Mithilfe der FDT-Technologie lassen sich Feldgeräte sowie Kommunikations-Komponenten (Remote-I/Os, Gateways, usw.) herstellerübergreifend sowie unabhängig vom Kommunikationsprotokoll mit nur einem Software-Werkzeug bedienen. Immer mehr Anwender sowohl in der Prozess- als auch in der Fabrikautomation setzen die FDT-Technologie in ihren Anlagen ein. In der Zwischenzeit existieren für fast alle Ausprägungen an Kommunikationshardware geeignete Kommunikations-DTMs, die es dem Anwender ermöglichen, beliebige Netzwerke und Topologien in einer FDT-Applikation abzubilden. Noch wichtiger: Nahezu alle Hersteller von Feldgeräten können ihren Kunden nun dedizierte Geräte-DTMs zur Verfügung stellen. Der vergleichende Test der beiden Integrationstechnologien EDDL und FDT durch Shell Global Solutions im Auftrag der Niederländischen Nutzerorganisation WIB hat bestätigt, dass EDDL und FDT komplementäre Technologien sind und jede Technologie ihren Einsatzbereich hat. Die Ergebnisse zeigen, dass FDT in puncto Effizienz, Funktionalitäten und Grafikunterstützung weit überlegen ist. Im April 2007 kündigten das EDDL Cooperation Team (ECT) und die FDT Group an, dass sie im Sinne der Anwender eine einheitliche Lösung für eine mit beiden Technologien kompatible Geräteintegration erarbeiten wollen. Field Device Integration (FDI) soll die Vorteile von FDT und EDDL zusammenführen sowie dem Kunden Offenheit, Wahlfreiheit und Investitionsschutz garantieren. Bis zur Marktreife dürfte es allerdings noch einige Zeit dauern. Mit der Lösung iDTM können Anwender schon heute von der Kombination beider Technologien als eine Art \’FDI light\‘ profitieren. Das iDTM-Konzept Der iDTM interpretiert Hart-DDs/EDDs (die Protokolle Foundation Fieldbus und Profibus werden 2008 folgen) und erlaubt somit die Integration von Hart-Geräten ohne dedizierte Geräte-DTMs in FieldCare. So ermöglicht der iDTM als Bestandteil des Plant Asset Management-Systems auch den Betrieb von weniger komplexen Geräten, die nur mittels DD/EDD beschrieben sind. Hierbei wird die FDT-basierte Infrastruktur zur offenen vertikalen Kommunikation von der Warte bis zum Feldgerät genutzt. Die Software basiert auf dem Standard-Hart-Interpreter SDC625 der Hart Communication Foundation (HCF), der ebenfalls für die Zertifizierung von Hart-DDs/EDDs genutzt wird. Der iDTM unterstützt die bei der HCF registrierten Hart-Geräte (eine komplette Liste aller Geräte gibt es auf der Website der HCF) und kann die gesamte HCF DD-Library mit allen zertifizierten Hart-DDs/EDDs integrieren. Der iDTM nutzt nicht nur den Standard-Interpreter der HCF, sondern stellt auch sicher, dass die DDs/EDDs genau so verarbeitet werden wie im Standard-Werkzeug der HCF. Dies wird dadurch erreicht, dass der Interpreter als eigenständige Komponente über ein definiertes Interface von der FDT-spezifischen Funktion im iDTM getrennt ist. Für die Ausführung der Gerätebeschreibungen verwendet iDTM die offiziell von der HCF zur Verfügung gestellte DD-Library, die die DDs/EDDs im Binärformat enthält. Da die verwendeten Gerätebeschreibungen bereits von der HCF auf ihre Funktion geprüft wurden, kann eine maximale Verlässlichkeit der DDs/EDDs garantiert werden. Dem iDTM können auch neue oder modifizierte DDs/EDDs hinzugefügt werden. Dabei wird jede Änderung protokolliert und lässt sich wieder rückgängig machen. Die DDs/EDDs der Gerätehersteller werden genau so in den iDTM integriert wie sie auch zertifiziert sind. Es werden keinerlei Änderungen vorgenommen. Der Anwender erhält damit genau die Funktionalität, die vom Gerätehersteller über die DD/EDD angeboten wird. Der Nutzen für den Anwender Der iDTM schließt die Lücke, Geräte ohne dedizierten Geräte-DTM in der FDT-basierten Rahmenapplikation FieldCare einsetzen zu können. Die Lösung vereint die gewohnte DTM-Benutzeroberfläche mit der in der DD/EDD beschriebenen grundlegenden Gerätefunktionalität. Die Benutzeroberfläche des iDTM wurde konform zum \’DTM Style Guide\‘ entwickelt und hat somit das gleiche \’Look&Feel\‘ wie andere dedizierte Geräte-DTMs. Der iDTM bietet die komplette Gerätefunktionalität, wie sie vom Hersteller in die registrierte DD/EDD implementiert wurde, aber auch nicht mehr. Die Lösung in Form des iDTM verarbeitet die existierenden Gerätebeschreibungen zur Laufzeit des DTM und nutzt die Vorteile von FDT und EDDL in einer gemeinsamen Umgebung. Durch das Laufzeit-orientierte Verfahren hat der Anwender den Vorteil, dass er den bereits in der Asset-Management-Umgebung eingesetzten DTM unverändert weiter verwenden kann, auch wenn neueste Geräte mit entsprechender Gerätebeschreibung zum Einsatz kommen sollen. Dies wird durch die Einbettung der Standard-DD-Interpretationssoftware in die bewährte DTM-Technologie erreicht. Der Anwender arbeitet somit mit offenen Standards und zertifizierten Technologien. Der iDTM greift in einer Anlage wie jeder andere DTM auf die bestehenden Kommunikationsstrukturen zurück und ermöglicht es, den DD/EDD-basierten Geräten, die von FDT unterstützte offene vertikale Kommunikation zu nutzen. So können die Anwender auch diese Geräte von zentraler Stelle aus managen und dokumentieren. Über ein Schnittstellenkonzept kann darüber hinaus der in DD/EDD dargestellte Funktionsumfang mithilfe von Softwaremodulen \’beliebig\‘ erweitert werden. Sie können Funktionen realisieren, die durch die DD/EDD selbst nicht darstellbar sind. Diese Softwaremodule können sowohl neue Oberflächen als auch oberflächenlose Funktionen (z.B. für Condition Monitoring) anbieten. Es werden damit Erweiterungen geschaffen, die je nach Wunsch und Bedarf entweder nur einen einzelnen Gerätetyp oder eine ganze Gerätebibliothek über deren DD/EDD-Funktionen hinaus ergänzen können. Jeder Gerätetyp, der vom iDTM unterstützt wird, erscheint im Gerätekatalog von FieldCare mit einem eigenen Eintrag. Hierdurch kann der Anwender die Gerätetypen nach Hersteller, Protokoll oder Kategorie sortieren und auswählen. Der von FieldCare angebotene Bus-Scan erkennt die Geräte und ordnet dem Projekt automatisch den richtigen DTM bzw. Gerätetyp zu, unabhängig davon, ob es ein dedizierter DTM oder der iDTM ist. Ausblick Derzeit ist nicht bekannt, wann erste Produkte mit FDI-Technologie auf den Markt kommen werden. Das iDTM-Konzept schlägt bereits heute eine Brücke zwischen EDDL und FDT und bietet damit eine pragmatische und zukunftssichere Lösung, die den Kunden aus seinem aktuellen Dilemma bei der Geräteintegration befreit. Endress+Hauser bietet den iDTM seit Februar 2008 als Bestandteil von \’FieldCare Standard\‘ und \’FieldCare Professional\‘ an. \’FieldCare Lite\‘- und \’FieldCare Device Setup\‘-Versionen lassen sich einfach aufrüsten. CodeWrights wird diese Lösung im Laufe des Jahres 2008 auch anderen Systemlieferanten und Anwendern anbieten. Autoren: Sandra Gisy ist im Marketing bei Endress+Hauser Process Solutions AG tätig. Stefanie Schattling ist tätig im Marketing bei CodeWrights GmbH, Karlsruhe. Dr. Raimund Sommer, Endress+Hauser Process Solutions AG Dr. Rolf Birkhofer, CodeWrights GmbH HMI 2008: Halle 7, Stand A10, E29
iDTM vereint schon heute FDT und EDDL
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