenes Ökosystem, das den aktuellen Anforderungen gerecht wird und zugleich den Grundstein für zukünftige Entwicklungen im Umfeld offener CAN-Software legt.
















