Wie industrielle Kommunikation Entwicklungszeiten und Kosten beeinflusst

 Die Time-to-Market wird durch verschiedene Faktoren bestimmt. 
Sie hat wesentlichen Einfluss auf den 
wirtschaftlichen Erfolg von Entwicklungsprojekten.
Die Time-to-Market wird durch verschiedene Faktoren bestimmt. Sie hat wesentlichen Einfluss auf den wirtschaftlichen Erfolg von Entwicklungsprojekten.Bild: HMS Industrial Networks GmbH

Time-to-Market ist ein zentraler Wettbewerbsfaktor – wird jedoch häufig unterschätzt. Insbesondere die wachsende technologische Komplexität industrieller Kommunikation verlängert Entwicklungszeiten erheblich. Während klassische Feldbusse wie Profibus vergleichsweise überschaubar waren, bringen Ethernet-basierte Systeme wie Profinet zusätzliche Funktionalitäten, Profile und Integrationsanforderungen mit sich. Hinzu kommen IoT-Anbindungen, neue physikalische Infrastrukturen wie Single Pair Ethernet oder APL sowie steigende Anforderungen an Cybersecurity und vertikale Integration bis in Cloud- und MES-Ebenen. Parallel wächst die Zahl unterstützter Protokolle – oft mit projektspezifischen Varianten.

Das Ergebnis: mehr Möglichkeiten – aber auch deutlich höhere Integrationsaufwände, steigende Projektrisiken und eine langfristige Bindung von Entwicklungsressourcen. Zudem entstehen Abhängigkeiten zwischen Kommunikations-Stack, Hardwareplattform und Applikation, die Anpassungen im weiteren Projektverlauf zusätzlich erschweren. Auch der Betrieb wird komplexer: Wartung, Updates, Security-Patches und Zertifizierungen müssen über den gesamten Lebenszyklus hinweg berücksichtigt werden – ein nicht zu unterschätzender Aufwand.

 Beim System-on-Module, das HMS für die neue Generation der Anybus-EmbeddedLösungen nutzt, sind Hardware und Software 
voneinander entkoppelt
Beim System-on-Module, das HMS für die neue Generation der Anybus-EmbeddedLösungen nutzt, sind Hardware und Software voneinander entkoppeltBild: HMS Industrial Networks GmbH

Die unterschätzten Kosten der Verzögerung

Eine verlängerte Time-to-Market verursacht nicht nur höhere Entwicklungs- und Projektkosten. Jeder zusätzliche Monat bindet Engineering-Kapazitäten und erhöht interne wie externe Kosten – etwa durch verlängerte Testphasen, Validierungsschleifen oder notwendige Zertifizierungen. Der eigentliche Hebel liegt jedoch im Markt: Ein späterer Ramp-up führt unmittelbar zu entgangenen Umsätzen. Gerade in frühen Marktphasen werden Projekte mit höheren Margen vergeben. Wer hier nicht präsent ist, verliert nicht nur Aufträge, sondern auch die Chance, sich technologisch zu positionieren. Zudem verschiebt sich die Wettbewerbsdynamik: Später eingeführte Produkte geraten schneller in Preisdruck und werden häufiger als austauschbare Lösungen wahrgenommen. Gleichzeitig profitieren First Mover von einem Imagevorsprung, der sich in Folgeprojekten und Kundenbindungen niederschlägt. Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind damit vielschichtig – und reichen von direkten Umsatzeffekten bis hin zu strategischen Marktpositionierungen.

Bild3 HMS Anybus studio screenshot

Komplexität gezielt reduzieren

Um Entwicklungszeiten signifikant zu verkürzen, müssen Hersteller insbesondere Integrations-, Test- und Pflegeaufwände in der Kommunikationstechnik reduzieren. Genau hier setzen moderne Embedded-Plattformen an. Das aktuelle Anybus-Embedded-Konzept von HMS Networks basiert auf drei Säulen: Skalierbarkeit, Effizienz und Zukunftssicherheit. Ziel ist es, die Integration industrieller Kommunikationsschnittstellen zu standardisieren und gleichzeitig genügend Flexibilität für unterschiedliche Gerätekategorien bereitzustellen.

Skalierbarkeit zielt darauf ab, alle Kommunikationsanforderungen von Automatisierungsgeräten flexibel adressieren zu können. Effizienz wird dadurch erreicht, dass viele Gerätefunktionen konfiguriert werden können, statt programmiert werden zu müssen. Da das neue Anybus-Konzept auf den Einsatz offener und auf dem Markt verfügbarer Plattformen abzielt, sind Anwender nicht von einer spezifischen Hardware abhängig, was Zukunftssicherheit gewährleistet. Dieses 3-Säulen-Prinzip vereinfacht Herstellern alle Aspekte der Schnittstellenimplementierung bis hin zu Wartung und Pflege. Dadurch kann die Dauer von Projekten signifikant verkürzt werden und Entwicklungsressourcen bleiben nicht langfristig gebunden.

Passgenaue Leistung statt Überdimensionierung

Kern der Lösung ist ein System-on-Module (SOM), das in verschiedenen Funktionsstufen verfügbar ist. Gerätehersteller können damit den benötigten Leistungsumfang exakt auswählen – von einfacher Konnektivität bis hin zu komplexen High-End-Geräten mit erweiterten Kommunikations- und Zusatzfunktionen. Dieses Baukastenprinzip erleichtert die Skalierung über ganze Produktlinien hinweg. Eine einheitliche API reduziert dabei den Entwicklungsaufwand zwischen verschiedenen Varianten erheblich. Regelmäßige Software-Updates stellen sicher, dass neue Ethernet-Standards, Security-Anforderungen sowie Edge- und KI-Anwendungen unterstützt werden. Gleichzeitig ermöglicht ein Dual-Core-Ansatz die Integration eigener Applikationen, wodurch zusätzliche Hardwarekomponenten eingespart werden können.

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