
Die Additive-Manufacturing-Branche zeigt sich im Herbst in einer insgesamt stabileren Verfassung als in den vergangenen Jahren. Die Geschäftsentwicklung der vergangenen zwölf Monate fällt deutlich besser aus als in den Vorjahren. Nur noch 15% der befragten Unternehmen berichten von rückläufigen Umsätzen, während 64% eine positive Entwicklung verzeichnen. Im Herbst 2025 meldeten noch 29% der Unternehmen rückläufige Umsätze, lediglich 45% berichteten von einem Wachstum. Damit setzt sich die Verbesserung fort, die bereits in der Frühjahrsumfrage 2026 sichtbar wurde. Für die kommenden zwölf Monate rechnen 40% der Unternehmen mit einer zunehmenden Marktnachfrage, während 53% von einer stabilen Entwicklung ausgehen. Lediglich 6% erwarten einen Rückgang. Auch auf Sicht von zwei Jahren bleibt die Stimmung überwiegend positiv: 67% erwarten ein Marktwachstum, 28% gehen von einer stabilen Entwicklung aus. Im Vergleich zum Frühjahr haben sich die Erwartungen kaum verändert.
Die Unternehmen rechnen überwiegend mit einem stabilen oder wachsenden Exportgeschäft. Für die kommenden zwölf Monate rechnen 52% mit steigenden Exportumsätzen, während 39% von einer unveränderten Entwicklung ausgehen. Auf Sicht von zwei Jahren erwarten 63% steigende Auslandsumsätze. Gleichzeitig äußert nur eine kleine Minderheit rückläufige Erwartungen. Die Europäische Union bleibt mit 73% der Nennungen der wichtigste Absatzmarkt. Daneben spielen die USA mit 71% weiterhin eine zentrale Rolle für das internationale Geschäft der Branche. Gleichzeitig gewinnen asiatische Märkte an Bedeutung. Besonders China wird deutlich häufiger als relevanter Exportmarkt genannt als in früheren Umfragen. Der internationale Wettbewerb bleibt intensiv. Auffällig ist dabei vor allem die wachsende Bedeutung amerikanischer Wettbewerber.
Trotz eines weiterhin anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfelds bleiben die Investitionspläne der Unternehmen stabil. Für das nächste Jahr planen 72% der Befragten unveränderte Investitionen in additive Fertigung. Weitere 22% rechnen mit steigenden Investitionen, während lediglich 7% ihre Ausgaben reduzieren wollen. Damit setzen die Unternehmen trotz anhaltender wirtschaftlicher Unsicherheiten weiterhin auf die technologische Weiterentwicklung ihrer Aktivitäten im Bereich Additive Manufacturing.
Als wichtigste positiven Einflussfaktoren auf das eigene Geschäft nennen die Unternehmen neue Anwendungen (53%), technologische Entwicklungen (51%) sowie neue Märkte (42%). Ebenfalls relevant bleiben Forschung und Entwicklung sowie die Erschließung zusätzlicher Auslandsmärkte. Bei den für die Branche wichtigsten Zukunftsthemen stehen Technologieentwicklung (61%), Kosten (57%), Prozessstabilität und Reproduzierbarkeit (50%), Serienfertigung (48%), neue Anwendungen (46%), sowie Marktakzeptanz (43%) im Vordergrund.
„Die Ergebnisse der Herbstumfrage zeigen, dass sich die Lage vieler Unternehmen verbessert hat. Von einer grundlegenden Trendwende zu sprechen, wäre jedoch verfrüht. Die Unternehmen bewerten ihre aktuelle Situation vorsichtig, sehen aber weiterhin gute Perspektiven für die Entwicklung additiver Fertigung in den kommenden Jahren“, erklärt Dr. Markus Heering, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing im VDMA. Die Arbeitsgemeinschaft vereint Hersteller und Anwender entlang der gesamten additiven Wertschöpfungskette. Die Mitgiedsunternehmen arbeiten mit verschiedenen additiven Fertigungsverfahren und unterschiedlichen Materialien und setzen diese für Serienprodukte, Prototypen, Montagehilfen und weitere Anwendungen ein.
















